"Lieber Hasen als Konsole"

Rassekaninchen geben sich in Kempten ein Stelldichein

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(v.li.) Horst Bräuninger, Voralpensieger Peter Martin und Bürgermeister Josef Mayr mit einem Bock aus Peter Martins Siegersammlung. Seine Tiere überzeugten die Preisrichter u.a. durch Körperform und -bau, Felldichte, Kopf- und Rumpfzeichnung sowie Gewicht. „Ganz wichtig ist auch, dass die Ohren schön stehen“, so Martin. Die Tiere sind je rund 80 Euro wert. Kaninchen aus absoluten Spitzenzuchten können bisweilen Höchstpreise von 250 bis zu 500 Euro erzielen.

Kempten – Am Wochenende gehörte die Kemptener Allgäuhalle nicht dem Vieh, sondern den Rassekaninchen. 73 Züchter waren mit 320 Tieren angereist, um sich bei der 22. Voralpenschau den Preisrichtern zu stellen.

Auch wer nichts von Kaninchenzucht versteht, kam bei der Schau auf seine Kosten. Kleine Besucher freuten sich an den „süüßen Häschen“, andere zeigten sich von der Vielfalt der Tiere beeindruckt, die 38 verschiedenen Rassen angehörten – darunter waren ein Kilogramm leichte Farbenzwerge ebenso vertreten wie mächtige zehn Kilo-Brummer der Rasse Deutscher Riese.

Den Rassekaninchenzüchtern geht es um die Freude am Tier und um den Rassenerhalt – schließlich stehen einige der 400 in Deutschland zugelassenen Kaninchenrassen auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tierarten. Doch die Zahl derer, die sich engagieren, ist rückläufig. „Der Bayerische Landesverband der Kaninchenzüchter hat heute rund 28.000 Mitglieder“, so Gerald Fröse, Bezirksvorsitzender Schwaben der Rassekaninchenzüchter. „Vor zehn Jahren waren wir noch 10.000 mehr.“ Kemptens Bürgermeister Josef Mayr bedauerte in seinem Grußwort: „Es ist schwer, Nachwuchs für dieses schöne, aber zeitintensive ­Hobby zu begeistern. Denn man muss sich intensiv mit dem Thema befassen und sich über Jahre täglich um seine Tiere kümmern.“ Für ihn selbst hätten in seiner Jugend zwei Hasenställe „einfach dazugehört“, erinnerte Mayr sich. „Ich bin froh, dass Sie an dieser Tradition festhalten. Vielleicht ist ja dieses Wochenende auch der eine oder andere dabei, der sagt: ‚Lieber Hasen als Konsole‘.“

Horst Bräuninger, der Ausstellungsleiter und Vorstand des Rassekaninchenzuchtvereins B 276 Kempten, mahnte, es sei wichtig, „dass auch kleinere Schauen erhalten bleiben“. Zum Vergleich: Bei der Bundes-Kaninchenschau, die am 16. und 17. Dezember in Leipzig stattfindet, werden 26.000 Tiere erwartet. „Aber mit Schauen wie unserer können wir den Besuchern aus der Region das Hobby Kaninchenzucht näherbringen.“ Für die teilnehmenden Züchter, die ihre Prachtexemplare in der Allgäuhalle präsentierten, ging es neben den Austausch mit Gleichgesinnten auch darum, die Früchte ihrer Zuchtbemühungen zu ernten. Zum Voralpensieger wurde Peter Martin aus Seeg gekürt. Er züchtet seit 23 Jahren und erzielte mir seinen vier blau-weißen Kleinschecken 387,5 von 400 möglichen Punkten. Als Ehrenpreis erhielt er u.a. zwei Flaschen Wein der Sorte „Kemptener Weinberg“, die Schirmherr Thomas Kiechle gestiftet hatte. 

Sabine Stodal

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