"Falscher Weg"

Mario Dalla Torre, Chef der BSG Allgäu. Foto: Archiv

Mit Unverständnis hat Mario Dalla Torre, Chef der BSG Allgäu, auf die Kürzungen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ reagiert. „Das ist der falsche Weg zum Sparen“, erklärte Dalla Torre gegenüber dem KREISBOTEN. Die BSG als St.-Manger Wohnungsbau-Unternehmen ist stark in das Projekt „Soziale Stadt St.-Mang“ eingebunden.

Zwar sehe er die Notwendigkeit der Bundesregierung zu sparen, betonte der BSG-Chef im Gespräch mit dem KREISBOTEN. „Aber das ist der falsche Weg“, so Dalla Torre. Letztendlich führe die Kürzung der Städtebauförderung lediglich zu weniger Einnahmen des Staates, da im Zuge der Städtebauförderung durch das Engagement von Bürgern und Wirtschaft das acht- bis neunfache an Folgeinvestitionen getätigt werde. „Von daher ist das Sparen bei der Erneuerung der Städte nicht nur gesellschaftlich und ökonomisch verfehlt, sondern auch haushaltspolitisch falsch“, kritisiert Dalla Torre. Nach seiner Auffassung hätte es die Kürzung niemals geben dürfen, zumal das im Koalitionsvertrag auch so festgelegt worden sei. „Das ist verlogen.“ Unverständlich sei auch, warum der Verkehrsetat unangetastet bleibe. „Würden 15 Kilometer Autobahn nicht gebaut, könnte man das Förderniveau auf dem aktuellen Niveau halten und bräuchte keine Kürzung im Programm 'Soziale Stadt' vornehmen“, rechnete Dalla Torre vor. Umso höher sei die Bereitschaft der Kemptener Stadtverwaltung zu bewerten, in Vorleistung zu gehen. „Ich bin der Stadt dankbar für die Anschubfinanzierung“, betonte der BSG-Chef. Mit 84 000 Euro will die Verwaltung wie bereits berichtet bis März vor allem die sozialintegrativren Maßnahmen im Stadtteil absichern. „Die Arbeit dieser Leute ist enorm wichtig für den Stadteil“, lobte Dalla Torre das Engagement der „Soziale Stadt“-Mitarbeiter. Wie berichtet, hat die Bundesregierung das Förderprogramm „Soziale Stadt“ auf 28,5 Millionen Euro gekürzt. Angesichts der Ungewissheit, wann welche Fördergelder in welcher Höhe für die „Soziale Stadt St.-Mang“ künftig noch fließen werden, will die Stadt Kempten nun zunächst in Vorleistung gehen. Nach Angaben Dalla Torres hat die BSG allein in den vergangenen zehn Jahren rund 50 Millionen Euro in den Wohnungsbestand des Stadtteils investiert – ohne Mittel aus der Städtebauförderung.

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