Plan-Stifterin Erika Wandel holt Fotoausstellung in die Kemptener Residenz

Bilder mit Geschichten

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Bei einer Projektreise von Stiftern des Plan-Stiftungszentrums ins südamerikanische Ecuador im Jahr 2012 entstand die Idee, die Portraits von Fotograf Friedrun Reinhold in einer Wanderausstellung zu präsentieren.

Kempten – Als Kinder-Patin engagiert sich Erika Wandel aus Kempten schon lange beim Kinderhilfswerk Plan International. Um die Arbeit von Plan International, das Engagement der Mitarbeiter weltweit und die positiven Auswirkungen auf das Leben vieler Kinder in die Öffentlichkeit zu tragen hat Erika Wandel die Fotoausstellung des Fotografen Friedrun Reinhold „Der andere Blick“ in die Kemptener Residenz geholt. Diese ist dort im Foyer bis zum 10. April zu besichtigen.

Während einer Projektreise von Stiftern ins südamerikanische Ecuador wurde die Idee einer Fotoausstellung geboren. Anlass waren die einfühlsamen und eindrucksvollen Portraits von Kindern aus den Bildungsprojekten vor Ort. Und so taten sich die Initiatorin der Stiftung „Viva la vida“ Brigitte Galster-Grotemeyer und der Hamburger Fotograf Friedrun Reinhold zusammen und legten den Grundstein für eine Wanderausstellung mit Kinderportraits. Zunächst waren die 24 Portraits von Kindern aus drei Kontinenten auf dem Vierseithof der Familie Galster in Reischach bei Altötting ausgestellt. Nach der Ausstellungseröffnung im August 2014 wurden die Bilder auch in der Kreisklinik Burghausen und im Rathaus von Neuötting präsentiert.

Im August 2015 besuchte die Kemptenerin Erika Wandel die Ausstellungsräume von Brigitte Galster-Grotemeyer bei Altötting und entwickelte sofort Pläne, die Ausstellung nach Kempten zu holen. Am Montag war es dann soweit und Wandel konnte die Stadträte Siegfried Oberdörfer, Erna Groll, Dieter Zacherle, die Kulturbeauftragte Silvia Rupp und einige geladene Gäste in der Residenz begrüßen. Untermalt wurde das Eröffnungsprogramm vom Horn-Trio der Sing- und Musikschule und eine ganz besondere Wertschätzung bekam die Veranstaltung durch das Grußwort von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller das von Bezirksrätin Renate Deniffel vorgetragen wurde. Sie zitierte den Bundesminister mit „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – es macht das Unfassbare fassbarer, rüttelt auf und kann sogar die Politik verändern.“ Müller verwies mit diesen Worten auf das Bild von Aylan Kurdi – den dreijährigen Jungen aus Syrien der im September letzten Jahres auf den Titelseiten vieler Tageszeitungen zu sehen war: tot, angespült an einem Strand am türkischen Mittelmeerufer.

Sibylle Knott, Kemptens Bürgermeisterin, wünschte der Ausstellung, dass die Blicke der Kinder die Betrachter zum Nachdenken anregen mögen. Die Geschichten hinter den Bildern, die Geschichten der Kinder – davon erzählte Friederike Schir vom Plan Stiftungszentrum in Hamburg. Schir, die gerade erst von einer Stifterreise nach Nepal zurückgekommen war, erläuterte, dass eines der Mädchen, das in dieser Ausstellung zu sehen ist (in der Bildleiste links), als Sklavenkind verkauft worden war. Als Kamalari („hart arbeitende Frau“) musste sie in einer fremden Familie putzen, Wäsche waschen und kochen. Obwohl diese Art von Kinderarbeit seit dem Jahr 2000 in Nepal verboten sei, setze der Staat das Gesetz nicht in allen Teilen des Landes durch. Das Erdbeben im April 2015 habe die Situation verschärft. „Die Not der Armen ist noch größer geworden – und das Augenmerk der Staatsorgane liegt nach einer solchen Naturkatastrophe nicht auf den Kinderrechten“ fasste die Mitarbeiterin des Plan Stiftungszentrums die Erlebnisse der Nepalreise zusammen. Plan International, die Partner vor Ort und die Stifter und Spender in Europa haben es geschafft, dass über 3000 Mädchen aus dieser Leibeigenschaft befreit werden konnten. Das Engagement von vielen Menschen und die positive Entwicklung mache deutlich: „Eine andere Welt ist möglich.“ Die sehnsuchts- und hoffnungsvollen Portraits der Ausstellung „Der andere Blick“ können von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr im Foyer des Fürstensaals der Residenz Kempten betrachtet werden.

Michael Schropp

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