Besondere Bilder

Japanische Meditationswege

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Yamamoto Masao vor einigen seiner Fotos.

Isny – Noch bis zum 16. Juni sind in der Städtischen Galerie im Isnyer Schloss drei Zyklen des japanischen Foto- künstlers Yamamoto Masao ausgestellt. Es ist schon als Ehre zu bezeichnen, wenn es einer kleinen Stadt wie Isny gelingt, eine Ausstellung von ihm zu bekommen.

Das liegt nicht nur an den attraktiven Ausstellungsräumen, sondern auch an den Verbindungen, mit denen das städtische Kulturbüro arbeitet. Annette Sturm und Karin Hoser haben ein Gespür für das Besondere.

Das Besuchen der Ausstellung ist ein wenig wie die Reise in eine andere Welt. Von der japanischen Mentalität eines Künstlers, der seine Wurzeln in der Zen-Lehre findet, dem Wege zur aktiven Passivität also, der Selbstfindung und der Entwicklung einer tiefen Sensibilität für die Natur und das Universum anstrebt und das auch deutlich ausspricht, kann man nur etwas verstehen, wenn man sich auf seine Gedankenwelt einlässt. Das Yamamoto Masao ein hervorragender Fotograf mit einer durch und durch japanischen Seele ist, wird dabei überdeutlich.

Es versteht sich von selbst, dass die gezeigten Exponate gerade einmal Spuren von der Oberfläche seines künstlerischen Schaffens sind. Er ist ein Meister der Reduktion und erreicht darin eine selten gesehene Perfektion. Fast meint man, er würde sich dabei selber reduzieren.

Karsten Löckemann, Kunsthistoriker und Kurator der Sammlung Götz in München, war zur Vernissage der Ausstellung angereist und hielt die Laudatio. Die Bi-Polarität der ausgestellten Arbeiten im Wechsel zwischen Empfindungen zum Diesseits und zum Jenseits, das Fließen von der diesseitigen Existenz in die jenseitige, verdeutlichte er auch noch einmal. Die musikalische Umrahmung hatte Verena Stei (Violoncello) übernommen.

Man sollte sich Zeit nehmen wenn man die Ausstellung betrachtet: Zeit zum Lesen der Begleittexte, zum Betrachten der Fotos und Installationen, zum Ruhe finden auf dem vom Künstler aufgezeigten Weg. Yamamoto Masao sprach selber seine Grußworte, allerdings auf Japanisch. Mit Hilfe einer Dolmetscherin, die auch in der Lage war, seine Gedanken in der fremden Sprache nachhaltig und tiefer gehend klingen zu lassen, waren seine Worte für die Besucher aber trotzdem gut verständlich.

Manfred Schubert

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