Ferber spricht zum Jubiläum

Vom Ehrenamt profitieren sowohl Altusried als auch die französische Partnergemeinde Lusignan. Die Zahl der geleisteten Stunden wurden auf Schautafeln dargestellt. Der Europaabgeordnete Markus Ferber ließ sie sich bei seinem Besuch zum 35-jährigen Jubiläum der Partnerschaft von Mechthild Kurtz erläutern. Foto: Würzner

Seit 35 Jahren wächst und gedeiht die Partnerschaft zwischen Altusried und Lusignan. Das Zusammentreffen mit den Mélusins aus dem Departement Vienne stand heuer unter dem Motto „Ehrenamt“. Die Arbeit einer Auszubildenden im zweiten Lehrjahr bei der Firma Kösel, Krugzell, zu diesem Thema war auf der Bühne im „Rössle-Saal“ zu bewundern. Nach dem Einsatzgebiet der fleißigen Helfer für Gottes Lohn aufgegliedert, war hier nachzulesen und mit Bildern dokumentiert, wie viele Stunden Arbeit Dinge ermöglichen, die sich die Gemeinde sonst nicht leisten könnte. Für Brauchtum, Erziehung und Bildung, kirchlicher und sozialer Bereich, Musik, Natur, Sicherheit und Gesundheit, Sport und Theater wurden insgesamt 304 333 Stunden im Jahr gezählt. Auf der anderen Seite war die Tafel von Lusignan zu sehen, auf der im Prinzip die gleichen Einsatzbereiche aufgelistet waren, jedoch ohne Stundenangaben.

Das Ehrenamt ist auch in der 3000-Seelen-Gemeinde am Ufer der Vonne nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. 2011 ist das Jahr des Ehrenamts in allen 27 EU-Staaten, und der Politiker aus der Region, der Mechthild Kurtz, Vorsitzende des Partnerschaftskommitees, als Gastredner zu diesem Thema kompetent erschien, war Markus Ferber (CSU), Mitglied des Europäischen Parlaments. Die Einladung nach Altusried habe er gerne angenommen, begann er seinen Redebeitrag, schließlich sei sie mit einem Besuch der „Drei Musketiere“ verbunden. Die Bedeutung des Ehrenamtes, speziell in Verbindung mit Städtepartnerschaften, beweist die Förderung aus EU-Mitteln. Das Geld sei laut Ferber gut angelegt, Verständnis für Kultur, soziale und wirtschaftliche Gegebenheiten der europäische Nachbarn würden so entwickelt. Vorurteile abzubauen und neue Möglichkeiten einer Partnerschaft auszuloten wird, wie bei einem solchen Treffen eindrucksvoll demonstriert, bereits seit Jahrzehnten praktiziert. Stresstest Die Jugend zu Apologeten von Europa ohne Grenzen zu erziehen, den Horizont in weite Ferne zu verlegen, ist das Gebot der Stunde. Die Politik könne nur den Anstoß dazu geben, der Kontakt von Mensch zu Mensch das deutlich tragfähigere Fundament. Dessen Belastbarkeit werde durch die Situation Griechenlands und der anderen Wackelkandidaten einem echten Stresstest unterzogen, führte der Europaparlamentarier aus. Er erläuterte die durch die Medien bekannten Maßnahmen zur Abwehr eines Kollapses der Eurostabilität und bezeichnete sie als richtig und angemessen. „Bei allen Zahlen, die im Raum stehen, sollten wir darauf achten, dass wir nicht in eine Transfersituation schlittern“, bilanzierte er, „der schmale Grat zwischen Regulierungswut kontra freies Unternehmertum, vor allem der Banken, muss umsichtig beschritten werden.“ Die Ausführungen Ferbers wurden von Alain Berger, dem Delegationsleiter der Besucher aus Lusignan, simultan übersetzt, den Text hatte Mechthild Kurtz ins französische, der zweiten Muttersprache der gebürtigen Saarländerin, übertragen.

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