Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten und BUND Naturschutz laden ein

Mein Freund der Baum - Kemptener Lieblingsbäume

Eiche auf der Breite
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Kempten – Gut möglich, dass unser Spielplatz „Auf der Breite“ mit dem schönsten Baumbestand Kemptens gesegnet ist, vermutet Silke Löpmann. Zwei der sechs großen, alten Bäume waren bereits in der Lieblingsbäume-Serie zu sehen: Eine prächtige Blutbuche und eine riesige Weide. Diese elegante, schlank gewachsene Eiche an der Hangkante fällt erst auf den zweiten Blick auf. Interessant ist ihr Wuchs, der so gar nicht dem Bild entspricht, das man sonst von dem deutschesten aller Bäume vor Augen hat: wuchtige, breite, ehrwürdige Prachtexemplare mit knorrigen Ästen und ausladender Krone. Unsere Eiche hat zwar knorrige Äste, fügt sich aber mit ihren himmelwärts strebenden Ästen schmal und bescheiden in den Baumbestand ein. Im Herbst sind die Eicheln beliebtes Bastelmaterial für Kinder – und erfreuen sicherlich auch das ein oder andere Eichhörnchen, das Vorräte für den Winter anlegt.
Laubbaum am Klingener Weg, Bachtelweiher
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N.R. über den Laubbaum am Klingener Weg, Bachtelweiher: „Davor waren es zwei – das war sehr imposant! Sturm „Sabine“ hat den Zwilling leider vernichtet. Hoffentlich wird wieder einer gepflanzt!“
Buche am Kapellenplatz
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Barbara Haggenmüller über die Buche am Kapellenplatz: „Buchen, wir kennen sie vor allem aus Wanderungen in unseren Wäldern. In der Stadt, und noch dazu in der Stadtmitte, sind sie eher selten, jedenfalls in dieser Stärke. Wie alt mag sie wohl sein? Weit über hundert Jahre sicherlich, und so hat sie noch miterlebt, wie meine Großeltern, zu Hause am Kornhausplatz, die Zwanziger Jahre und die anschließenden Kriegswirren erlebt haben. Wie oft mögen sie wohl an dieser Buche vorbei gegangen sein? Damals zum Theaterspielen ins Gesellenhaus, und später als meine Mutter ins „Englische Institut“ zur Schule ging. Ich liebe ihre zarten Blättchen im Frühling, den kühlen Schatten im Sommer, wenn ich mich mit Freunden auf dem Kapellenplatz treffe. Zwar steht sie hinter einem Gartenzaun bei der Glaserei Berger, doch die dicken Äste reichen weit über den Platz und geben ihm Raum und Tiefe. Wenn ich sie sehe, entsteht vor meinem inneren Auge die lange Geschichte dieses kleinen innerstädtischen Raumes. Heute kommen die Gläubigen der russisch-orthodoxen Kirche zur Seelenkapelle und die Freundinnen der Grünen zu ihrem Büro am Kapellenplatz.“
Ahorn am Blenksteig
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Von Kurt Wirth kommt dieses Bild: „Dieser Ahorn steht am Blenksteig, auf dem Hof/ Spielplatz zwischen dem sogenannten „Glashaus“ der BSG an der Lindauer Straße und den Wohnungen der Baugenossenschaft Kempten in zweiter Reihe an der Schillerstraße. Freilich ist mit so großen und alten Bäumen immer ein Problem verbunden: Die einen ärgern sich über Dunkelheit und Kühle, die anderen freuen sich über den Schatten und den Anblick.“
Eschen am Lugemannsweg in Kempten
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Die Eschen am Lugemannsweg gefallen Walter Steinberger besonders gut: „Auf meinem liebsten Spazierweg, dem Lugemannsweg in Kempten, befinden sich mehrere urwüchsige Bäume. Diese Bäume, ich vermute Eschen, begrenzen die Straße zum Abhang hin. Besonders beeindruckend, finde ich, ist einer, der sich einerseits in die Phalanx der Riesen wunderbar eingliedert, aber dennoch mit ungebändigter Kraft und Dynamik seine große Astgabel in den Himmel streckt.
Feldahorn im Cambodunum-Park in Kempten
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Die elfjährige Maya klettert gerne auf ihren Lieblingsbaum, den Feldahorn im Cambodunum-Park. Sie sagt: „Von meinem Lieblingsbaum aus kann ich den Sonnenaufgang gut beobachten. Er hat starke Äste. Ein Ast ist wie eine Liege, zwei andere sind gut als Aussichtsplatz. Dann gibt es noch Äste zum Sitzen und natürlich einen zum Hochklettern.“
Lieblingsbaum von Isabel Wendl
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„Dieser Baum ist der „Blitz-Baum“ meiner Tochter, den sie zusammen mit ihrer Kindergartengruppe oft besucht hat“, erzählt Isabel Wendl. „Die kleine Höhle, die sich unten am Stamm öffnet, lädt zum Entdecken ein: Wie sieht ein Baum von innen aus? Was außer Spinnweben finden wir hier? Oder man nutzt die Höhle ganz einfach als Versteck, ähnlich wie die im Limonadenbaum bei Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf.“
Die Friedenslinde zieht in den Kemptener Hofgarten um
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Der für Thomas Schiller emotional wichtigste Baum in Kempten ist der Friedensbaum. Er schreibt: „Im Herbst 1979 wurde er von einem breiten Bündnis friedensbewegter Kempterinnen und Kempter auf der Zumsteinwiese gepflanzt. Leider ging er im Lauf der Jahre ein, so dass 2007 eine neue Linde gepflanzt wurde. Diese stand nun den Umgestaltungsarbeiten der Sparkassentiefgarage im Wege. Zum Glück wurde sie nicht gefällt, sondern – mit einigem Aufwand (Anmerkung der Redaktion: Die Umpflanzung wurde initiiert vom Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten) – in den unteren Hofgarten, Nähe Jugendhaus, verpflanzt. Ich hoffe, die Linde und der Friede schlagen Wurzeln und entwickeln sich weiter!“

