Als die Elektrizität nach Kempten kam

Das AÜW feiert heuer sein 100jähriges Bestehen und kann auf eine bewegte Geschichte blicken - Letzter Teil

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Dampfturbine AÜW 250 kW

Ob im Privatbereich oder am Arbeitsplatz, es ist für uns Zeitgenossen eine Selbstverständlichkeit, jederzeit auf elektrische Energie zurückgreifen zu können, die „ja bekanntlich aus der Steckdose“ kommt.

Damit Strom aber fließen kann, müssen ihn E-Werke erst produzieren und dann über Leitungen dem Endverbraucher in Haushalten und Betrieben zur Verfügung stellen. Diese Aufgabe übernimmt bei uns das „Allgäuer Überlandwerk GmbH“ (AÜW), das im Januar 2020 sein einhundertjähriges Betriebsjubiläum feiern konnte. Sein Versorgungsgebiet erstreckt sich heute auf das südliche Schwaben und hier auf den größten Teil des Allgäus und bezieht über Beteiligungen die Energieversorgung im angrenzenden österreichischen Kleinwalsertal mit ein. Dadurch ist das Unternehmen, das seinen Sitz in Kempten hat, der größte regionale Stromanbieter im Allgäu. An der Spitze des Unternehmens steht heute als Geschäftsführer Michael Lucke und Oberbürgermeister Thomas Kiechle ist Verwaltungsratsvorsitzender. (Teil 1 und Teil sind erschienen am 25. April und am 3. Juni 2020) 

Städtisches Elektrizitätswerk fließt in die Allgäuer Überlandwerk GmbH 

Am 10. August 1928 fasste der Stadtrat von Kempten den Beschluss, das „Städtische Elektrizitätswerk Kempten“ in die „Allgäuer Überlandwerk GmbH“ einzubringen. Daher unterzeichnete am 11. Juni 1929 Bürgermeister Dr. Otto Merkt als Vertreter der Stadt Kempten und Direktor Karl Böhm namens der „Allgäuer Überlandwerk GmbH“ eine Urkunde, die das Städtische Elektrizitätswerk Kempten zu einer Million Reichsmark in die neue GmbH einbrachte, deren Geschäftskapital ab 1. Januar 1929 auf 1,5 Millionen Reichsmark stieg. Mit diesem Vertrag übergab die Stadt auch alle Immobilien, Maschinen und Geräte sowie alle Rechte und Verbindlichkeiten an die neue Gesellschaft. Hinzu kam das komplette ober- und unterirdische Stromnetz, aber ohne die städtischen Beleuchtungseinrichtungen und die dazugehörigen Kabelleitungen. Da die Stadt Kempten bereits am 9. August 1928 die Anteile der privaten Gesellschafter, der Spinnund Weberei Kottern und von Karl Böhm übernahm, kam es zu einer Vereinbarung auf zunächst zehn Jahre, die das Allgäuer Überlandwerk verpflichtete, die Stadt Kempten mit Strom zu beliefern. 

Gleichzeitig erhielt das AÜW das Recht, die städtischen Straßen und Plätze für seine Zwecke unentgeltlich zu benützen. Um die Stromversorgung für die Stadt Kempten auch in Zukunft sichern zu können, war es für das Allgäuer Überlandwerk nötig, Gleichrichterstationen zu errichten, die entsprechenden Stromkabel zu verstärken und bestehende Gleichstromanlagen wenigstens in Teilen auf Drehstromversorgung umzustellen. Der Umsatz des „Städtischen Elektrizitätswerkes Kempten“, das Strom an insgesamt 28.000 Menschen lieferte, lag 1929 in etwa auf dem Niveau, den das Allgäuer Überlandwerk bereits im Jahre 1924/25 mit damals 25.000 Abnehmern und seinen teils weiter entfernten Absatzmärkten erreicht hatte. 

Betrug die Strommenge des Städtischen Elektrizitätswerkes 1901, also im ersten Betriebsjahr, 156.000 kWh, wuchs sie bis 1929, dem Jahr des Zusammenschlusses auf 6.000.000 kWh, d.h. auf das knapp 40fache. Dagegen betrug der Stromabsatz des Allgäuer Überlandwerks im Jahre 1920 ungefähr 120.000 kWh und belief sich 1929 bereits auf 36.000.000 kWh., also fast das 300fache. An diesen Zahlen treten die Unterschiede deutlich hervor und belegen die Notwendigkeit des Zusammenschlusses, denn das Städtische Elektrizitätswerk hätte damals unter diesen Bedingungen keine Zukunft gehabt.

