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Spitzenkandidat Martin Hagen zu Gast im Allgäu

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Von: Jörg Spielberg

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Der Rosenheimer Martin Hagen (41) ist der frisch gekürte Spitzenkandidat der FDP Bayern für die Landtagswahl 2023. 
Beim „Kässpatzenessen“ der FDP Oberallgäu sprach er zur Landes- wie Bundespolitik.
Der Rosenheimer Martin Hagen (41) ist der frisch gekürte  Spitzenkandidat der FDP Bayern für die Landtagswahl 2023.  Beim „Kässpatzenessen“ sprach er zur Landes- wie Bundespolitik. © Jörg Spielberg

Wiggensbach/Ermengerst – Obwohl erst vor ein paar Jahren von der FDP Oberallgäu etabliert, so ist das vorweihnachtliche Kässpatzessen der Liberalen schon beim sechsten Mal ein traditionelles Ereignis, wie es der Kreisvorsitzende und Kreisrat der FDP Oberallgäu Michael Käser bei der Begrüßung vor über 100 Gästen in Ermengerst formuliert.

Da kann Käser auch ein Auge zudrücken, wenn der Ehrengast der Zusammenkunft, der FDP-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Martin Hagen, sich für die Einladung zum „Käsespätzle“-Essen bedankt, einem Gericht, das in der württembergischen Küche, nicht aber im Allgäu serviert wird.

Zu Beginn der Veranstaltung stellten sich die FDP-Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2023 vor. Der Kemptener Hausarzt Dr. Dominik Spitzer (55) wird wieder als Direktkandidat für den Stimmkreis 710 Lindau-Sonthofen antreten. „Besonders in Bezug auf die medizinische und pflegerische Versorgung im Freistaat – aber auch im Allgäu – bedarf es noch großer Kraftanstrengungen, um diese fit für die Zukunft zu machen. Dafür möchte ich mich auch im nächsten Bayerischen Landtag stark machen“, so Spitzer.

Für den Bezirkstag tritt der Oberallgäuer Kreisrat und Sozialwirt Michael Käser (30) an. Käser vermietet privat Ferienwohnungen an Menschen mit Behinderung, was ihm, wie er sagt, bei einem möglichen Mandat in Augsburg hilfreich sein wird“. Weitere Landtagskandidaten für das südliche OA sind Nicole Rauscher und Simon Schwendinger (33), von der FDP Kempten treten für den Bezirkstag die Bezirksrätin und Co-Vorsitzende Daniela Busse (30) und der Co-Vorsitzende Andreas Dünnebier (52) an. Mit drei Kandidaten für den Bezirkstag steht das Ziel der Allgäuer Liberalen fest: „Wir wollen Fraktionsstärke erreichen.“

Pschierer ist Neumitglied

Im Anschluss stellte sich gleich das „jüngste Mitglied“ der FDP vor. Es ist der ehemalige Bayerische Staatsminister und Ex-CSUler Franz Josef Pschierer, der bei der Landtagswahl 2023 als Direktkanditat in Memmingen antritt. Pschierer formuliert am Abend zwei Ziele für die FDP Bayern: Wiedereinzug in den Landtag und Verdoppelung der Stimmen in Schwaben. Als natürlichen Partner sieht Pschierer die CSU. Einer der Gründe, die hin schlussendlich dazu bewegt habe, die CSU zu verlassen, war die rigide Corona-Politik, die am Ende fast dazu geführt habe, „…dass der Allgäu-Schwäbische Musikbund auseinanderbrach.“ Pschierer ist Präsident des Musikbundes.

Schlechte Energiepolitik

Der Höhepunkt des Abends war ein Impulsvortrag des FDP-Spitzenkandidaten Martin Hagen. Der Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag warb für das geplante Volksbegehren der FDP „XXL-Landtag verhindern“. Für Hagen bedeutet ein noch größerer Landtag: „Es wird nur voller, aber nichts besser. Für den Steuerzahler entstehen mehr Kosten, deshalb plädiert die FDP an der Zahl von 180 Abgeordneten festzuhalten!“ Die Aufgabe seiner Fraktion sieht Hagen darin, der Staatsregierung auf die Finger zu schauen. Aktuell heißt das, bei den Themen Mietvertrag Zukunftsmuseum Nürnberg und Kostenexplosion 2. Stammstrecke Münchner S-Bahn Licht ins Dunkel zu bringen, vulgo Markus Söder Mitschuld nachzuweisen.

Als schwächstes Glied im Kabinett Söders sieht Martin Hagen Hubert Aiwanger als Wirtschaftsminister, dem er Populismus vorwirft. „Hätte Aiwanger nicht permanent gegen den Ausbau der Gleichstrompassage Süd-Ost gekämpft, würde Bayern heute energiepolitisch besser dastehen.“

In der Energieversorgung sieht Hagen tatsächlich eine Gefahr für den Freistaat und befürchtet, dass wirtschaftliches Wachstum aufgrund besserer Energieversorgung mehr in Nord- als Süddeutschland stattfinden wird. Somit beantwortete er zugleich die Frage eines Gastes, warum u.a. Tesla und Intel in den neuen Bundesländer investieren. Hagen verteidigt die Entscheidung der Ampel-Regierung eine Gas- und Strompreisbremse einzuziehen. „Natürlich wäre mir als Marktwirtschaftler eine gezielte Unterstützung der wirklich Betroffenen lieber gewesen“, so Hagen, aber die Gefahr einer Destabilisierung des System bestehe und nur eine pauschale und schnell umsetzbare Lösung könne dies verhindern. In diesem Zusammenhang spricht sich Hagen für ein möglichst hohes Energieangebot aus, dass auch Kernenergie und heimisches Fracking-Gas umfasst.

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