Kempten – Wir wollen die Lieblingsbäume der KemptenerInnen sichtbar machen!

Annette von Rützen beschreibt ihren Lieblingsbaum: „Mein Lieblingsbaum ist eine alte Esche und steht oberhalb vom Bachtelweiher auf der Kuppe beim Golfplatz nähe Trilschweg. Er breitet seine alten, dicken Äste ungehindert in alle Richtungen aus und strahlt große Gelassenheit aus. Wo er in den Boden und die Wurzeln übergeht, haben sich dicke Knubbel gebildet, die richtige Sitzmulden bilden und zu einer Pause einladen. Von dort geht der Blick über das weite Land in die Berge. Zwischen diesen Knubbeln kurz über dem Boden gibt es eine Höhle in den Wurzeln, die Jahr für Jahr mehr von einem Baumpilz überwachsen wird. Im letzten Jahr hatten Wespen in dieser Höhle ihr Nest gebaut und sind hinein- und hinausgeflogen. Etwas weiter oben am Stamm haben sich auf einer begrenzten Fläche in der Sonne Fliegen einer mir unbekannten Art gesammelt, die einen sind gekommen, die anderen wieder geflogen, alle die gleichen. Was sie dort tun? Ob sie sich dort paaren? Es fasziniert mich, wie an und in diesem alten Baum verschiedene Lebewesen ihren eigenen Lebensraum finden, völlig unberührt davon, ob wir von ihnen Notiz nehmen oder nicht. Der Baum erinnert mich mit seinem Alter und seiner Größe immer wieder daran, selber etwas Distanz zu Dingen in meinem Leben zu bekommen und zu überdenken, was für mich wichtig sein soll und was ich mit ‚der Gelassenheit des Baumes‘ vorüberziehen lassen kann.“

„Mein Freund der Baum“ ist eine gemeinsame Aktion von BUND Naturschutz, dem Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten und dem Kreisbote Kempten.

Haben auch Sie einen Lieblingsbaum in Kempten? Dann tragen Sie ihn ein unter „Lieblingsbäume“ auf der Website www.kempten-muss-handeln.de oder schicken Sie ein Foto mit einen kurzen Text und Angaben zum Standort direkt per Mail an flke@posteo.de.

Genauere Informationen finden Sie auch hier.

kb

Rubriklistenbild: © Silke Löpmann

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