Der neue Gesellschaftsvertrag des Allgäuer Überlandwerkes
Nach dem Zusammenschluss kam es wegen der nun veränderten betrieblichen Rechtslage zu einer Neufassung des bis dahin bestehenden Gesellschaftsvertrages, der am 18. Juni 1930 zu Protokoll gebracht wurde und der einen Verwaltungsrat vorsah. Dieser setzte sich u.a. zusammen aus dem Referenten der Stadt für Elektrizitätsversorgung als Vorsitzenden und drei Vertretern des Stadtrats sowie einem Fachmann für Fragen der Elektrizität. Auch Vertreter der Stromabnehmer hatte hier einen Sitz, um dem Grundsatz des Allgäuer Überlandwerks zu entsprechen, auf Kundenwünsche besser eingehen zu können. Seit damals ist das AÜW ein kommunales Unternehmen, das es bis heute blieb. 

Schon im ersten Jahr der Zusammenlegung erweiterte der Betrieb in Au seine Dieselmotorenleistung auf insgesamt 5000 PS, um verminderte Wasserstände ausgleichen zu können. Es folgten der Bau einer Schmierölreinigungsanlage im Werk Au und einer Ölleitung, die vom Bahnhof Hegge über die Iller in die Au führte. Dafür investierte die Gesellschaft insgesamt 800.000 Mark. Hinzu kamen der Bau einer Gasöltankanlage mit einer Kapazität von 1,2 Millionen Liter, das entsprach dem Ölbedarf eines Jahres, die Erweiterung des 5000 Volt Kabels bis Heiligkreuz samt einer dazugehörigen Transformatorenstation, der Erwerb der Leitung von Ursulasried nach der Gräbelesmühle sowie deren Weiterbau zur Gfällmühle bei Dietmannsried. 

Das vereinigte Unternehmen besaß Ende 1929 insgesamt 55 Transformatorenstationen, 42,45 Kilometer Hochspannungsleitungen und 470 Kilometer Niederspannungsleitungen. Es versorgte insgesamt 99.727 Lampen und 2850 Motoren im Versorgungsgebiet mit Strom. 1929 betrug der Stromabsatz 44 Millionen kWh. Da die eigenen Wasserkraftwerke aber nur 5,5 Millionen kWh beisteuerten, nahm das AÜW die Chance wahr, die Carbidwerke Lechbruck zu erwerben, um somit in den Besitz einer eigenen Wasserkraftanlage am Lech zu kommen. Dieses Werk verfügte über eine Wasserkraft von 1500 kW und erzeugte pro Jahr ungefähr zehn Millionen kWh. Die Strommenge wurde über eine 50-kV-Leitung, von Lechbruck und Rauhenzell und ab Nesselwang über die schon früher errichteten 50-kV-Leitung Au - Reutte in das Netz des AÜW eingespeist. Zum Ausgleich von Spitzenbelastungen installierte das Werk 1933 nun an Stelle der veralteten Dampfanlage einen Dieselmotor mit einer Leistung von 3000 PS. 

Nachdem es im Jahre 1934 mit der „Lech-Elektrizitätswerke AG“ zum Abschluss eines Gebietsabgrenzungsvertrages kam, installierte man eine 50-kV-Verbindungsleitung von Memmingen nach Kempten, die nicht nur zum Austausch von Überschussenergie diente, sondern auch einen Stromverbund ermöglichen sollte. Damit die Stromversorgung der Menschen im Raume Immenstadt gesichert blieb, brachte die Stadt Immenstadt im Jahre 1934 ihr Elektrizitätswerk in das AÜW ein und wurde mit zehn Prozent am Stammkapital des AÜW beteiligt. Da es schon im Jahr 1938 zu einer spürbaren Materialverknappung kam, ließ der sich schon geplante Ausbau weiterer Wasserkraftanlagen nicht verwirklichen. Daher schloss das AÜW mit den Lech-Elektrizitätswerken 1939 einen Stromlieferungsvertrag ab und baute einen Leitungsanschluss an das LEW-Netz. Im Jahre 1938 kam es zu einem weiteren Zusammenschluss im Energiebereich. 

