Feier in der JVA

Marianne Mayr (v.l.), Johann Duckhadt und Marianne Wagner treffen letzte Vorbereitungen für die Adventsfeier in der Kemptener JVA. Foto: Dörr-Schratt

In zehn verschiedenen Sprachen begrüßt die Deutschgruppe der Kemptener Justizvollzugsanstalt, mit ihrem Gruppenleiter Jakob Wagner die Mithäftlinge bei der jährlichen Adventsfeier. Alle Gruppen der Straffälligenhilfe Allgäu e. V. waren dazu traditionsgemäß eingeladen.

Die anderen Programmpunkte gestalteten die Häftlinge ebenfalls weitgehend selbst. Emil Wagner und Rafael Trost von der Straffälligenhilfe führten durch den Abend. Unterstützt wurden sie dabei von dem Musikertrio Bea Mleschnitzer am Piano, Claudia Rietzler, Gesang und Helmut Rietzler an der Gitarre, die mit den Gefangenen moderne Adventslieder einübten. Höhepunkt der Darbietungen war jedoch das kurze Theaterstück „Du bist wunderbar beschenkt“, nach dem Buch von Max Lucado. Die Geschichte erzählt von den Wemmicks, die alle von ihrem Schöpfer Geschenke erhalten haben. Wie sie diese nutzen können, erfahren sie allerdings erst, als sie einer Familie in Not beistehen. Offensichtlich kommt das Spiel bei den Zuschauern an, denn im Saal ist es auch bei denen ganz still, die den Text nicht verstehen. Die Bilder sprechen für sich. Spaß beim Spielen „Das Spielen hat uns Spaß gemacht“, erklärt anschließend ein Mitspieler, als er an den Tisch zurück kehrt. „Es hat uns gefallen, dass jeder eine besondere Gabe hat, die wertvoll wird, wenn man sie richtig einsetzt.“ Sein Kollege ist einfach erleichtert, dass alles gut geklappt hat. „Vor so vielen Leuten bin ich noch nie aufgetreten“, meint er. In der Feier hat alles Platz, was die Häftlinge bewegt. So trägt Gefängnisseelsorger Markus Martin einen einfühlsamen Text zum Thema Sterben bei, denn ein Gefangener hat vor kurzem einen nahen Angehörigen verloren. Eine kleine Besonderheit bieten zwei Russlanddeutsche an. Einer von ihnen hat selbst einen Text mit Melodie verfasst, in dem er empfiehlt, sich mit seinen Nöten an Gott zu wenden. Die ruhige Melodie, zur Gitarre gesungen, lässt den Saal noch einmal still werden. Dann geht es zu Plätzchen, Obst, Nüssen und Kaffee. Die Männer unterhalten sich über ihre alltäglichen Probleme und die Angehörigen daheim. Die Weihnachtskarten, die ihre Mithäftlinge gestaltet haben, dürfen sie mit nehmen. Am Ende der Feier ist der Advent dann auch hinter Gittern angekommen.

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