Fernab der Hektik

Nicht nur das Motiv, sondern auch Farbe und Technik faszinieren Maria Farkas, Inhaberin und Kuratorin des Kemptener Kunstkabinetts, bei dem Bild „Blau“ der Malerin Magdalena Pisarek-Willems. Foto: Tröger

Rund 70 Zeichnungen, Malereien, Radierungen, Lithographien, Fotografien, Drucke und Objekte quer durch Techniken und Jahrhunderte repräsentieren das Thema „Ruhe – Tranquilitá“ der aktuellen Ausstellung im Kemptener Kunstkabinett. Gut 20 der Werke sind der Sammlung Dr. Wilhelm Maul entnommen. Darunter die allein schon durch ihre Ästhetik Ruhe ausstrahlenden Farbdrucke „Beschäftigung der Frauen“ und „Teekanne“ der japanischen Künstler Haronobu und Hokusai.

Zur fernöstlichen Ruhe tragen auch vier Buddha-Variationen bei. Darunter ein mächtiger Buddha-Kopf aus rötlich grauem Sandstein, angefertigt im 14. Jahrhundert in Siam. Ebenso ein bronzener „Wasserbüffel mit reitendem Flötenspieler“ aus China. Aus der hauseigenen Sammlung ist auch Paul Cezanne mit der Radierung „Portrait Guillaumin“ vertreten. Den Großteil der Ausstellung bestreiten allerdings Künstler der Gegenwart. So vielgestaltig die Auslöser für das Empfinden von „Ruhe“ im menschlichen Dasein sind, so vielfältig findet die Ruhe ihren Ausdruck in den Motiven und Techniken der einzelnen Künstler. Vielfältige Ansätze Zur Ruhe kommen um „zu sich zu finden“, könne gleichermaßen durch eine schöne Landschaft, durch eine Blume, Musik oder Geborgenheit bei Freunden entstehen, wie durch Bewegung, erklärte Maria Farkas, Inhaberin und Kuratorin des Kunstkabinetts, die bewusst gewählte Motivvielfalt. Eines ihrer Lieblingsbilder in der Ausstellung: Die Berglandschaft „Blau“ von Magdalena Willems-Pisarek, bei der sie unter anderem „diese spezielle Wirkung“ durch die Verbindung von Öl- und Wachsfarbe fasziniert. Bei Wolfgang Steinmeyer macht sich eine Schnecke in Tusche und Aquarell munter über einem gestempelten Spruchband „Ruhe bewahren“ auf den Weg. Seiner Kaltnadel-Radierung „Rinderruhe“ hat Roland Breitinger ein augenzwinkerndes „Rindes Ruherülps“ beigefügt. „Ein gutes Gewissen...“ hat Barbara Grieshammer ihre Installation getauft: Auf einem mit weißem Überzug versehenen Kopfkissen thronen den Hälften von Rieseneierschalen gleichende Gefäße, in denen Begriffe zu lesen sind wie „Gutes Gewissen“, „sanft“, „Wissen“, „Ruhekissen“. Wie immer ist auch die trentiner Künstlergruppe „La Cerchia“ in eigenem Raum mit zusätzlich 14 Werken zum Thema vertreten. Zu sehen sind die künstlerischen Arbeiten zum Thema „Ruhe – Tranquilitá“ noch bis zum 21. November im Kemptener Kunstkabinett in der Salzstraße 12. Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags, freitags und samstags von 16 bis 18 Uhr sowie an Sonntagen von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 0831/28 381.

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