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Fit für die digitale Zukunft - Kempten hat für ältere Bürgerinnen und Bürger einiges zu bieten

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Von: Christine Tröger

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Mehr Schulungsangebote sollen Kemptener Senioren und Seniorinnen fit für die digitale Welt machen. Altstadthaus
Mehr Schulungsangebote sollen Kemptener Senioren und Seniorinnen fit für die digitale Welt machen. © Symbolfoto: Panthermedia/Wavebreakmedia(YAYMicro)

Kempten – Von einem ganzen Füllhorn an Aktivitäten konnte Cordula Amann, Seniorenberatung der Stadt Kempten, in der Sitzung des Seniorenpolitischen Beirats vergangene Woche berichten.

Ein weiterer Schritt ist demnach bei der Pflegebedarfsplanung getan. Von den 2.500 an Bürgerinnen und Bürger verschickten Fragebögen dazu seien von den zurückgekommenen 1.045 auswertbar gewesen. Einen ebenfalls „sehr guten Rücklauf“ verzeichnete Amann bei den Fragebögen, die an Einrichtungen gegangen waren. In den kommenden Monaten sollen diese zusammen mit der Hochschule Kempten ausgewertet werden, die damit eine qualitative Forschung verbinde.

Wie ein roter Faden zog sich ein Thema durch die Tagesordnungspunkte: U.a. coronabedingt konnten viele der Angebote für Seniorinnen und Senioren nicht ausreichend beworben werden.

Abhilfe schafft da zumindest partiell die ab Ende März/Anfang April verfügbare Website des Beratungszentrums für Pflege und Demenz, die „keine Satellitenseite“ werde, sondern auf der Website der Stadt Kempten zu finden sei. Dort seien zahlreiche Informationen von Anlaufstellen bis zu Veranstaltungen gebündelt abrufbar.

Mit Themen wie u.a. „Trickbetrug an Senioren“ oder „Trickdiebstahl – Handtaschenraub“ greift eine Vortragsreihe im Altstadthaus über den Sommer Themen auf, die immer wieder für Schlagzeilen sorgen.

Im Mai steht die Aktionswoche „Zuhause daheim“ auf dem Programm. Neben themenrelevanten Vorträgen soll es eine spezielle Power-Point-Präsentation geben, in der Kemptenerinnen und Kemptener Beispiele ihrer Wohnraumanpassung zeigen. Zu den Möglichkeiten für eine Wohnraumanpassung soll es laut Amann künftig auch ein mobiles Beratungsangebot geben, „mit dem man richtig in die Quartiere reingeht“. Auch ein Fachtag Demenz ist in diesem Jahr wieder geplant. Er soll am 20. Juni stattfinden.

»Digital aktiv!«

Nicht nur die Lockdown-Zeiten haben den Bedarf deutlich sichtbar gemacht: Digitalisierung macht auch vor dem Alltag der älteren Generation nicht halt. So haben sich Markus Klotz, Leiter Altstadthaus, und Cordula Amann Gedanken zur Teilhabe im Alter durch Digitalisierung gemacht. Herausgekommen ist ein Fünf-Säulen-Programm, das sich bei den Adressatinnen und Adressaten bereits regen Zuspruchs erfreut.

Mit der ersten Säule, der analogen Wissensvermittlung, sollen Leute angesprochen werden, die sich digital gern weiterbilden möchten. Gedruckte und sich ständig verändernde Einlagen in der Mitte des Altstadthaus-Veranstaltungsprogramms sollen den Zugang erleichtern.

Als zweite Säule werden digitale Grundkurse angeboten, die mit maximal neun Teilnehmern pro Kurs eine intensive Betreuung garantieren sollen, so dass „niemand während des Kurses abgehängt wird“. Die Säule gliedert sich in zwei Schwierigkeitsstufen, die erste befasst sich mit dem Internet und ist laut Klotz „der beliebteste Kurs“. In Stufe zwei dreht sich alles um die Sicherheit im Internet und in der Kommunikation, respektive Email.

Die dritte Säule besteht aus den Angeboten Internet-Café sowie Tablet- und PC-Verleih, die im Altstadthaus „ganztägig zur Verfügung stehen“. Dort kann auch das WLAN kostenfrei genutzt werden. Wie Klotz erklärte, soll der PC-Verleih in absehbarer Zeit ausgeweitet werden, so dass die Tablets in Zukunft auch mit nach Hause genommen werden können, um das Erlernte zu üben.

Die vierte Säule basiert auf Kooperationen mit externen Partnern. So konnte laut Klotz bereits ein dreiteiliges Smartphone-Training in der Wirtschaftsschule in der Wiesstraße zusammen mit Schülerinnen und Schülern angeboten werden; der vierteilige digitale Grundkurs „Digital FIT“ der vhs sowie „Silver Science“ der Hochschule Kempten, in dem ältere Menschen als Co-Forschende für Ältere im Alltag agieren.

Kommt in die Stadtquartiere: Die digitale Sprechstunde

Die fünfte Säule schließlich besteht aus dem Angebot einer digitalen Sprechstunde. „Die meisten kommen mit dem Smartphone“, wusste Klotz. Aber auch bei Fernsehgeräten habe Reiner Guggemos, der sich ehrenamtlich um die digitalen Sorgen und Nöte der Hilfesuchenden kümmert, schon helfen können und er komme schon auch mal zu den Leuten nach Hause, um das WLAN zu installieren.

Damit die Wege zur digitalen Sprechstunde kurz sind, wird diese auch in den Quartieren der Stadt angeboten.

Auch wenn die Resonanz auf die Digital-Angebote allein durch Mundpropaganda laut Klotz weit mehr Anmeldungen als Plätze beschert hätten, soll die Werbung dafür ausgebaut werden. Allerdings „haben wir gesagt, wir bedienen erst die Leute auf der Warteliste“. Und keine Kompromisse wolle man bei der Prämisse „Qualität vor Quantität“ machen, weshalb die Zahl der Teilnehmer pro Kurs auch nicht erhöht werden soll.

Mit einem Englisch-Kurs in Hybridform hat das Altstadthaus das digitale Angebot schon weiter verankert. „Es sind komplett neue Projekte in Planung“, machte Klotz neugierig.

Auf eine Alltags-Hürde wies Stadtrat Michael Hofer (UB-ÖDP) hin: In manchen Arztpraxen verweise der Anrufbeantworter auf die Website der Praxis. Deshalb regte er an, Ärzte darauf aufmerksam zu machen, dass „nicht jeder digital unterwegs ist“.

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