Das defizitäre Gaswerk der Stadt Kempten, das schon im Jahre 1860 der Augsburger Unternehmer Ludwig Anton Riedinger zusammen mit Kemptener Bürgern als „Gaswerk Kempten Aktiengesellschaft für Gasbeleuchtung“ gründete, wurde in das AÜW eingegliedert. Während der Zeit des 2. Weltkrieges erwarb das AÜW mehrere Elektrizitätswerke zum Beispiel Fischen, Görisried, Nesselwang, Roßhaupten, Sigiswang, Thalkirchdorf und Waltenhofen. Mit anderen E-Werken kamen Zusatzverträge zustande und am größten Energie-Nachbarunternehmen, der Allgäuer Kraftwerke GmbH. konnte das AÜW Geschäftsanteile erwerben. Der zweite Weltkrieg hinterließ an Gebäuden und Einrichtungen des Allgäuer Überlandwerks seine Spuren. Bombenangriffe zerstörten das Dieselkraftwerk in Immenstadt und das Umspannwerk sowie die Gleichrichterstation in der Kemptener Wiesstraße brannten nieder. 

Das Gaswerk Kempten musste wegen Kohlemangel seinen Betrieb einstellen. Kurz vor Kriegsende wurden neben den Illerbrücken auch die Gebäude des Allgäuer Überlandwerkes an der Illerstraße zur Sprengung vorbereitet. Während die östlichen Randteile der drei oberen Illerbrücken in die Luft flogen, blieben die Gebäude des AÜW und die „St. Mang-Brücke“ und der Illersteg von diesen Sprengungen verschont. 

Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg
Nach dem Krieg konnte das AÜW sein Versorgungsgebiet zwischen 1951/52 erweitern. Nun kamen zum AÜW als Gesellschafter die Stadt Lindau und die Gemeinde Schwangau hinzu, und das Überlandwerk erwarb die Geschäftsanteile der Elektrizitätswerk Riezlern GmbH im Kleinen Walsertal. Damit wurde die Gemeinde Mittelberg mit drei Prozent des Stammkapitals Gesellschafter der Allgäuer Überlandwerk GmbH beteiligt. Dank dieser Aktion erhielt das AÜW eine 15,4 prozentige Beteiligung an der Kanzelwandbahn, deren Jungfernfahrt am 2. April 1955 stattfand. Durch dieses Engagement an der Bergbahn entstanden danach weitere Kooperationen in diesem Wirtschaftssegment. 

Nach dem Bau des Kraftwerkes Horn am Lech bei Füssen wurde auch die Gemeinde Schwangau Gesellschafter. Am 1. April 1952 waren am Stammkapital von 7.000.000,00 DM folgende Gemeinden mit ihren entsprechenden Einlagen beteiligt: • Stadt Kempten 5.775.500 DM • Stadt Immenstadt 654.600 DM • Stadt Lindau 356.600 DM • Gemeinde Mittelberg (Kleinwalsertal) 210.000 DM • Gemeinde Schwangau 33.000 DM Mit diesen Beteiligungen wandelte sich ab 1955 der Stromproduzent und -versorger AÜW zur breit aufgestellten Unternehmergruppe, deren wichtigsten Entwicklungsstationen hier aufgezeigt werden. Im Jahre 1955 schied Karl Böhm als Geschäftsführer aus dem Unternehmen aus. Ihm folgten 1955 Karl Schwaiger und 1965 Anton Speiser, in dessen Zeit der Verkauf der Gasversorgung an die Erdgas Schwaben im Jahre 1977 fällt. 

Danach fielen die meisten Gebäude des traditionsreichen Gaswerks der Spitzhacke zum Opfer. Nach einer gründlichen Bodensanierung entstanden auf dem Platz neue Wohnungen und ein kleiner Erholungspark. An das ehemalige Gaswerk erinnert heute noch das Pumpenhaus. Damit der erhöhte Strombedarf besonders in Zeiten niedriger Wasserstände durch eine von der Wasserkraft unabhängige Energiequelle gedeckt werden konnte, entschloss sich die Geschäftsleitung des AÜW ein Dampfkraftwerk zu errichten. Da traf es sich gut, dass die Bayerischen Berg-, Hütten- und Salzwerke AG seinerzeit eine eigene Dampfkraftanlage installieren wollte. So kamen beide Unternehmen überein, in Peißenberg ein gemeinschaftlich betriebenes Dampfkraftwerk zu errichten. Im Jahre 1958 stellte das AÜW im Gemeinschaftskraftwerk Peißenberg eine Zehn-Megawatt-Dampfturbine auf. 

