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Bundesbildungsministerin Bettina Kraft-Watzinger: »Bildung und Forschung sind die beste Investition«

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Von: Jörg Spielberg

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Keine einfache Aufgabe – Bundesbildungsministerin Kraft-Watzinger will beides ermöglichen: „Digitales“ Lernen in Präsenz und auf Distanz.
Keine einfache Aufgabe – Bundesbildungsministerin Kraft-Watzinger will beides ermöglichen: „Digitales“ Lernen in Präsenz und auf Distanz. © Collage: Spielberg

Kempten/Allgäu – Vergangene Woche luden die Kreisverbände FDP Kempten/Oberallgäu gemeinsam mit den Allgäuer Jungliberalen zu ihrem digitalen Neujahrsempfang ein. 

Ehrengast war die frischgekürte FDP-Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Als weiterer Gast konnte der IHK-Regionalgeschäftsführer Kempten/Oberallgäu Björn Athmer gewonnen werden. Unter den Teilnehmern waren u.a. der neue Parlamentarische Geschäftsführer der FDP Stephan Thomae und der Gesundheits- und Pflegepolitische Sprecher der FDP Landtagsfraktion Dr. Dominik Spitzer.

In seiner Begrüßung kam Thomae u.a. auf die Ernennung von Jennifer Morgan zur neuen Staatssekretärin im Auswärtigen Amt zu sprechen. Dort wird die US-Amerikanerin Sonderbeauftragte für Internationale Klimapolitik, was viele Anhänger der FDP irritiert habe. Grundsätzlich befürwortet Thomae die Arbeit von Lobbyisten in der Politik, die Sachverstand in die parlamentarische Arbeit einbringen. Es komme aber immer auf die gebotene Transparenz an, um zu starke Einflussnahme zu erkennen und darauf reagieren zu können. Diese sah er bei der Nominierung Morgans nicht umfänglich gegeben und mahnte zur Vorsicht. „Grundsätzlich aber können wir nicht in das Ministerium eines anderen hineinregieren“, so Thomae abschließend.

Digitalpakt 2.0

Die Diplom-Volkswirtin Stark-Watzinger bedankte sich bei den Gästen des Abends für deren Einsatz im Bundestagswahlkampf, der der FDP vier Bundesministerien beschert hat. Wenngleich Corona immer noch das Leben der Menschen beinflusse, sei die gegenwärtige Situation nicht mehr wie die im vergangenen Jahr. „Im vergangenen Jahr wurde bei der Ministerpräsidentenkonferenz noch „Candy Crush“ gespielt, heuer gibt es u.a. wieder Schule in Präsenz“, so die Bundesbildungsministerin. Sie mahnte grundsätzlich zur Vorsicht mit der Pandemie, sprach sich aber „für so viel Freiheit und Eigenverantwortung aus, wie möglich“. Zugleich verteidigte Kraft-Watzinger eine offene tabufreie Diskussion um eine geplante Impfpflicht: „Neben den medizinischen Aspekten müssen auch die organisatorischen und juristischen Fragestellungen erörtert werden.“

Im Bereich Bildung verspricht die neue Bildungsministerin, dass alle Zugang zu besten Bildungsangeboten erhalten. Sie möchte mit „modernster Bildung“ Lebenschancen schaffen und mit „bester Forschung“ die Herausforderungen der Zukunft angehen. „Wir brauchen hier Lösungsansätze von morgen, nicht von gestern“, stellte sie klar. Gleichzeitig plädiert sie dafür, dass Unterricht in Präsenz statt online stattfindet. „Schulen und Kitas gehören zur kritischen Infrastruktur, das sagen wir auch dem Bundesgesundheitsminister.“

Unabhängig davon setzte sich die FDP mit ihrem Digitalpakt 2.0 für eine rasche Digitalisierung des Bildungsbereichs ein: „Die Schule muss digital gestütztes Lernen in Präsenz genauso anbieten wie Lernen auf Distanz.“ Auf die Forschung angesprochen forderte die Ministerin, Deutschland fit zu machen für die Anforderungen der Zukunft und nannte Beispiele wie die Wasserstofftechnologie oder die Entwicklung des mRNA-Impfstoffes, der vielleicht eines Tages auch gegen Krebs eingesetzt werden könnte.

Wünsche der IHK

Abschließend wurde Björn Athmer von der IHK das Wort erteilt. Athmer sprach über die vielen Bildungs- und Weiterbildungssangebote der IHK, äußerte aber auch Wünsche an die Bundesbildungsministerin. So solle die Präsenzpflicht für Teilnehmer von Meisterlehrgängen gelockert werden, da hierbei ein hoher administrativer Aufwand entstehe; das Einstiegsbildungsniveau von Schulabschlüssen müsse signifikant erhöht werden, so dass Schüler eine bessere Vorbildung erhalten, und die duale Ausbildung stärker beworben werden. „Wir haben genug Ausbildungsplätze, aber wir haben viel zu wenige Bewerber“, so Athmer.

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