Festlich auf der Städtereise

Städteorchester Württembergisches Allgäu übertrifft in Isny die Erwartungen

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Nach dem Doppelkonzert von Max Bruch. Vorne neben dem Dirigenten Sandra Schmid an der Klarinette und Karoline Pilz-Kurzermann an der Viola.

Isny – Zweimal im Jahr gibt das Städteorchester Württembergisches Allgäu in Leutkirch, Isny und Wangen ein Sinfoniekonzert, bei dem die Musiker zeigen, was ihnen in der großen Besetzung möglich ist. In diesem Herbst hatte sich der Programmausschuss für drei Werke entschieden.

Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu „Egmont“, das Doppelkonzert für Klarinette, Viola und Orchester op. 88 von Max Bruch und die Symphonie Nr. 4 e-moll op. 98 von Johannes Brahms.

Unter der Leitung von Jürgen Natter war es wieder ein festlicher Auftritt. Wenn die Musiker auf die Bühne kommen, ihren ersten Applaus entgegennehmen und in altvertrauter Form ihren Dirigenten begrüßen, tritt Stille ein. Die Zuhörer sind fast genau so konzentriert wie die Musiker und mit den ersten Tönen tauchen die Zuhörer in die Welt der Musik. Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu „Egmont“, einem Auftragswerk zur Inszenierung im Juni 1810 in ­Wien, ist in ihrer Kompaktheit und relativen Kürze und der gewaltigen Intensität der musikalischen Umsetzung von Goethes Drama schon für sich ein Grund, das Konzert zu besuchen.

Nach einem kurzen Atemholen wurden zu Max Bruchs Doppelkonzert für Klarinette, Viola und Orchester die beiden Solistinnen Karoline Pilz-Kurzermann und Sandra Schmid auf der Bühne begrüßt. In den unterschiedlichsten Kammermusik-Formationen und großen Orchestern kann man ihnen begegnen und beide verbindet so mancher gemeinsame Auftritt in ihrer Musiker-Karriere. Das Werk von Max Bruch haben sie schon 2014 zusammen gespielt und diese Perfektion auch auf diesen Abend übertragen. Andante con moto, Allegro moderato und Allegro molto verschmolzen zu einer wunderbaren Interpretation, die allerdings auch dem Orchester und ihrem Dirigenten die Höchstform an Einfühlungsvermögen abverlangte. Doch, da kann man die Solistinnen schon in den Arm nehmen. Die Blumen waren Teil des Ganzen.

Die Pause war dringend notwendig. Immerhin ist die Symphonie Nr. 4 e-moll op. 9 von Johannes Brahms fast noch eine Steigerung des Musikempfindens an diesem Abend. Allegro non troppo, Andante moderato, Allegro giocoso und als Abschluss das Allegro energico e passionato beendeten das furiose Konzert. Alle drei Komponisten haben es nach Finden der jeweiligen Leitmelodie meisterlich verstanden, Orchesterwerke daraus aufzubauen und somit dazu beigetragen, die Musiker mit imposant-betörendem Notenmaterial zu versorgen. Dass da aus dem neunzehnten Jahrhundert bis in unsere Zeit nichts von ihrer Brillanz eingebüßt wurde, ist einfach der Inbegriff altersloser Genialität.

Manfred Schubert

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