"Umkleiden? – Brauchen wir nicht"

Tolle Stimmung beim Mädelsflohmarkt in Kempten

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Ganz unkompliziert: Ela nutzt kurzerhand ihr Handy, damit Kundin Katrin die Mütze im Spiegel betrachten kann. 

Kempten – „Zwei Taschen, einen Pullover, eine Sonnenbrille, einen Armreif, ein Kleid und eine Weste“, das habe ich alles gekauft sagt Andrea und blickt zufrieden auf die erstandenen Sachen. „Damit habe ich mir eine Shoppingtour gespart“, fügt sie an.

Andrea kommt gerade vom Einkaufen aus der Kemptener Markthalle. Dort gab es diesmal kein Obst, Gemüse oder Blumen, sondern Klamotten. Am vergangenen Samstag und Sonntag ging es dort zu wie auf dem Bazar: Mädelsflohmarkt. Berge von Kleidung, Getümmel um den Wühltisch, Feilschereien um den Preis eines T-Shirts, Beratungsgespräche und Gelächter. „Es waren so viele Sachen dort, dass ich versehentlich schon die Tasche einer anderen Kundin kaufen wollte“, berichtet Andrea.

Karlotta und Sarah verkaufen zusammen an einem Stand. Sie gehen selber gerne auf Flohmärkte. „Es ist nachhaltig, wenn die Kleidung, die wir nicht mehr tragen, eine neue Besitzerin findet“, sagt Karlotta, „und es macht Spaß!“

Die Mädels probieren und kaufen, was das Zeug hält. Eine Umkleidekabine vermissen sie nicht, schließlich sind ja nicht so viele Männer da. Schnell wird auf dem Gang die Hose gewechselt. Die Freundin kommentiert. Überhaupt läuft alles recht unkompliziert ab. Da ersetzt das Handy schon mal den Spiegel.

„Es ist nicht so viel los wie im letzten Jahr“, findet Katrin, die ein bis zweimal im Jahr auf Flohmärkten verkauft, um ihren Kleiderschrank zu leeren und Geld für neue Klamotten zu bekommen.“ Das sieht Magnus ganz anders. Etwas verloren steht er zwischen den Ständen. „Ich bin bloß der Träger“, erklärt er, „mir wäre das zu viel Trubel.“ Macht nichts, den Hauptpersonen, scheint es ja zu gefallen. 

Susanne Kustermann

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