Gegen die Verödung

FDP-Kreisverband Kempten will leere Geschäfte beleben und legt Konzept vor

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Leerstände wie Sand am Meer gibt es vor allem in der nördlichen Innenstadt Kemptens, wie hier In der Brandstatt/Ecke Gerberstraße.

Kempten – Eine Arbeitsgruppe im FDP-Kreisverband Kempten führt seit Januar 2019 eine Untersuchung in der Kemptener Innenstadt zum Thema „Leerstände“ durch. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den Ratsgremien, der Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit ein umfassendes Konzept der Leerstandsminderung vorzulegen.

Eine Ortsbegehung der Arbeitsgruppe (Dr. Michael Büssemaker, Daniela Busse, Michael Dietz, Andreas Dünnebier, Frank Häring, Iris Hiltensberger, Gudrun Schrepfermann) Anfang dieses Jahres hat ergeben, dass es in der Innenstadt Kemptens 42 sichtbare Leerstände auf Erdgeschossebene gegeben hat. Eine Konzentration des Leerstands lag und liegt in folgenden Bereichen der Innenstadt: 

• Bereich 1: Gerberstraße und angerenzende Baugebiete 

• Bereich 2: Baugebiet zwischen Busbahnhof und Fischerstraße 

• Bereich 3: Bäckergasse angrenzende und gegenüberliegende Baugebiete 

Die Arbeitsgruppe hat im vergangenen Mai mehrere Ortsbesichtigungen vorgenommen sowie mit mehreren Gewerbetreibenden und einem Vertreter der Immobilienwirtschaft Gespräche geführt. Im Ergebnis wird ein Maßnahmenkonzept in vier Bereichen vorgeschlagen: 

"Vier-Säulen-Konzept" 

Das „vier-Säulen-Konzept“ soll für alle drei Problembereiche des Leerstandes Gültigkeit haben, allerdings mit unterschiedlichen Prioritäten aufgrund der örtlichen Situation. Die Arbeitsgruppe schlägt vor, zunächst den Bereich 1 „Gerberstraße und angrenzende Baugebiete“ intensiv anzugehen und zeitlich versetzt, auch aufgrund der Erfahrungen mit der Gerberstraße, die Bereiche 2 und 3 später zu behandeln. Die Leerstands-Bereiche werden nach dem Vorschlag des FDP-Kreisverbandes gegenüber anderen Stadtgebieten räumlich, parzellenscharf begrenzt. Das Maßnahmenkonzept ist demnach nur auf die abgegrenzten Bereiche zugeschnitten. 

Die Maßnahmen für Bereich 1 „Gerberstraße“ könnten wie folgt aussehen: 

Säule 1 

• finanzielle Hilfen durch die Stadt 

• kommunaler Zuschuss an die Pächter bei Um- und Ausbauten unter bestimmten Bedingungen (Starthilfe) 

• Minderung der Gebühren für Werbung auf öffentlicher Fläche sowie bei Beanspruchung des Luftraumes öffentlicher Flächen 

Säule 2 

• mehr Gestaltungsvielfalt für öffentliche Flächen 

• begrünte Metallgerüste über der Straße 

• Verkehrskonzept mit Kurzzeitparken (Kunden/Anlieferung)

• mehr Sitzgruppen, Bücherschränke, Litfaß-Säulen 

• Parkplatzkennzeichnung; Behindertenparkplätze 

• Kinder-Spielbereiche; Fahrradabstellplatz 

• Aktivierung Springbrunnen; Wasserspiele 

Säule 3

• Entscheidungshilfe „Leerstandsmanagement“

• Erhebung gebäudebezogener Schlüsseldaten (Gebäudedaten,objektbezogene Forderungen diverser Behörden, Belastungen) als Entscheidungshilfe der Wirtschaftsförderung/ des Stadtmarketings 

Säule 4 

• mehr Attraktivität durch neue Organisationen 

• Gerberstraße als Bestandteil von Stadtfesten 

• Interessensgemeinschaft „Gerberstraße und Umgebung“ 

• Weihnachtsbeleuchtung 

• Sonderaktionen (z.B. „Popup Stores“); Stadtmarketing 

Bevorstehende Arbeitsschritte

• Gespräch mit der Stadtverwaltung (Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing oder City-Management) 

• Vorlagen der Ratsfraktion (insbesondere für den Haushalt 2020). Und auch den Schritt in die Öffentlichkeit sieht die Arbeitsgruppe als wichtiges Instrument. 

kb

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