Lindner macht Werbung

Bekenntnis zum Liberalismus

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Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner (links) verzichtet bei seinem Wahlkampfauftritt im Haus Hochland in Kempten auf das Rednerpult, um ganz nah bei den Bürgern zu sein.

Kempten – Seit der verheerenden Wahlniederlage bei der Bundestagswahl hat es die FDP schwer. Die liberale Partei befindet sich im Neuaufbau. Am Freitag besuchte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner Kempten, um für seine Partei zu werben. Rund 140 Zuhörer waren ins Haus Hochland gekommen.

Lindner verzichtete bei seiner Ansprache auf Skript und Rednerpult. Er sprach sich für Europa, mehr Selbstbestimmung der Bürger und gegen eine höhere Neuverschuldung durch die jetzige Bundesregierung aus. „Ich verstehe nicht, dass viele Menschen hierzulande aus Bequemlichkeit nicht wählen gehen.“ Der Gang zur Wahl sei nicht nur ein Bürgerrecht, sondern Bürgerpflicht. „Die Menschen in Thailand hätten gerne ein Recht auf freie, geheime Wahlen“, wies er darauf hin, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine könne nur durch den Dialog mit Russland gewährleistet werden. Gleichzeitig sei es „nicht Sache von Herrn Putin, die Orientierung der Ukraine nach Westen hin zu untersagen.“

Europäische Antwort

Der Vorschlag des Verbots von Olivenölkännchen in Restaurants im europäischen Parlament gebe die Idee von Europa preis. „Die NSA bespitzelt uns, betreibt möglicherweise Wirtschaftsspionage. Wo ist da die europäische Antwort“, fragte der 35-Jährige. Im Hinblick auf den immer größer werdenden US-Konzern Google forderte Lindner die „digitale Emanzipation von den amerikanischen Staaten.“

Der FDP-Chef kritisierte die schwarz-rote Bundesregierung und deren „Politik auf Pump.“ Trotz der momentan außeror-dentlich guten wirtschaftlichen Lage plane die große Koalition, weitere Schulden aufzunehmen, zeigte er dafür wenig Verständnis. „Wann soll die Tilgung von Schulden stattfinden, wenn nicht jetzt“, fügte Lindner an. Auch das Rentenpaket, das Union und SPD kürzlich absegneten, kritisierte der Liberale. „Ich will nicht, dass meine Mutter oder irgendeine Mutter sich um ihre Rente sorgen muss.“ Aber das Rentenpaket gefährde die Generationengerechtigkeit, da nur die Babyboomgeneration wirklich davon profitiere. Deshalb forderte Lindner mehr Selbstbestimmung bei der Rente. „Weg mit der ganzen Bürokratie, wenn es um die Einzahlung für die Rente geht.“

Franziska Kampfrath

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