Feiern in der Käsküche

„Wahlkampffreie Zone“ war auf dem Schild am Eingang zur Isnyer Käsküche zu lesen, als die am vergangenen Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Trotz der strengen Regel kam eine Reihe von Kommunal- und Landespolitikern zu diesem Fest nach Isny. Zu würdigen war ein Berieb, der aus einer Jahresanlieferung von etwa 750000 Litern Milch rund 70000 Kilo Käse produziert.

Die Milch dazu kommt aus einem Umkreis von zehn Kilometern und muss nicht über hunderte von Kilometern transportiert werden. Mit einem Jahresumsatz von 850000 Euro liegen die Verantwortlichen im „grünen Bereich.“ Im Käsekeller lagern zurzeit rund 20 Tonnen und gehen ihrer Reife entgegen. Dass die 13 Mitarbeiter peinlich genau darauf achten, was ihnen da angeliefert wird, wenn die Milch in die Tanks fließt, versteht sich. Begonnen hat das Sennereifest mit einem Gottesdienst von Dekan Matthäus Karrer. „Ein katholischer Gottesdienst mit ökumenischem Gedankengut“, sei es, meinte der Dekan. Denn einmal befindet sich die Käsküche auf dem Gelände der Evangelischen Hospitalpflege und zum anderen sind viele der Landwirte, die an diesem Morgen den Weg dorthin genommen hatten, katholischen Glaubens. Der Landtagsabgeordnete Paul Locherer (CDU) sprach den Verantwortlichen seine Hochachtung aus. Dass er sich in einer Wahlkampf-Verbotszone befand, machte ihm keine besonderen Schwierigkeiten, „ich hatte sowieso nur an ein Grußwort gedacht“, versprach er. Bürgermeister Rainer Magenreuter überbrachte die Grüße der Stadt und auch SPD-Bundestagskandidatin Anne Jenter kam zu Wort, um zu gratulieren. Produkt von Schwarz-Rot Das gemeinsame Foto mit Paul Locherer vor dem Hinweisschild auf zu unterlassende politische Aktionen hat einen gewissen Symbolwert. 1999 wurde die Käsküche gebaut und eingerichtet, in der Zeit der Großen Koalition in Stuttgart. Umweltminister Schäfer und Landwirtschaftsminister Weiser waren es, die damals in einer sauberen Aktion den Weg zu vom Land finanzierten Projekten frei machten. Auch in Zukunft wird wieder Geld aus der Plenumkasse in diese Richtung kommen, denn als nächstes plant die Käsküche den Bau eines angeschlossenen Imbisses und dafür wollen sie sich nicht unbedingt „verheben.“

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