Festival der Sinne

Spazierengehen in Bildern, den Bach als Teil der Kunst verstehen und am Abend in unterschiedlichen Farben leuchten sehen; Kindern beim Heuhupfen zuschauen, sich als Erwachsener mit den Kindern im Bogenschießen messen, sich freuen über Begegnungen und gute Gespräche – eingerahmt von Musik-Art und Theatergruppe; Genuss von leckeren Spezialitäten von der „Kuhlen Bar“ über Espresso-Ecke und Weinstand – das alles und noch viel mehr ist „Kunst am Bach“ in Betzigau.

Am vergangenen Wochenende hieß es wieder „Eintreten, Eintauchen, Erleben“. Und das taten zu diesem dritten Festival der Sinne in einer wunderbar aufgelockerten Atmosphäre wieder einige tausend kleine und große Besucher aus nah und fern – bei wahrlichem Kaiserwetter, wie Schirmherr und Landrat Gebhard Kaiser (CSU) es schmunzelnd versprochen hatte. „Kunst macht sichtbar, lehrt uns zu sehen, fordert uns“, hatte Bürgermeister Roland Helfrich bei der Eröffnung des Festivals der Sinne am Samstagnachmittag gemeint. Er meinte, „Kunst am Bach“ beflügele das Kulturdorf Betzigau in besonderem Maße: „Der ganze Ort macht mit, hat das Festival unterstützt.“ Landrat Kaiser gratulierte zu der gelungenen Idee. „Tradition, Brauchtum, Kultur machen die Vielfalt des Allgäus aus. Betzigau geht neue Wege für die Kultur im Allgäu. Vielleicht, so der Landrat, könnten die Besucher in der Traumwelt der Künste an diesem Wochenende sogar die Nöte des Alltags vergessen. In der Tat gab es beim Festival der Sinne ein sehr reichhaltiges Rahmenprogramm, viele Gespräche und Begegnungen mit den Künstlern, sodass die Sinne tatsächlich auf das aktuelle Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen ausgerichtet waren. Männerchor singt im Bach Selbst bei der Wahl des Kunstpreises waren die Besucher eingebunden. Torill Eberspacher als Künstlerin meinte: „Die nachhaltige Wirkung dieses tollen Festes ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ Franz Probst regte mit seinem Wohnzimmer im Bach zum Schmunzeln an. Daphne Kerber schuf für das Festival der Sinne eine poetische Installation mit viel kreativen Gedankenraum zur Vergänglichkeit. Markus Elhardt lockte mit seiner Vogelbrücke, einer Art Mikado über dem Bach. Der Betzigauer Männerchor stieg – teilweise Barfuß oder auch mit Gummistiefeln – zu seinem 100-jährigen Jubiläum in den Bach zum Singen. Lichtinstallationen am Abend und ein Ballonglühen gaben eine romantische Note. Nur zu gern verweilten viele am Samstag bis Mitternacht. Das Fazit: Ein Fest für das Dorf und seine Besucher mit viel Engagement der Beteiligten. Eine Neuauflage in zwei oder drei Jahren wäre wünschenswert.

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