Bei verdächtiger Wahrnehmung: 110 wählen!

Sonderkommission der Polizei ermuntert Bürger, die Polizei zu verständigen

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Mit Unterstützung des Maskottchens Lexi traten die Polizeibeamten, darunter Christoph Linzer (3.v.l.) und Markus Asbach, freundlich mit den Altusrieder Bürgern in Kontakt. Der zweijährigen Franca (li.) und dem gleichaltrigen Samuel (re.) war der freundliche Löwe allerdings nicht ganz geheuer.

Altusried – Am Montag wunderten sich viele Altusrieder und Dietmannsrieder Bürger über ein größeres Polizeiaufgebot in ihren Gemeinden. Der Grund war allerdings kein Verbrechen, sondern dessen Verhinderung.

Mitglieder der Soko Wohnungseinbrüche des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West sowie der Bereitschaftspolizei hatten im Rahmen einer Aufklärungskampagne das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht und Flyer verteilt. Ziel der Aktion ist es, die Bürger dazu zu ermutigen, bei einer verdächtigen Wahrnehmung sofort die 110 anzurufen.

Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen hat das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West eine „Soko Wohnungseinbrüche“ gegründet. „Um Einbrüche – und auch andere Straftaten – aufklären zu können, brauchen wir als Polizei aber die Mithilfe der Bürger“, betont Daniela Hussender. Die Oberkommissarin ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Aktion zuständig. „Es kommt immer wieder vor, dass Menschen etwas Verdächtiges beobachten – sei es eine unbekannte Person im Garten des Nachbarhauses, ein auffälliges Fahrzeug, das langsam durch die Straße fährt oder Ähnliches. Hier kann es bereits hilfreich sein, die verdächtige Person anzusprechen und beispielsweise zu fragen, was sie da tue. Auf keinen Fall soll man den Helden spielen und sich durch direkte Konfrontation in Gefahr begeben“, betont Daniela Husseneder. „Auf jeden Fall der richtige Weg ist es, in solch einem Fall sofort die 110 anzurufen.“

Aus ihrer Erfahrung weiß sie: „Viele Menschen trauen sich das nicht, weil sie denken, ‚das geht mich nichts an’ oder ‚wegen sowas kann ich doch nicht die 110 wählen und die Polizei belästigen. Die haben doch viel Wichtigeres zu tun’. Dabei bringen uns oftmals gerade derartige Beobachtungen in unseren Ermittlungen einen entscheidenden Schritt weiter oder tragen dazu bei, Straftaten zu verhindern. Wichtig ist, dass wir schnell von dem Vorfall erfahren – nur so haben wir die Chance, die Verdächtigen vor Ort aufzufinden.“

110 – Auch bei Bettelei

Mit der Infokampagne, die in verschiedenen Städten und Gemeinden der Region stattfindet, soll die Scheu vor dem Anruf genommen werden. „Wir verteilen Flyer, die die Bürger am besten neben ihr Telefon legen sollten. Darauf ist eine Checkliste mit Fragen, die für den Beamten am Notruftelefon wichtig sind, wie etwa Ort, Uhrzeit und Art des Ereignisses sowie eine Personen- oder Fahrzeugbeschreibung. Der Beamte entscheidet aufgrund der Angaben über das weitere Vorgehen.“

Ganz wichtig zu wissen: „Niemand muss Angst haben, wegen eines versehentlichen falschen Alarms belangt zu werden oder womöglich Kosten tragen zu müssen“, beruhigt Husseneder.

Die 110 sollte übrigens nicht nur in Bezug auf Wohnungseinbrüche gewählt werden, ergänzt Markus Asbach, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Kempten. „Wir bitten die Bürger auch anzurufen, wenn sie beispielsweise eine Sachbeschädigung beobachten oder einen Streit, der aus dem Ruder läuft, sei es auf der Straße oder auch in der Nachbarswohnung. Unsere geschulten Beamten sehen dann lieber einmal zu viel nach als zu wenig.“ Auch wenn Menschen an der Tür klingeln und um Geld bitten, sei die 110 die richtige Wahl. „Wir wissen, dass diese oft das unterste und ärmste Glied in einer Kette sind und von dem erbettelten Geld nichts sehen. Unser Ziel ist es nicht, sie zu bestrafen. Vielmehr kommen wir über sie leichter an die Drahtzieher heran, die für das Leid dieser Menschen verantwortlich sind.“

Sabine Stodal

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