Warum darf ein König nicht hüpfen?

AWO Hort "Einstein" und Grundschule an der Sutt spielen bei den Schultheatertagen für Respekt und Freiheit

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Wie viel Arbeit tut mir gut? Wie viel Freizeit brauche ich? Die Schüler von der Grundschule an der Sutt stellten mit "König Hupf" die Frage nach dem rechten Maß.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.
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Viel Tanz, Musik und Schlagworte: Die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse des AWO Hortes "Einstein" rissen "Mauern" ein.

Kempten– Zu Tränen gerührt waren am Dienstag Zuschauerinnen und Zuschauer beim Theaterstück „Mauern“ des AWO Hortes „Einstein“. Die Grundschüler hatten für die 8. Schultheatertage (STT) zum Thema

„Wie willst du leben?“ ein mitreißendes Stück mit viel Tanz und Symbolkraft auf die Bühne des THEaterOben auf die Bühne gebracht. Wortgewaltiger, aber nicht weniger aussagekräftig ging es am Mittwoch bei „König Hupf“ zu. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler der Grundschule an der Sutt machten den Zuschauern im Stadttheater Mut, für neue Ideen und das Anders-sein zu kämpfen.

Und da endlich bricht die Mauer ein. „Hipp, hipp hurra, alles ist super, alles ist wunderbar!“, singen laut die Ärzte. „Überall wo man hinguckt, Liebe und Frieden und so!“ Wie entfesselt werfen die Kinder die Mauersteine aus angemalten Bananen-Kartons umher und hüpfen darauf herum. Vorbei ist es mit „Krieg“, „Hass“, „Mobbing“ und „Lüge“. In großen Lettern waren diese Worte auf der Mauer gestanden. Schwarz gekleidete Gestalten hatten sie zu Beginn des Stücks errichtet.

Gefeiert wurden zu diesem Zeitpunkt jene, die ein Mädchen in ihrer Mitte herumschubsten, traten und hänselten. Im Laufe des Stücks wird die Kleidung der Akteure immer bunter. Bei einem Tanzbattle tragen die Kinder schon bunte Käppis. Links und rechts auf der Bühne stehen sich zwei Gruppen gegenüber und versuchen sich mit großer Geste im Tanzen zu überbieten. Allmählich wächst die Gruppe zusammen. Die Tänzer bilden gemischte Paare und helfen sich gegenseitig.

Ob mit romantischen Kerzen, die zu Michael Jacksons „Heal the World“ zu einem Peace-Zeichen formiert werden, oder dem Rate-Spiel „Wer bin ich?“: Die Botschaft ist eindeutig. Wir sind alle gleich. Mantraartig wiederholen entfesselte Statuen „Frieden“, „Menschenwürde“, „Gleichheit“, „Freiheit“.

Auch „König Hupf“ endet in einem bunten Treiben, bei dem alle Akteure fröhlich durcheinanderhüpfen. Diesmal aus Freude, dass der Alltag nicht nur aus Arbeit und Pflichterfüllung besteht, sondern auch aus Spaß. Die Schüler der Grundschule an der Sutt greifen damit die ganz aktuelle Problematik der oftmals unausgeglichenen Work-Life-Balance auf.

Der König ist traurig. Er kann nicht mehr schlafen und auch nicht mehr richtig arbeiten. Seine Minister streiten sich nur und bringen nichts voran. Das Leben des Königs besteht aus Anträgen, Sitzungen und Stillsitzen.

Als er sich eines Nachts im Bett wälzt, entdeckt er, dass das Federn und Hüpfen auf der königlichen Bettstatt großen Spaß bereitet. Doch seinen Ministern und Untertanen passt das Gehüpfe ganz und gar nicht. „Das ist unter Ihrer Würde!“ „Das gehört sich nicht!“ „Es ist gefährlich!“, sagen sie.

Mit einem Gesetzentwurf zu einem allgemeinen Hüpfverbot, den Majestät unterschreiben muss, zwingen die Minister den König zum Stillhalten und Durchregieren. Und das, obwohl alle heimlich auf dem Königsbett gehüpft sind, und ebenfalls Freude dabei hatten.

Der König wird schließlich so krank, dass er beinahe stirbt. Ein Naturheilkundler diagnostiziert „Seelenverstopfung“. Als ihn der Chirurg Dr. Schlitz sogar aufschneiden will, fasst sich der König ein Herz. Da er ja schließlich der König sei, könne ihm niemand Gesetze vorschreiben. Statt Sitzungen ordnet er „Hüpfungen“ an. Das kommt an beim Volk.

Die Besonderheit bei den diesjährigen STT ist, dass in jedem Theaterstück ein Artikel des Grundgesetzes entdeckt werden kann. In diesen Stücken waren es gleich mehrere. Überzeugend haben auch die ganz jungen Akteure bei den STT so abstrakte Begriffe wie Toleranz, Menschenwürde, Freiheit mit Leben gefüllt. 

Susanne Kustermann

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