"Falken" wollen Abenteuerspielplatz

SJR-Vorsitzende Regina Liebhaber würde bei den Neuwahlen des SJR-Vorstandes im Frühjahr gerne den derzeitigen 2. SJR-Vorsitzenden, Stefan Keppeler, auf ihrem Stuhl sehen. Sie selbst will nicht mehr antreten, wie sie bei der Versammlung bekannt gab. Foto: Tröger

Mit einem spannenden Vorhaben trat der Kemptener Jugendverband „Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken“ vergangene Woche vor die Herbstvollversammlung des Stadtjugendrings (SJR). Sie baten um Unterstützung für einen richtigen Abenteuerspielplatz mitten in Kempten. Mehrere in Frage kommende Standorte hatten sie, wie Romy Scheuer von den Falken vorstellte, geprüft und schließlich den „An der Lützelburg“ auserkoren.

Via Film über einen ähnlichen Spielplatz in Augsburg transportierten die Falken anschaulich, was ihnen vorschwebt: Vom Streichelzoo bis zu einem Bauplatz zum selber Hütten bauen, sollen vielfältige Möglichkeiten zum selbst Hand anlegen geschaffen werden. Denn, wie es ein weiblicher Dreikäsehoch im Film formulierte: „Ein Babyspielplatz ist ja langweilig“. So bestätigte auch Scheuer, dass die meisten Kemptener Kinder die angebotenen Spielplätze zwar besuchen würden, mit der Ausstattung wie Sandkasten, Rutsche und einer Bank aber „nicht zufrieden sind“. Mit einem von Kindern gebastelten Modell eines Abenteuerspielplatzes zeigten die Falken, was sich Kinder wirklich wünschen. Um das Vorhaben, das von den Falken im Rathaus bereits zur Sprache gebracht worden sei (der KREISBOTE berichtete), voran zutreiben, bat Scheuer um Unterstützung des SJR. „Wir sollten uns möglichst bald zusammensetzen wie die Unterstützung aussehen soll“, signalisierte SJR-Vorsitzende Regina Liebhaber, dass der Ruf angekommen sei. Ein weiterer wichtiger Punkt war das Thema „Stolpersteine“. Laut Stefan Keppeler, 2. SJR-Vorsitzender, seien in Kempten inzwischen 21 solcher Gedenksteine eingerichtet, die neuerdings auf Anfrage beim Verein der Stolperstein-Initiative, bei Führungen näher ergründet werden könnten. Am 15. Juli dieses Jahres seien in Kempten die ersten „Stolpersteine“ gesetzt worden, um, im Rahmen der europaweiten Aktion, den heimischen Opfern des Nazi-Regimes zu gedenken. Den Opfern seien auch ihre Namen genommen und „durch Nummern ersetzt worden“. Johanniter übernehmen Durch die Initiative würden ihnen ihr Name und somit auch ihre Identität wieder gegeben. Der SJR habe für ein Jahr die Patenschaft – danach solle diese einer der Verbände übernehmen – des „Stolpersteines“ für die Kemptenerin Maria Großelfinger (1879 – 1940) übernommen, die „im Namen der Rassenhygiene“ wegen ihrer schweren Depressionen ermordet worden sei. Wie Bernd Fischer von der Johanniter-Jugend dem KREISBOTEN im Anschluss der Versammlung mitteilen konnte, werde sein Verband die Patenschaft für ein weiters Jahr fortführen. Vorgestellt wurde auch der Kinder- und Jugendhilfsfonds „Plan B“ (der KREISBOTE berichtete), der finanziell schwach gestellten Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 21 Jahren, die Teilnahme an den Angeboten aller SJR-Einrichtungen und –Projekte ermöglichen soll. Neue Wege im Marketing des SJR präsentierte der Abteilungsleiter Jugendverbände Rolf Disselhoff. Erstmals werde in dem neuen Flyer versucht, optisch das „Image des SJR zu transportieren“, erklärte er den ersten „Prototyp“ als Teil einer „größeren Imagekampagne“. In deren Rahmen sei auch die Internetseite des Stadtjugendrings komplett überarbeitet worden.

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