Dort endet auch der Kohleabbau im Jahre 1970, da die Ausbeute der dort gewonnenen Pechkohle stark zurückging. Die bisher dezentral gelegenen Lagerstätten und Werkstätten des AÜW wurden 1959 in einem großen Zentrallager am Ostbahnhof in Kempten zusammengefasst und 1984 durch einen Garagenanbau und ein Werkstattgebäude erweitert. Durch den Kauf des Elektrizitätswerkes Wertach, einschließlich des Kraftwerks Jungholz und des Kraftwerks Haslach am Grüntensee im Jahre 1970, wuchs das AÜW Netzgebiet um circa 93 Quadratkilometer. Zum Abdecken der Lastspitzen ging 1978 in Veits, Gemeinde Waltenhofen, ein Dieselspitzenkraftwerk mit 18 Megawatt ans Netz. Im gleichen Jahr erfolgte an der Illerstraße die Demontage des 1933 eingebauten Dieselmotors, mit dem das Überlandwerk auch in wasserarmen Zeiten den nötigen Strom erzeugte. 

Damit verlor auch der hohe Schornstein am Kraftwerksgebäude seine Funktion und konnte abgerissen werden. 1987 hielt die Digitalisierung Einzug in die Netzleitstelle. Dank der neuen Technik ließen sich Schaltzustände im Stromversorgungsnetz überwachen und kontrollieren. In Veits wurde 1988 durch die Einrüstung einer 21 Megawatt-Gasturbine das bestehende Spitzenkraftwerk in seiner Kapazität erweitert. Zeitgleich begann das AÜW, das Hochspannungsnetz von 50 kV auf 110 kV aufzurüsten. Auf einer Freifläche im Allgäu ging 1992 die erste Photovoltaik-Versuchsanlage mit einer Leistung von 7,5 kW in Betrieb. 2001 gründete das AÜW zusammen mit fünf Allgäuer Stromversorgern die Vertriebskooperation „Allgäu Strom“. Schon 2005 erfolgte wegen der notwendigen Trennung von Netz, Erzeugung und Vertrieb die Einrichtung der Allgäu-Netz GmbH & Co. KG, in der fünf Energieversorgungsunternehmen des Allgäus gemeinsam die Nutzung ihrer Stromnetze anbieten. 

2010 ging das neu erbaute Wasserkraftwerk in der Kemptener Keselstraße in Betrieb. Es ersetzte ein altes Illerwasserkraftwerk aus den 1950er Jahren, das vom AÜW bereits im Jahre 1998 von der Spinn- und Weberei Kempten erworben wurde. Beim Bau legte das AÜW Wert darauf, dass sich das neue Kraftwerk gut in die benachbarten denkmalgeschützten Anlagen der ehemaligen Spinnerei und Weberei Kempten und in den Ökoraum der Iller einfügt. Deshalb wurde eine 76 Meter lange Fischaufstiegsanlage eingebaut, die einen Höhenunterschied von 5,10 Meter überwindet. 2011 erhielt das Gebäude, das einem vom Illerwasser geschliffenen Flussstein ähneln soll, den deutschen Architekturpreis. Das gegenüberliegende Kraftwerk Füssener Straße ließ das AÜW ebenfalls zu einem Restwasserkraftwerk umbauen, wobei auch hier das denkmalgeschützte Gebäude erhalten blieb. Im Juni 2013 kam es wegen eines Kurzschlusses zu einem Brand im Umspannwerk Blatternhaus im Kemptener Augartenweg, bei dem das Erdgeschoß komplett ausbrannte. 

