Ausstellung erinnert an Josef Heimhuber

Pionierleistung

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Mit Plattenkameras wie diesen machten sich die Vorväter von Eugen Heimhuber auf in die Allgäuer Bergwelt. Dort entstanden grandiose Landschaftsaufnahmen, die aufgrund des großes Aufnahmeformats von bis zu 18 x 24 cm ein hohe Detailschärfe aufwiesen und die heimische Bergwelt in einem faszinierenden Spiel aus Licht und Schatten in Schwarz/Weiß Fofografien verewigten.

Kempten – Jede Zeit bringt ihre Pioniere hervor. Die Ausstellung „Heimhuber – FotoPioniere aus dem Allgäu” im Allgäu Museum erinnert an den Oberstdorfer Vordenker Josef Heimhuber, der 1877 das erste Tageslichtstudio gründete.

Um die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende begann die Zeit des Alpinismus, zeitgleich mit der Ära der Fotografie. So eröffnete der in Oberstdorf geborene Josef Heimhuber 1870 ein Fotoatelier in seinem Heimatort und zwei weitere Läden in Sonthofen und Immenstadt. 1877 gründete er dann das erste Tageslichtstudio. Auf diese Weise wurde Heimhuber mit seinem Atelier der wohl bekannteste Fotograf seiner Zeit im Allgäu. Neben der Fotografie besaß Heimhuber noch eine zweite große Leidenschaft: Er war ein begeisterter Bergsteiger und Naturliebhaber. 

Häufig zog es ihn mit seiner schweren Fotoausrüstung in das Allgäuer Hochgebirge. Er fotografierte mit seiner Plattenkamera mit den Aufnahmeformaten 13cm x 18cm und 18cm x 24cm. Als Bildträger dienten zu dieser Zeit Glasplatten, die mit einer dünnen Schicht aus lichtempfindlichen Silberbromid-Molekülen bestrichen wurden. Dieser Auftrag musste teilweise kurz vor der Aufnahme in einem lichtundurchlässigen Zelt vollzogen werden. Neben diesen Geräten waren weitere, teils schwere Utensilien, wie ein Stativ, für die Aufnahmen nötig. Heimhuber wurde 1899 schließlich Königlich Bayerischer Hoffotograf und auch sein Sohn Fritz wurde – geprägt durch das Wirken des Vaters – Fotograf. 

Auch Fritz Heimhuber teilte die alpine Leidenschaft seines Vater. So war er es, der 1901 zusammen mit dem Kemptener Arzt Dr. Max Madlener ein erfolgreiche erste Winterbesteigung des Nebelhorns unternahm, natürlich mit Plattenkamera im Gepäck. Die beiden ließen sich aus Norwegen Skier, damals noch als „nordische Gleithölzer” bespöttelt, zukommen und unternahmen fortan ausgiebige Touren durch die verschneite Gebirgslandschaft des Allgäus. Auch Fritz Heimhuber prägte mit seinem Beruf als Fotograf und seiner Vorliebe für Berglandschaften seinen Sohn Eugen Heimhuber, der im Erwachsenenalter ebenfalls die Leidenschaft zur Fotografie in sich entdeckte und der heute noch in Sonthofen ein Fotofachgeschäft führt. 

Gigantisches Archiv 

 So entstand aus dem Wirken dieser über drei Generationen dauernden Fotografen-Dynastie ein immenses Archiv von Landschaftsaufnahmen und Allgäuer Dorfansichten, die einen unermesslichen zeithistorischen Wert besitzen. Das Archiv des Fotohauses Heimhuber umfasst rund 300 000 lichtbildnerische Aufnahmen aus der Zeit von 1872-1950. Einige dieser Heimhuberischen Werke sind zur Zeit in fünf Allgäuer Museen ausgestellt. Am vergangenen Mittwochabend wurde unter der Anwesenheit von Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW), Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber und Museumsleiterin Ursula Winkler nun die Ausstellung „Heimhuber – FotoPioniere aus dem Allgäu” vor Gästen eröffnet. 

 Aus Sonthofen war Eugen Heimhuber erschienen, der nach den einleitenden Worten durch Bürgermeisterin Knott über das Leben und Wirken seines Großvaters und Vaters berichtete und auf die strapaziöse und hochkomplexe Art des Fotografierens in damaliger Zeit verwies. In Zeiten von Handykameras und dem Betrachten der ausgestellten Heimhuberischen Exponate im Allgäu Museum wird deutlich – Fotografie, richtig betrieben, ist ein künstlerisches Handwerk. Die Ausstellung ist noch bis Januar 2015 zu sehen.

Jörg Spielberg

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