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Fassaden, Weihnachtslichter, Verwaltung: Hier spart die Stadt Kempten Energie  

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Von: Helmut Hitscherich

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Zumsteinhaus Kempten bei Nacht mit Weihnachtsbaum
Diesen Anblick wird es heuer nicht geben. Sowohl die Weihnachtsbeleuchtung am Zumsteinhaus als auch dessen Fassade glimmen und leuchten in diesem Jahr nicht. Aber: „An den Weihnachtsbäumen im Stadtgebiet wollen wir festhalten“, kündigte Oberbürgermeister Thomas Kiechle im Stadtrat an © Karl.Jena

Die Maßnahmen der Stadt Kempten zum Energiesparen betreffen vor allem die weggelassene Beleuchtung bestimmter Gebäude und eine Neuregelung für die kommenden Weihnachtslichter.

Zu Beginn der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag ging Oberbürgermeister Thomas Kiechle auf die derzeitige Energiekrise ein, und erläuterte, welche Maßnahmen seitens der Stadt zum Energiesparen getroffen werden.

„Die Frage der Stunde ist weiterhin: Wo können wir Energie einsparen?“ Hintergrund waren etliche Stadtratsanträge. Die Stadt profitiere davon, dass bereits vor 20 Jahren ein städtisches Energiemanagement eingerichtet worden ist. Viel Einsparpotenzial wurde in der Vergangenheit identifiziert und umgesetzt. Zur Sicherung der Energieversorgung werden Kornhaus, Orangerie-Südfassade, Basilika St. Lorenz, Residenz-Südfassade, Commerzbank-Ostfassade, Finanzamt-Ostfassade, Am Schlössle-Ostfassade, denkmalgeschützte Gebäude in der Gerberstraße, das Rathaus, St.- Mang-Kirche, inklusive Brunnenbeleuchtung, APC und Zumsteinhaus nicht mehr beleuchtet.

„Wir haben in der Stadt 10.000 Straßenlaternen mit einem aktuellen Stromverbrauch von 550.000 Euro pro Jahr (2019). In der Prognose wird dieser Bereich deutlich steigen. 30 Prozent der Laternen sind bereits auf LED-Technik umgerüstet.“ Die anderen sollen stetig umgerüstet werden, dafür seien jährlich 100.000 Euro eingeplant.

Straßenbeleuchtung: zweischneidiges Schwert

Das Licht in einzelnen Straßenzügen auszuknipsen, sei momentan nicht möglich. Derzeit prüft die Verwaltung, ob es zumindest bei einzelnen realisierbar ist. Dabei sei zu bedenken, dass es Bereiche gibt, die aus Sicherheitsgründen weiter ausgeleuchtet werden müssen, beispielsweise Lichtsignalanlagen und Fußgängerüberwege. Sämtliche Brunnen im Stadtgebiet werden bereits jetzt sukzessive abgeschaltet und nicht erst Ende Oktober bzw. Anfang November, so der OB. Die Allgäuer Überlandwerke haben bereits alle Beleuchtungen, die nicht sicherheitsrelevant sind, ausgeschaltet.

Alle Leuchten, die aktuell noch in Betrieb sind, dienen der Verkehrssicherungspflicht bzw. der Arbeitssicherheit. Die Sozialbau habe im Juni verschiedene Maßnahmen zur noch stringenteren Energie- und Stromeinsparung auf den Weg gebracht und dabei auch das Treppenhaus der Alten Spinnerei für eine sparsamere Beleuchtung identifiziert. Die Außenbeleuchtung ist bereits ausgeschaltet. Die Energieversorgung im Cambomare wurde bereits auf Eigenstromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung umgestellt. Es gibt dort drei Blockheizkraftwerke, den erzeugten Strom verbraucht das Cambomare selbst. Künftig wird die Werbebeleuchtung des Cambomare abgeschaltet.

Weihnachtslichterzauber ja, aber kürzer 

Die Weihnachtsbeleuchtung sei bereits im Jahr 2013 auf LED-Technik umgestellt worden, erklärte der Oberbürgermeister. Der Verbrauch fiel so um 90 bis 95 Prozent. Die Weihnachtslichter sollen jetzt nur noch bis 21 Uhr statt wie bisher bis 22 Uhr und nur noch bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag und nicht mehr bis Dreikönig eingeschaltet sein. Auf die Weihnachtsbeleuchtung am Zumsteinhaus oder des evangelischen Gemeindehauses wird verzichtet. „An den Weihnachtsbäumen im Stadtgebiet wollen wir festhalten“, sagte das Stadtoberhaupt.

Möglichst viele Beleuchtungen sollen allerdings auf LED umgestellt werden. Auch Weihnachtsmarkt und Einkaufsnacht werde es in diesem Jahr geben. Details und nähere Infos zum Ablauf würden im Werkausschuss am 19. Oktober vorgestellt. Und auch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung wird eine Änderung zukommen. Wie bereits seit längerem bekannt, darf in deren Arbeitsräumen die Lufttemperatur maximal 19 Grad betragen.

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