Radeln for Future

Fahrraddemo trotz Dauerregen und Eiseskälte

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Mit Kapuzen, Mütze und Handschuhen im Einsatz für ein fahrradfreundliches Kempten.

Kempten – Der Hildegardplatz in Kempten war am Freitag vergangener Woche wieder einmal Treffpunkt für Umweltschutzaktionen.

Bereits mittags hatten sich zahlreiche TeilnehmerInnen von Fridays for Future unter dem Motto „Kein Grad Weiter“ zum organisierten Klimastreik getroffen. 

Um 17 Uhr trotzten noch einmal engagierte Radler und Radlerinnen den widrigen Wetterbedingungen. Bei Dauerregen und frostigen vier Grad kamen noch einmal einige „Hartgesottene“, gut ausgerüstet in Regenkleidung und dicken Handschuhen, zum Treffpunkt am Hildegardplatz. Aufgerufen zu dieser Aktion für eine Verkehrswende, für saubere Luft und ein besseres Klima hatte der Fahrradclub ADFC Kempten-Oberallgäu. Mit diesen weltweit friedlichen Critical-Mass-Raddemos fordern die TeilnehmerInnen eine stärkere Berücksichtigung und mehr Aufmerksamkeit für die Belange der Radfahrenden: bei der Verkehrsplanung, durch andere Verkehrsteilnehmer und durch die Politik für eine fahrradfreundliche Stadt Kempten. 

Ein Anliegen von Critical Mass ist es, Aufmerksamkeit zu erregen und darauf hinzuweisen, dass Fahrradfahren umweltfreundlich ist. Wenn mehr Radfahrer unterwegs sind, gibt es weniger Staus und weniger Smog. Die Bewegung will darauf hinweisen, dass Fahrradfahrer Verkehrsteilnehmer sind, die kein Hindernis im Verkehr darstellen, sondern genauso am Straßenverkehr teilnehmen wie Autos. In den letzten Jahren hatten bereits mehrere solche Fahrraddemos in Kempten stattgefunden, und mit Erfolg! In der Vergangenheit war das Ziel dieser Veranstaltungen, Druck auf den Stadtrat auszuüben, erklärt Tobias Heilig, Vorsitzender des ADFC Kempten/ Oberallgäu. Heute in der neuen Legislaturperiode im neuen Stadtrat, der vieles voranbringen will, läge die Betonung mehr auf Zusammenarbeit. 

Der ADFC wolle den Stadtrat nicht mehr kritisieren, dass zu wenig getan wird, sondern ihn positiv unterstützen. Durch diese Critical Mass Bewegungen wollen die Mitglieder des ADFC zeigen, dass sie hinter dem Stadtrat stehen, ihm Rückenwind geben und sagen: „Die Bevölkerung unterstützt dies. Sogar bei schlechtem Wetter raffen wir uns auf!“ Vieles sei auch schon geschehen, meint Heilig, z. B. Radfahrstreifen auf beiden Seiten in der Immenstädter Straße sollen entstehen, die Fahrradstraße bei der Stadtbücherei wurde gemacht, die König-Ludwig-Brücke ist jetzt wieder für Fußgänger und Radfahrer begehbar und befahrbar. Weitere Verbesserungen des Radverkehrs in Kempten sind die Sanierung der Hirnbeinstraße unter Berücksichtigung des Radverkehrs, Ausweisung der Herrenstraße als Fahrradstraße, Unterführung für den Radverkehr an der Heisinger Straße, Schutzstreifen für Radfahrer an der Zeppelinbrücke und Verbreiterung des Radwegs an der Zufahrt vom Schumacherring zur Füssener Straße. 

Volker Hermann vom Organisationsteam durfte dieses Mal ca. 25 TeilnehmerInnen begrüßen. In seiner Begrüßungsrede wies er zunächst auf die coronabedingten Hygienevorschriften hin. Auch er betonte noch einmal, welche Fortschritte in Kempten bereits zu einer fahrradfreundlichen Stadt gemacht wurden. Dann machten sich die RadlerInnen auf den Weg, begleitet von einer Polizeieskorte, über die Salzstraße, Bahnhofstraße und den Ring rund um die Stadt. Auch wenn an diesem Freitag wetterbedingt nur verhältnismäßig wenige Teilnehmer an der Aktion beteiligt waren (im letzten Jahr bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen waren es 750 TeilnehmerInnen), ist der ADFC optimistisch, dass die Bevölkerung und der Stadtrat hinter ihm steht und dass es jetzt noch mehr vorangeht, in größeren Schritten.

Uschi Ostermeier-Sitkowski

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