"Fertig, das war`s"

Mit viel Aufwand hatte die Bundesregierung seinerzeit das Bildungspaket beworben. Zumindest in Kempten mit Erfolg, wie vergangene Woche bekannt wurde. Foto: Archiv

Während das Bildungspaket zum Beispiel im Landkreis Oberallgäu anfänglich nur zögerlich auf Resonanz stieß, ist es in Kempten offenbar voll eingeschlagen. „Wir sind von Anträgen überrollt worden“, berichtete Sozialamtsleiterin Maria Ruppolt am Donnerstagabend im Sozialausschuss. So überrollt, dass bis heute noch nicht alle Anträge bearbeitet werden konnten. „Ich gehe davon aus“, erläuterte die Amtsleiterin den anwesenden Stadträten, „dass wir bis Ende des Jahres alle Rückstände aufgearbeitet haben.“

Rückwirkend zum 1. Januar haben seit März diesen Jahres haben Kinder aus sozial schwachen Familien (z.B. Hartz-IV-Bezieher) Anspruch auf die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaket (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Kommunen ist das Projekt in Kempten offenbar gut angenommen worden: Bislang liegen dem zuständigen Sozialamt nach Angaben Ruppolts etwa 2400 Anträge vor – bei insgesamt etwa 2300 Teilhabeberechtigten (0-23 Jahre). „Das war in Kempten gut vorbereitet und beworben und läuft in Kempten besser als in manch anderer Kommune“, frohlockte Bürgermeister Josef Mayr (CSU). Mehr Arbeitsaufwand Für das Sozialamt hat das allerdings deutlich mehr Arbeit zur Folge: Zehn bis 15 Prozent der Anträge müssten noch bearbeitet werden – trotz zusätzlichen Personals im Amt, wie Ruppolt auf Nachfrage von Stadtrat Johann Lederle (CSU) berichtete. Die Gesamtkosten für die Stadt Kempten belaufen sich auf rund 680 000 Euro, wovon allein die Sachkosten 530 000 Euro ausmachen. Allerdings gibt es dafür in den Bereichen Wohnkosten und Grundsicherung höhere Zuschüsse vom Bund, die die zusätzlichen Ausgaben decken. Verbesserungsbedarf gibt es jedoch in Sachen Bürokratie: Zwar sei es der Kemptener Verwaltung laut Bürgermeister Mayr gelungen, „dass Ganze bürokratisch weniger abschreckend zu gestalten.“ Und Maria Ruppolt ergänzte: „Wir versuchen es, so unbürokratisch wie möglich zu machen – ein Antrag, ein Merkblatt, fertig, das war`s.“ Doch sei der Gesamtkomplex „höchst bürokratisch“, wie es Benedikt Mayer, Leiter des Sozialreferats, formulierte. In der Pflicht stehe nun der Bund, hier Abhilfe zu schaffen. Nichts desto trotz sei mit dem Paket insgesamt sowohl aus finanzieller als auch aus sozialer Sicht der richtige Schritt gemacht worden. „Ein erfolgreicher Weg“, betonte Mayer am Freitag gegenüber dem KREISBOTEN.

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