Parteien entdecken im Wahlkampf den ÖPNV

Für einen Euro Bus fahren?

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Die Optimierung des ÖPNV in der neuen Legislaturperiode haben sich nun vor allem FW und UB/ödp auf die Fahnen geschrieben.

Kempten – Im bislang noch recht ereignislosen Kemptener Wahlkampf rückt jetzt der ÖPNV in den Blickpunkt. Nach Besuchen bei der Firma Haslach sind sich Freie Wähler (FW) und UB/ödp ungewohnt einig: Beide Seiten fordern eine Senkung der Preise für die Buskarten.

So beantragt Alexander Hold, zu prüfen, ob die Einführung eines Samstag-Tagestickets für einen Euro machbar ist. Vor dem Hintergrund, dass die Verbesserung des Kemptener ÖPNVs „ein wichtiges Thema der nächsten Jahre“ sein werde, setzen sich die FW für ein Samstag-Tagesticket für einen Euro ein. „Ohne große Umsatzausfälle können so zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden, was gerade am Samstag die Park- und Verkehrssituation spürbar entlasten würde“, argumentiert Stadtrat Hold nach einem Besuch bei der Firma Haslach. Mögliche minimale Einnahmeausfälle könnten durch mehr Fahrgäste fast ausgeglichen werden, ist er sich sicher. „Viel wichtiger wäre aber der positive Effekt für den Klimaschutz und die innerstädtische Verkehrssituation am Samstag – und das mit geringem Aufwand“, so Hold weiter in seinem Schreiben an das Rathaus. 

Darüber hinaus fordern die Freien Wähler Kempten die Ausweitung des Werktagfahrplans auf Samstag. Bislang gilt an Samstagen ab 14 Uhr der Wochenendfahrplan. „Das entsprach den Lebensgewohnheiten der Menschen, solange die Geschäfte samstags um 14 Uhr schlossen, passt aber nicht mehr in unsere Zeit“, schreibt Hold. Daher sollten die Busse auch an den Samstagen im 30-Minutentakt fahren. Um den Kundenservice zu verbessern, wollen sich die FW außerdem für elektronische Anzeigen an den Haltestellen einsetzen. 

UB/ödp wollen den ÖPNV ebenfalls verbessern. Dabei setzen sie vor allem bei den Parkgebühren an. „Solange Parken für die Innenstadt für zwei und mehr Personen, die mit einem Pkw anfahren, billiger ist als die Benutzung des Busses, wird einerseits der ÖPNV nicht konkurrenzfähig sein und anderer- seits der Verkehr nach wie vor in die Innenstadt gezogen“, kritisiert UB-Stadtrat Helmut Hitscherich. „Wer in der Innenstadt parken will, sollte wie in vielen Städten auch mehr bezahlen als am Rand.“ 

Daher beantragten UB/ödp am Wochenende die Einführung von gestaffelten Parkgebühren in der Innenstadt. Wie die Freien Wähler fordern Hitscherich und OB-Kandidat Michael Hofer außerdem eine Senkung der Preise für Busfahrkarten. Denn auch hier gelte die alte Fuhrmannsweisheit: „Was an Mindereinnahmen beim Kartenverkauf wegfalle, hole das Unternehmen bei den erhöhten Fahrgastzahlen wieder herein.“

Matthias Matz

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