"Kirche will Menschen dienen"

Neues kirchlich-soziales Zentrum Christi Himmelfahrt eingeweiht

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Prälat Dr. Bertram Meier weihte die Räume des kirchlichsozialen Zentrums Christi Himmelfahrt ein. Neben ihm ist Dekan Dr. Bernhard Ehler zu sehen.

Kempten – „Möge das kirchlich-soziale Zentrum ein Leuchtturm sein, damit das Evangelium als Salz der Erde und Licht der Welt zur Wirkung kommt“, wünschte Prälat Dr. Bertram Meier, Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamts,

anlässlich der Einweihung des kirchlich-sozialen Zentrums Christi Himmelfahrt am vergangenen Samstag.

Neben Vertretern des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens nahmen alle am Bau Beteiligten an der Feierstunde teil. Prälat Meier segnete nach dem Gottesdienst alle Räumlichkeiten des Zentrums: den Gottesdienstraum, die Kindertagesstätte, das Demenz-Zentrum, getragen von Caritas, Diakonie, Alzheimergesellschaft, Rotem Kreuz und den Johannitern, die Jugendkirche OpenSky sowie das neue „Haus Magnus“ des Dominikus-Ringeisen-Werks. Am Nachmittag kamen zahlreiche Gäste zum „Tag der offenen Tür“.

Wenn Papst Franziskus von dem heutigen Fest wüsste, so hätte er seine helle Freude daran, bemerkte der Seelsorgeamtsleiter weiter. Denn mit dieser Eröffnung setze das Bistum Augsburg ein Zeichen: „Die Kirche will dem Menschen dienen.“ Sie wolle hier Menschen vom Rand in die Mitte holen, ganz so wie es der Papst der Kirche dringend rate, fuhr er fort. Dekan Dr. Bernhard Ehler betonte in seiner Rede: „Die Kirche muss ständig erneuert werden!“

Dieses Prinzip werde in Christi Himmelfahrt deutlich. Er sei vor sechs Jahren vom Bischof nach Kempten geschickt worden, um nach einem guten Weg für den Gebäudekomplex und nach einer Nutzung für die zwischen 1969 und 1971 nach Plänen des Architekten Robert Gerum entstandene, sanierungsbedürftige Kirche zu suchen. Gemeinsam hätten viele Menschen und Institutionen dazu beigetragen, dass dieses Gebäude erhalten und neu konzipiert werden konnte: Hier nannte der Stadtpfarrer die Kirchenverwaltung, den Bauausschuss mit Kirchenpfleger Thomas Keisinger sowie Verwaltungsleiterin Martina Laboranowitsch an der Spitze, das Architektenteam f64 und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, vor allem aber die künftigen Nutzer. Neben großer Eigenleistung der Pfarrei St. Lorenz habe es hohe Zuschüsse gegeben durch die Diözese Augsburg, die Bayerische Landesstiftung, die Regierung von Schwaben und die Stadt Kempten für den Kindertagesstättenbereich, erwähnte Ehler weiter.

Josef Doleschel blickte als Vertreter der ehemaligen Pfarrei Christi Himmelfahrt in seiner Ansprache auf die Entstehungsgeschichte zurück und zufrieden in die Zukunft. Mit der Einweihung beginne an diesem Ort ein neuer Abschnitt christlicher Gemeinschaft, der zusammen mit den Wohngemeinschaften des Dominikus-Ringeisenwerkes ein Zeugnis gelebter Gemeinschaft über Generationen hinweg abgebe. Martin Kopp beleuchtete für das Architekten-Team „f64“ die baulichen Herausforderungen des Objektes. Der offene Entwurfsansatz aus der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils sei beibehalten worden. Die Maßnahmen seien reversibel und erlaubten auch später noch weitere Veränderungen, so der Architekt. Die vom Künstler Christian Hörl gestaltete Glastrennwand zwischen Gottesdienstraum und Saal erhalte einerseits die Transparenz des Gebäudes, kennzeichne aber zugleich den besonderen Charakter des Gottesdienstraums.

Staatsminister a.D. Josef Miller überbrachte für die Bayerische Landesstiftung die besten Wünsche für das Zentrum. Mit 290.000 Euro habe die Stiftung den rund sechs Millionen Euro teuren Umbau bezuschusst, so Miller. „Das Zentrum bleibt ein Ort der christlichen Menschenliebe“, bemerkte er anerkennend. Der Direktor des Dominikus-Ringeisen-Werks, Walter Merkt, einst Pfarrer von Christi Himmelfahrt, beleuchtete in seiner Rede die Bedeutung des Begriffs „kirchlich-soziales Zentrum“. An diesem Ort träfen verschiedene Teams aufeinander, ein jeder bringe seine Stärke ein, so Merkt. Hier entstehe ein Raum für wahre Heimat und Leben, für wahren Lebensvollzug in jeder Lebenslage – egal ob mit oder ohne Behinderung, führte er aus.

Über ihr neues Zuhause freute sich auch der Koordinator des DemenzZentrums, Dr. Armin Ruf. „Wir wollen die seelische Not der von Demenz Betroffenen wahrnehmen und gerade aus dem Glauben heraus Wege aufzeigen, mit dieser Krankheit umgehen zu lernen“, kündigte er an und lud alle ein, sich selbst ein Bild davon zu machen. Die Referentin der Jugendkirche OpenSky, Maria Gobleder, stellte das Konzept der ersten Jugendkirche in der Diözese Augsburg vor und lud unter anderem zu den Jugendgottesdiensten an jedem zweiten Sonntag im Monat ein. Für die Kindertagesstätte Christi Himmelfahrt sprach deren stellvertretende Leiterin, Anita Karg, ihren Dank aus. „Wachsen auf gutem Grund“ laute das Konzept ihrer Einrichtung, das ihrer Meinung nach in den neuen Räumen verwirklicht werden könne.

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