Flagge zeigen!

Kemptens Stadträtinnen zeigen Einigkeit, wenn es um Gewalt gegen Frauen geht

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Auf dem Foto zeigen sich schon mal Kemptens Stadträtinnen (v.li.) Ingrid Vornberger, Ilknur Altan, Regina Liebhaber, Susanne Vanoni, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kempten Katharina Simon, Katharina Schrader, Silvia Rupp, Erna-Kathrein Groll und Sibylle Knott solidarisch.

Kempten –Zumindest wenn es um das „Nein zu Gewalt an Frauen“ geht, sind sich wenigstens die Stadträtinnen aller Fraktionen einig.

Die Fahnen mit der Aufschrift „Frei leben ohne Gewalt“ wehen vor dem Rathaus, dem Verwaltungsgebäude, dem Kornhaus und vor der St.-Mang-Kirche. Sie mahnen und klagen an, fordern auf, zu handeln und nicht wegzuschauen, wenn Frauen misshandelt werden.  Vielleicht versammeln sich im kommenden Jahr dann sämtliche Stadträte um die Fahne, um sich auf diese Weise solidarisch zu zeigen. 

So voll, laut und lebhaft war das Café Arte im Kornhaus wohl selten. Katharina Simon, die Gleichstellungsbeauftragte hatte zum zwanglosen Gespräch mit den Stadträtinnen eingeladen – acht von zehn waren gekommen – und etwa 60 Frauen, davon eine Handvoll junger, suchten den persönlichen Kontakt mit ihnen.

Die Stadträtinnen stellten sich kurz vor und setzten sich zu den kleinen Gruppen an den Tischen, wo sie fast überschüttet wurden mit Bitten, Anregungen, Klagen und Forderungen. Nach einer Stunde war die Pinnwand mit Merkzetteln gespickt. Natürlich kamen viele übergeordnete Themen zur Sprache, wie der Wunsch nach besseren ÖPNV-Angeboten, bezahlbarem Wohnraum, mehr Umweltschutz, mehr Radwegen in der Stadt. Aber auch heiße Eisen wurden angefasst. Davon eine Auswahl: „Bloß kein Neubau der Stadtbibliothek auf der Zumsteinwiese“, „Das Beginenhaus endlich voranbringen!“, „Infos über Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs am Kemptener Klinikum“, „E-Bike-Ladestationen“, „Kempten soll plastikfrei werden“, „Bitte ein Seniorentelefon einrichten“, „Wir brauchen eine kommunale Meldestelle für rassistische, sexistische und antisemitische Vorfälle“, „Die Toilettensituation an der Schule auf dem Lindenberg ist nach wie vor beschämend schlecht.“

Lebhafter "Kaffeeklatsch"

Es fehlt demnach nicht an lokalpolitisch interessierten Kemptenerinnen, auch wenn viele mit dem aktiven politischen Geschäft noch fremdeln und sich mit den verwaltungs- und finanztechnischen Zusammenhängen nicht so recht auskennen. Als besonderer Service der Gleichstellungsstelle lagen Listen mit Fotos, Namen und E-Mail-Adressen sämtlicher zehn Stadträtinnen aus. Die eine oder andere wird nun wohl die eine oder andere Post bekommen …

Vielleicht hat dieses niedrigschwellige Angebot gezeigt, wie Frauen Politik machen können? „Danke! Wiederholung erwünscht!“, war nach zwei Stunden der Konsens.

Elisabeth Brock

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