"Fortschritt aus Tradition"

In die Gerberstraße kommt Bewegung. Bereits im April soll mit der Umgestaltung des vorrangigen Abschnitts zwischen Residenzplatz und Kronenstraße begonnen werden. Das inzwischen entscheidungsreife Konzept dafür präsentierte die Stadtverwaltung vergangene Woche gut 120 Interessierten bei einer Bürgerinfo. Abgesehen von Details sind die im Juni 2009 vorgestellten ersten Vorschläge des Stuttgarter Städteplaners Professor Winfried Schwantes und der Dan Pearlman Markenarchitektur GmbH aus Berlin, übernommen worden. Unter dem Motto „Fortschritt aus Tradition“ sollen, so Schwantes, Wasser und Bewegung für den Neuaufbruch der „grauen Maus Gerberstraße“ im künftigen „Mühlbachquartier“ sorgen.

Eine attraktive, offene Platzgestaltung im Eingangsbereich Residenzplatz soll Lust machen, die Hauptachse der Fußgängerzone zu verlassen. Die vorhandenen Treppen vor der Galeria Kaufhof sollen in großzügige Sitzstufen mit Treppenabgang umgestaltet werden. Zentraler Punkt und Blickfang: Ein vier Meter hohes Mühlrad, das sich in einem Brunnenbecken dreht – Ausgangspunkt für die circa 60 Zentimeter breite und sechs Zentimeter tiefe Wasserrinne, die durch die Gerberstraße bis zur Kronenstraße fließen soll. Mehrere Übergänge, die wie OB Dr. Ulrich Netzer hervorhob „mit dem Behindertenbeirat abgesprochen sind“, sollen auch für Rollifahrer einen bequemen Seitenwechsel ermöglichen. Ab Höhe Brandstatt soll eine Aufweitung der Rinne mit kleinen, nachts angestrahlten Wassersprudlern, einem Spielwasserrad für Kinder und Sitzgelegenheiten zum Verweilen an der „Wasseroase“ einladen. Der Grund des Wasserlaufs, bei dem laut Schwantes auf einen Randstein verzichtet werde, soll mit geschliffenem Illerkiesel ausgelegt werden, „die in den Bodenbelag des Weges aus Granit auslaufen“. Für die Beleuchtung der Gerberstraße sollen die gleichen Lampen zum Einsatz kommen wie in der Fußgängerzone. Ferner sollen, in Absprache mit den Hauseigentümern, Bodenstrahler denkmalgeschützte Häuser in Szene setzen. Die Umsetzung der Baumaßnahmen, während der auch die Warenanlieferung gewährleistet bleibe, werde „so kurz wie möglich“, wie Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann verdeutlichte. Beginnend ab der Kronenstraße seien für die einzelnen Abschnitte in 25 bis 30 Metern Länge jeweils drei bis vier Wochen Bauzeit vorgesehen: Von April bis Juni sei das Teilstück zwischen Kronenstraße und Brandstatt dran, bis Juli weiter zur Galeria und von August bis Oktober die Sitz- und Brunnenlandschaft mit Mühlrad. Arbeiten bezuschusst 1,1 Millionen Euro stehen laut Baureferentin Monika Beltinger im Haushalt für die Maßnahmen bereit, die aus dem Förderprogramm für Städtebau „Aktive Ortsteilzentren“ bezuschusst würden. Befürchtungen möglicherweise anfallender Ausbaubeiträge entkräftete sie, da nur Oberflächenarbeiten durchgeführt würden – lediglich wenn unvorhergesehen „im Untergrund etwas gemacht werden müsste“, hielt die Baureferentin sich als beitragspflichtige Option offen. "Anlieger in der Pflicht" „Atmosphäre durch Aktivitäten der Anlieger schaffen“, nannte Schwantes den Schritt, der den Baumaßnahmen, die das „Grundmodul“ setzten, folgen müsse. Hier seien „auch die Anlieger in der Pflicht“ für finanzielle Engagements und Aktivitäten, was vom Förderprogramm sogar gefordert würde, betonte Dr. Richard Schießl, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung. Mit nur wenigen Detailfragen signalisierten die Zuhörer breite Zustimmung und auch manch lobendes Wort war zu hören. Die Anregung von Ilse Roßmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftstadtfreunde, mehr Spielgeräte aufzustellen, nahm Beltinger bereitwillig auf.

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