Fairomat und Zertifizierung

Carl-von-Linde-Gymnasium jetzt Fair Trade Schule

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P-Seminarteilnehmer Maximilian Krautter (li., er führte als souveräner Moderator durch die Feierlichkeiten) und Bürgermeisterin Sibylle Knott testen das Einkaufen am Fairomaten.

Kempten – Das Kemptener Carl-von-Linde-Gymnasium (CvL) darf seit vergangenem Freitag den Titel Fair Trade School tragen. Die Schule ist damit die 454. Fair Trade Schule in Deutschland, die 143. in Bayern und – neben dem Allgäu Gymnasium – das zweite Gymnasium in Kempten, das diesen Titel trägt.

Die Schüler des P-Seminars unter Leitung von Lehrerin Angelika Brunner hatten seit 2016 auf diesen Tag hingearbeitet. Ganz im Sinne des Fair Trade-Gedankens ist auch der Fairomat, den die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der offiziellen Zertifizierungsfeier enthüllten.

Veranstalter der Feierlichkeiten war das P-Seminar Fair Trade, das sich aus zwölf Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zusammensetzt. Die jungen Leute hatten sich seit der 11. Klasse einmal pro Woche im Unterricht intensiv mit dem Fairen Handel auseinandergesetzt und mit Begeisterung dafür gesorgt, dass der Funke letztlich auf die gesamte Schulfamilie übersprang.

Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott, einst selbst Schülerin des CvL lobte, die Schüler hätten „sehr viel Engagement gezeigt, um den Fairen Handel an ihre Schule zu bringen“. Fairer Handel sei auch für die Stadt Kempten sehr wichtig. Diese ist seit April 2015 Fair Trade-Town und verpflichtete sich somit dazu, nachhaltig zu wirtschaften und zu handeln sowie ein breites Bewusstsein für Fairen Handel zu schaffen. Auch Ewald Lorenz-Haggenmüller, Vorstand des Weltladen Kempten (der ebenfalls vor 53 Jahren Schüler des CvL war) freute sich über den großen Einsatz der jungen Leute und mahnte: „Wichtig ist nun, dass das Thema mit dem Schulabschluss dieses P-Seminars nicht endet.“ Als Anerkennung brachte er eine komplette Füllung für den Fairomaten aus dem Weltladen mit.

Um Fair Trade School zu werden, erfordert es die Erfüllung von folgenden fünf Kriterien: Gründung eines Fair-Trade-Schulteams. Erstellen eines Fair-Trade-Kompasses mit Festlegung konkreter Maßnahmen. Verkauf und Verzehr von Fair-Trade-Produkten (dies wird im Schulcafé bereits seit Jahren praktiziert und nun durch den Fairomaten erweitert). Thematisierung des Fairen Handels über alle Klassenstufen hinweg (u.a. verfassten die 10. Klassen E-Mails mit kritischen Fragen und Gedanken, die sie an Politiker und Unternehmen versenden werden). Durchführung mindestens einer Aktion pro Schuljahr (diese waren im CvL der Verkauf von Fair-Trade-Nikoläusen sowie eine Smoothie-Aktion). Nach zwei Jahren wird die Einhaltung der Kriterien nochmals überprüft. „Ihr habt die Kriterien mehr als erfüllt!“, lobte Elisabeth Kroje, Kommissionsvertreterin von TransFair e.V., die das Zertifikat überreichte. Sie sei „schwer beeindruckt von Euren Aktivitäten, Eurer Schule und der Stadt Kempten“, die „mit solch großartigem Beispiel“ vorangehe. Das CvL sei nun Vorbild für andere Schulen.

Eines der Highlights des Abends stellte die Enthüllung des Fairomaten in der Aula dar. Dieser stromfreie Süßigkeiten- und Snackautomat besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Material und ist selbst zu 99 Prozent recycelbar. Er wird ausschließlich mit Fair-Trade-Produkten befüllt. Beim Kauf des 1950 Euro teuren Apparates erhielt die Schule Unterstützung seitens des städtischen Umweltamts und des städtischen Klimamanagements sowie der Sparkasse Kempten und der Raiffeisenbank Kempten. Das hauseigene Schülercafé, in dem seit 2011 ausschließlich fair gehandelte Speisen und Getränke verkauft werden, steuerte 250 Euro aus seinen Rücklagen bei. 

Sabine Stodal

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