Sonderausstellung zum Wald

Vielfalt ohne Ende

+
Den Weg vom nadelholzreichen Forsten mit seiner Präferenz für die Anpflanzung der ertragreichen Fichte, hin zu einer Waldkultur mit gesundem Mischwald, bestehend unter anderem aus Weißtanne, Bergahorn, Buche und Fichte, das konnten junge Besucher der Festwoche spielerisch auf einer Balancierscheibe inmitten der Sonderschau „Wald. Vielfalt ohne Ende“ auf der Allgäuer Festwoche erfahren.

Kempten – Auf der 65. Allgäuer Festwoche gab es in Halle 11a auf dem Gelände der Staatlichen Realschule in diesem Jahr etwas ganz besonderes zu entdecken. Für große und kleine Besucher hatte dort das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten die große Sonderschau „Wald. Vielfalt ohne Ende“ aufbereitet.

In einer Ausstellung mit hohem Erlebniswert wurden die Besucher über den Wald als Rohstoffquelle, als Lebensraum, als Arbeitsplatz, als Erholungsort und als Schutzwall gegen Naturgefahren informiert. Im angegliederten „Waldcafé“ vom Verein „Mir Allgäuer“ konnten zugleich Waldprodukte wie Wildwurst und Waldfruchtkuchen verkostet werden.

Während der zehntägigen Sonderschau gab es unter anderem Auftritte einer Falknerin mit ihrem Uhu „Pattex“, eines Kochs für Waldprodukte, eines Berufsjägers, des Vereins Allgäuer Kräuterland und einer Mannschaft, die sich „Weltmeister des Waldes“ nannte. Aber auch offizielle Vertreter der Forstlichen Zusammenschlüsse aus Kempten, dem Ober- und Westallgäu waren auf der Sonderausstellung zugegen, um Fragen der Besucher zu beantworten.

Zentrales Anliegen der Sonderschau war es, die interessierten Besucher auf den vielfachen Nutzen eines gesunden Mischwaldes hinzuweisen. Dabei wurde deutlich gemacht, dass der Weg vom Fichtenreinbestand zu einem klimatoleranten, naturnahen Mischwald mit Weißtanne, Bergahorn, Buche und Fichte wahrlich ein „Balanceakt“ ist.

Balanceakt für Kinder

Anschaulich erfahren konnten dies vor allem die kleinen Besucher der Sonderausstellung. Auf einer Balancierscheibe in der Mitte der Ausstel- lungshalle konnten die kleinen Besucher mittels Gleichgewichtsverlagerung eine Stahlkugel durch eine Rinne, beginnend bei einer reinen Monokultur, hin zum gesunden Mischwald, rollen lassen. Dabei wurden sie auf Proble-me wie Wildverbiss, Borkenkäfer oder Spätfrost aufmerksam gemacht.

Ziel des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war es mit dieser Ausstellung, sowohl Menschen, die den Wald vornehmlich als Erholungsort aufsuchen, als auch private Waldbesitzer, die den Wald wirtschaftlich nutzen, vom nachhaltigen, klimatoleranten und naturnahen Mischwald zu überzeugen. Der ist mit seiner geringeren Anfälligkeit für Schädlinge, größerer Artenvielfalt, einer besseren Schutzfunktion, wie zum Beispiel beim Bergwald, eindeutig Monokulturen überlegen. So investierte die Fachstelle Schutzwaldmanagement der Bayerischen Forstverwaltung und der Bergwaldinitiative rund 15 Millionen Euro in Pflanzungen und Verbauungen gegen Gleitschnee auf einer Fläche von insgesamt 4596 Hektar im gesamten Allgäu. Gepflanzt wurden vor allem Fichte, Weißtanne, Buche und Bergahorn.

"Sehr zufrieden"

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz der Besucher unserer Ausstellung ‘Wald. Vielfalt ohne Ende’“, so Ulrich Hipler von der Pressestelle des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Welchen zusätzlichen Mehrwert ein Mischwald bietet, kann sich jeder Festwochenbesucher vergegenwärtigen, indem er sich vorstellt, die Allgäuer Festwoche wäre nicht vom Blätterdach des Stadtparks beschattet, sondern würde wie andere Volksfeste auf der grünen Wiese stattfinden.

Jörg Spielberg

Auch interessant

Meistgelesen

Feiern verbindet
Feiern verbindet
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare