Bündnis "Forum Tourismus Kempten" soll Kempten für Touristen noch attraktiver machen

Kempten als Römerstadt positionieren

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Kempten ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Um Ideen zu sammeln, wie die Stadt noch anziehender gemacht werden kann, wurde nun das „Forum Tourismus Kempten“ ins Leben gerufen, ein Aktionskreis, bestehend aus allen Verantwortlichen aus dem Bereich Hotellerie, Gastronomie, Handel und Verwaltung.

Kempten – Im vergangenen Jahr trafen sich die Verantwortlichen der Stadt Kempten mit Vertretern der Hotellerie und Gastronomie zu einer Klausur. Ziel des Seminars war es, gemeinsam herauszuarbeiten, wie sich die Stadt Kempten zukünftig touristisch weiter entwickeln soll. Grundlage der neuerlichen Überlegungen war das Tourismuskonzept 2010, das in den Geschäftsfeldern Tages-, Kultur-, Stadt-, Rad-, Freizeit- und Wirtschaftstourismus bereits umgesetzte Maßnahmen aufweisen kann.

Ein Leuchtturmprojekt war hierbei sicher die Fertigstellung der unterirdischen Erasmuskapelle mit Multivisionsshow. Es gibt neue Erlebnisführungen, ein Audio-Guide wurde entwickelt und ein neuer informativer Kempten-Prospekt liegt vor. Hervorzuheben aus den vielen kleinen und großen Projekten ist unter anderem die neu ins Netz gestellte Website www.weihnachtliches-kempten.de, auf der die Aktivitäten des Weihnachtsmarktes mit denen des City-Managements Kempten, der Hotellerie und anderen Einrichtungen koordiniert wurden.

Eine Weiterführung des bisherigen Tourismuskonzepts wurde nun notwendig, weil sich die Anzahl der Hotels und somit der Bettenzahlen wesentlich erhöht hat. Gab es im Jahr 2009 insgesamt 890 Betten in Kempten, so sind es heuer 1130. Dies bedeutet eine Zunahme von 27 Prozent. Zu der Erhöhung beigetragen haben insbesondere der Bau des bigBOX Hotels und die Eröffnung des Hotels St. Raphael im Jahr 2013. Zwar stiegen im Vergleichszeitraum von 2009 bis 2013 auch die Übernachtungszahlen von 130.000 auf 193.000, doch sieht unter anderem der bestehende Verband der Kemptener Stadthotels nun weiteren Handlungsbedarf und hält eine Verbesserung des touristischen Angebotes Kemptens für notwendig.

Breites Bündnis

Neben den Verbandsmitgliedern nahmen an der Strategieklausur im November 2014 unter anderem auch OB Thomas Kiechle, der Tourismusbeauftragte Hans Peter Hartmann und Heinz Buhmann vom Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice teil. „Ich freue mich, dass wir mit dem ‘Forum Tourismus Kempten’ ein breites Bündnis geschaffen haben, um die vor uns stehenden Aufgaben gemeinsam zu bewältigen“, so OB Kiechle bei einer Pressekonferenz im kleinen Rathaussaal vergangene Woche, bei der die Fortschreibung des Tourismuskonzeptes für die nächsten vier Jahre vorgestellt wurde. „Wir werden nur dann erfolgreich sein, wenn alle Akteure ein breites Bündnis schaffen“, so Kemptens OB zum Thema Stadttourismus Kempten.

Das Konzept der nächsten vier Jahre sieht grundsätzlich vor, die Kommunikation innerhalb der Hotellerie zu verbessern und das Bewusstsein für Tourismus bei den Bürgern, der Verwaltung, dem Handel und in der Politik zu erhöhen. „Kempten hat eine reiche, 2000 Jahre alte Geschichte, wir müssen diese für die Besucher erfahrbar machen“, so unisono die Mitglieder des „Forum Tourismus Kempten“.

Neue Busparkplätze

Aber auch ganz praktische Dinge stehen auf der ToDo-Liste des neuen Forums. So soll eine zentrale Incoming-Stelle geschaffen und neue Parkplätze für Wohnmobile und Busse bereit gestellt werden. Auch sollen vermehrt Tagungen und Busreisen durch ein gemeinsames Gruppen- und Kongressmarketing in die Allgäu-Metropole gelockt werden. Ein zentraler Gedanke des „Forum Tourismus Kempten“ ist die Wiederbelebung des Gedanken an Deutschlands älteste Stadt. Kempten sollte laut Konzeptpapier als Römerstadt positioniert werden. Durch ein „römisches Zugpferd“, wie zum Beispiel ein römisches Event in der Innenstadt, die Schaffung eines Römer-Geschichtspfades vom Hildegardplatz zum APC oder mit der römischen Stadtgeschichte Gruppenreisen und Tagungen zu ködern – all dies soll neue Besuchergruppen mit Übernachtung in die Stadt führen. Das i-Tüpfelchen stellt da der mögliche Bau eines Amphitheaters auf dem Gelände des APC dar.

Am Ende der Pressekonferenz forderte Ulrich Schmid, Mitglied des Vorstandes City-Management und langjähriger Hotelmanager in Kempten, die Vertreter der Stadt auf, die ansässigen Hotels, die durch Renovierungen und Neubauten vorgelegt hätten, mit interessanten touristischen Angeboten zu unterstützen. „Die wichtige Entwicklung des Tourismus in Kempten, kann nur in einem dualen System gelingen“, so Ulrich Schmid. Im geplanten Arbeitskreis „Forum Tourismus Kempten“ soll fortan mit allen Beteiligten genau dies geschehen.

Von Jörg Spielberg

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