Es fehlt einfach am Platz

Anette Schmid. Foto: Schubert

Anette Schmid, Diplom-Bibliothekarin und Leiterin der Isnyer Stadtbücherei, hat dem Gemeinderat jetzt einen äußerst differenzierten Bericht für das Jahr 2010 vorgelegt. Denn auch die „STABÜ“ hatte im vergangenen Jahr einige einschneidende Maßnahmen über sich ergehen lassen müssen.

Durch die allgemein angeordneten Sparmaßnahmen wurde das Medienbudget um 60 Prozent gekürzt und dringende Reparaturen zunächst einmal auf die lange Bank geschoben. Der Medienbestand verringerte sich von 22 784 zwangsläufig auf 21 925 Exemplare, da die Aussonderung beschädigter und überholter Bücher trotzdem vorgenommen werden musste. Aber es ist gelungen, die Zahl der Benutzer weitgehend zu erhalten, indem das Dienstleistungsangebot der engagierten Mitarbeiterinnen freundlich und effektiv aufrecht erhalten blieb. Bücherflohmärkte, Abendveranstaltungen für Erwachsene und Einführungen in die Stadtbücherei fand für 15 Schulklassen statt. Einen großen Raum nahmen im vergangenen Jahr die Ausstellungen ein. Vier Präsentationen konnten stattfinden: Im Februar „Venedig in Bilder und Büchern“, im März „Bildschirmfreie Woche“ in Zusammenarbeit mit der Grundschule Isny, im Mai/Juni „Kunstgeschichten“, eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, und „Ein märchenhaftes Leben“, eine Ausstellung über Hans Christian Andersen – ebenfalls eine Wanderausstellung der Fachstelle. Im März war während der Isnyer Literaturtage die Kinderbuchautorin Vanessa Walder zu Gast und zum landesweiten „Frederic Tag“ waren zwei Klassen der Grundschule Rohrdorf zu einer Lesung der Autorin Milena Baisch eingeladen. Im Rahmen des Ferienprogramms gab es eine Mitmach- Veranstaltung „Reise um die Welt“ mit Ute Friesen. Anette Schmid, Katja Grob und Bianca Hochstein sind die fest angestellten Mitarbeiterinnen der Bücherei. Hilfe bei der Regalordnung leistete mit zwei Stunden pro Woche die Schülerin Ruth Echensberger und drei Schülerinnen absolvierten ein Berufspraktikum in der Stadtbücherei. Maroder Zustand Soweit also eine friedliche Bildungslandschaft mit klarer Tendenz zum Publikumsliebling. Dann aber kam es knüppeldick: Die Stadtbücherei selbst ist entschieden zu klein und an allen Ecken marode und das schon seit vielen Jahren. Der immer wieder vorgebrachte Wunsch nach mehr Raum hat noch immer nicht Gehör gefunden. Undichte Fenster, mangelhaft Sanitäranlagen, ein Büro für drei Personen mit 12 Quadratmetern, veraltete Möbel, zu wenig Arbeitsraum für Besucher und noch immer nur Vertröstungen auf bessere Zeiten. Trotzdem: Das Team der Stadtbücherei wird weiter freundlichen Service für die Besucher bieten und mit diesem Appell an die Verantwortlichen hoffentlich etwas in Bewegung gebracht haben. Das Programm für 2011 steht ebenfalls schon weitgehend und mit einer ersten Erhöhung des Medienbudgets ist der Schritt in die richtige Richtung schon gemacht. Nicht nur die Mitarbeiterinnen sind es, die da um Änderungen nachkommen, denn viele der Besucher sind ebenfalls von der Enge nicht besonders angetan.

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