Todeskampf mit Happy End

Luftballonschnur erdrosselt beinahe Ente am Schwabelsberger Weiher 

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Bild 1: Bereits auf diesem ersten Bild bahnt sich die Katastrophe an: Morgenfrische am Schwabelsberger Weiher und ein Heliumballon im Sinkflug. Dem Flugobjekt, das vermutlich von einer Geburtstagsparty abgehauen ist, geht der Treibstoff aus. Es droht nun, auf dem Gewässer in Kempten-Thingers zu landen. Einige Enten gucken bereits ganz verdutzt, was sich dort vom Himmel herab nähert. Sanft setzt der Ballon auf den Teichrosen auf. Seine weiße Schnur verfängt sich in den Wurzeln und bildet damit eine optimale Falle für Enten auf Nahrungssuche.
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Bild 2: Nanu, was ist denn das? Eine neugierige Stockente, die Algen frisst, schwimmt heran und betrachtet den Ballon. Doch ehe sie sich versieht, hat sich die Schnur des Luftballons um ihren Hals gelegt und sie ist gefangen. Verzweifelt versucht sie, sich zu befreien. Doch glücklicherweise ist Marlene Ambrosch an diesem Morgen vor Ort. Die 59-Jährige geht regelmäßig an Wochenenden um den Weiher und befreit ihn von Müll. Als sie die hilflose Stockente sieht, entschließt sie kurzerhand, in voller Montur ins kühle Nass zu steigen und die Ente zu retten.
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Bild 3: Noch bevor Ambrosch die panische Stockente erreicht, kann diese sich selber befreien. Ambrosch fischt dennoch den Ballon aus dem Wasser. Aber das ist nicht alles, was sie in dem Gewässer findet. Wodka-, Bier- und Plastikflaschen sammelt sie auf. Im flachen Gewässer findet sie auch eine mysteriöse Falle, die dort installiert ist. Was hat es damit auf sich?
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Bild 4. Dieser Kescher wurde aus einem Ast und einem Kartoffelsack gebastelt. Mit dieser Konstruktion (auf dem Stein liegend) könnten Unbekannte Fische im Schwabelsberger Weiher gefangen haben. Fußgängern zufolge, werde bereits seit Jahren am Weiher gewildert. Ob mit dieser Falle aber auch Schwäne oder Enten gefangen wurden, ist unklar. Laut Fotograf Armin Hofmann seien bereits fünf junge Schwäne verschwunden und auch der Bestand der Tafelenten habe sich reduziert. Diese könnten aber auch dem gierigen Habicht zum Opfer gefallen sein.

Kempten – Tiere und Müll – das ist eine ganz gefährliche Mischung. Immer wieder verletzen sie sich an Abfällen oder kommen dabei gar zu Tode.

Was der Unrat am Gewässer anrichten kann, hat der Naturfotograf Armin Hofmann am Schwabelsberger Weiher aufnehmen können. 

Seit Jahren hat der Schwabelsberger Weiher im Kemptener Stadtteil Thingers ein Müllproblem. Immer wieder liegen große Mengen im Gewässer oder in den anliegenden Waldstücken. Der Stadtteil gehört zu den bevölkerungsreichsten in Kempten, jedoch räumt der städtische Betriebshof dort nicht regelmäßig auf. Obwohl sogar ehrenamtliche Müllsammlerinnen und -sammler hier bereits in ihrer Freizeit Abfall aufsammeln (wir berichteten), ist die Situation nicht langfristig gelöst. 

Mehrere Bildungsangebote des Stadtteilvereins Ikarus e.V. sollen für mehr Umweltbildung bei der jüngeren Bevölkerung des Stadtteils sorgen. Doch was Müll in der freien Natur anrichten kann, zeigt die folgende Fotoshow am Beispiel des Überlebenskampfes einer Stockente. Der Todeskampf in Bildern Bereits auf diesem ersten Bild bahnt sich die Katastrophe an: Morgenfrische am Schwabelsberger Weiher und ein Heliumballon im Sinkflug. Dem Flugobjekt, das vermutlich von einer Geburtstagsparty abgehauen ist, geht der Treibstoff aus. Es droht nun, auf dem Gewässer in Kempten-Thingers zu landen. 

Einige Enten gucken bereits ganz verdutzt, was sich dort vom Himmel herab nähert. Sanft setzt der Ballon auf den Teichrosen auf. Seine weiße Schnur verfängt sich in den Wurzeln und bildet damit eine optimale Falle für Enten auf Nahrungssuche.

Cian Hartung

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