Familien entlasten

Ein Blick in den gemütlich gestalteten Aufenthaltsraum: Michael (Gast) und Anne (Betreuerin) sitzen hier gerade gemütlich zusammen. Foto: Körperbehinderte Allgäu

„Endlich einmal durchschlafen oder ausschlafen.“ Für Eltern eines behinderten Kindes ist das etwas ganz Besonderes. „Ein paar Tage entspannen, einmal Urlaub machen oder daheim mal alles nachholen, was liegen geblieben ist“, sehnen sich diese Mütter und Väter hin und wieder nach einer Auszeit. Für sie ist das „Luxus“: eine Zeit für sich und die anderen Kinder in der Familie. Die Kurzzeitpflege der Körperbehinderte Allgäu gGmbH bietet bereits seit inzwischen 15 Jahren die Kurzzeitpflege (KZP), Betreuung und Pflege von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von drei bis circa 27 Jahren mit verschiedenen Behinderungen an.

Angefangen hat die Kurzzeitpflege 1996 in den stilvollen Räumen der Villa Viva in der Füssener Straße 92 in Kempten. Inzwischen ist die KZP im Centrum Viva an der Immenstädter Straße 27 integriert. Gäste aus rund 250 Familien wurden seit 1996 betreut. Anfangs waren die Buchungen auf die Ferien begrenzt. Mittlerweile kommen die jungen Gäste das ganze Jahr über. Derzeit hat die Kurzzeitpflege elf Mitarbeiter und weitere zusätzliche Helfer. „Als Eltern hat man ein gutes Gefühl und weiß sein Kind sehr gut versorgt und behütet“, bedankte sich vor kurzem eine Mutter, deren 14-jährige Tochter mehrfach behindert ist. Juliane kann gar nichts alleine machen, braucht bei allem Hilfe, sogar beim Umdrehen im Bett. Und ein Elternpaar von einem elfjährigen autistischen Mädchen erzählt: „Sabine freut sich immer, wenn sie die Tasche packen und Urlaub in der Kurzzeitpflege machen kann.“ Für viele Klienten ist die Kurzzeitpflege „das etwas andere Wellnesshotel“: „Die Kinder und Jugendlichen werden nicht nur als Gäste bezeichnet, sondern auch als solche behandelt – aber mit vielen verschiedenen heilpädagogischem Schwerpunkten“, erklärt dazu Carmen Rietzler, Leiterin der KZP. Zudem geht es sehr familiär zu. Manchmal dient die Kurzzeitpflege auch zur Ablösung bis ein geeigneter Platz in einer Wohngemeinschaft gefunden wird. Oder: Eltern brauchen dringend einen kurzfristigen Platz, weil sie selbst erkrankt sind. Von Fachkräften betreut Eine Aufnahme kann von drei Tagen bis zu mehreren Wochen im Jahr erfolgen. „Diese Zeit soll in erster Linie zur Entlastung der Familie dienen. Die großzügigen Räumlichkeiten sind kind- und behindertengerecht gestaltet. Die Gäste werden von pädagogischen und pflegerischen Fachkräften rund um die Uhr betreut.“ Bis zu sechs Kinder und Jugendliche können gleichzeitig aufge-nommen werden. Für das Jahr 2012 steht ein neuer Rekord an: Bereits jetzt sind fast 100 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene angemeldet, viele Termine belegt, die Ferien ausgebucht. Ein Beweis, dass das „etwas andere Wellnesshotel“ gut angenommen wird…

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