Da die 110-kV-Anlage im Obergeschoss nicht davon betroffen war, ging das Umspannwerk nach einer Reparaturdauer von drei Monaten wieder in Betrieb. Nachdem 2015 das AÜW das Kraftwerk in der Illerstraße in Kempten modernisieren ließ, begann im Jahre 2015 der Neubau eines Restwasserkraftwerks an der Kaufbeurer Straße und zwar an der Stelle, wo einst die Papierfabrik Schachenmayr ihren Firmensitz hatte. Neben dem das Kraftwerk 2016 in Betrieb genommen wurde, e nt s t and e n zwei Terrassen und eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Altstadt und das Illerwehr, einschließlich eines kleinen „Strandcafés“ und einem Uferweg. In Kooperation mit den Bayerischen Landeskraftwerken entstand 2016 in Au ein Gemeinschaftskraftwerk. Es ist das erste Laufwasserkraftwerk mit VLH-Turbine, damit soll erprobt werden, ob sich ihr Einsatz in einem Gebirgsfluss bewährt. 

Dabei steht „VLH“ für „Very Low Head“ und ist eine Turbine, die für Fließgewässer geeignet ist, die sehr kleine Fallhöhen vorweisen. Zusätzlich kam dort ein steuerbares Schlauchwehr hinzu, also ein kostengünstiger elastischer Wehrverschluss zur Abfluss- und Stauregelung. Das neue Kraftwerk befindet sich an der gleichen Stelle wie das einstige Böhmsche Kraftwerk. Im gleichen Jahr wurde das Kundencenter des AÜW von der Illerstraße an den Rathausplatz verlegt. 2019 erfolgte die Einweihung der umgebauten und modernisierten Netzleitstelle. Mit der Einführung aktueller Netzleittechnik lässt sich sowohl eine intelligenten Netzführung realisieren aber auch die nötige Informationssicherheit verbessern. Zur Ausfallsicherung dient erstmals eine Ersatznetzleitstelle, die sich im Zentrallager am Schumacherring befindet. Zur Frequenzstabilisierung im Verbundstromnetz wurde im gleichen Jahr ein Hybridkraftwerk in Betrieb genommen. 

Es besteht aus dem schon vorhandenen Spitzenkraftwerk mit Gasturbine und um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, kam der bis dahin größten Batteriespeicher in Deutschland hinzu. Wie man aus der Presse entnehmen konnte, hält heute hat das AÜW 36 Beteiligungen und ist in drei sogenannte Plattformgesellschaften tätig. So hält z.B. das AÜW zusammen mit seinen Tochterunternehmen der Energieversorgung Kleinwalsertal 51 Prozent der Kleinwalsertaler Bergbahn AG. Diese Gesellschaft besitzt wiederum 100 Prozent der Fellhornbahn, 50 Prozent der Skigesellschaft am Ifen, Heuberg und Walmendingerhorn und rund 25 Prozent der Nebelhornbahn. Die Folge ist, dass heute nur ungefähr 20 Prozent des Gewinns des AÜW aus dem Verkauf von Strom an die Endverbraucher stammt. Das AÜW, das rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, führt seit Jahren aus dem Geschäftsergebnis rund zwölf Millionen Euro an die verschiedenen Kommunen ab, wovon die Stadt Kempten knapp zehn Millionen Euro erhält. 

Allgäuer Elektrohaus Kempten
Der heutige Spezialist für Energie- und Gebäudetechnik und für das Elektrohandwerk entstand schon 1948. Nach der Währungsreform gliederte das AÜW seine damalige elektrotechnische Abteilung aus dem Unternehmen aus. In der Fischerstraße entstand unter namhafter Beteiligung des Mutterunternehmens im Jahr 1949 die „Allgäuer Elektrohaus GmbH“. Seit dieser Zeit übernahm das Haus Elektroinstallationen verschiedener Art und den Verkauf verschiedener elektrischer Geräte. Heute liegt der Schwerpunkt neben Elektroinstallationen in der Netzwerk- und Datentechnik sowie in der Energie- und Gebäudetechnik im Raum Allgäu. 

Mitarbeiterwohnungen
Auf ein gutes Verhältnis zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeiterschaft legte man im Werk immer schon großen Wert. Deshalb kümmerte sich die Werksleitung auch darum, dass ihre Mitarbeiter entsprechend der Zeit vernünftigen Wohnraum erhalten. Durch großzügige finanzielle Zuwendungen seitens des AÜW entstanden viele Wohnprojekte für Mitarbeiter. So zum Beispiel am Augartenweg und am heutigen Ostbahnhof. Noch heute erinnern die Karl-Böhm-Straße und eine Gedenktafel im Osten der Stadt an 18 Eigenheime von Werksangehörigen.

Dr. Willi Vachenauer

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