Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten und BUND Naturschutz laden ein

Mein Freund der Baum - Kemptener Lieblingsbäume

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Der Zauber, der von der würdevollen Robinie im Hofgarten ausgeht, ist immens: gleich mehrere Bürger wiesen uns auf diesen uralten Baum mit dem auffallend geformten Stamm und der zerfurchten Rinde hin. Man ahnt: Er hat schon viel erlebt! Grund genug, ein bisschen nachzuforschen. Birgit Kata vom Stadtarchiv Kempten versorgte uns freundlicherweise mit einigen Details zu seiner Geschichte: „Unsere“ Robinie im Hofgarten ist der letzte lebende Zeuge des Fürststifts Kempten. Sie wurde wohl kurz nach der Mitte des 18. Jahrhunderts gepflanzt und gehört heute zu den ältesten Robinien europaweit. Ursprünglich stammt diese Baumsorte mit den vielen Namen (Gewöhnliche Robinie, auch verkürzt Robinie, Weiße Robinie, Falsche Akazie, Pseudoakazie, Scheinakazie, Gemeiner Schotendorn oder Silberregen) aus Nordamerika. In Europa heimisch wurde sie durch den Hofgärtner des französischen Königs. Er hieß Jean Robin und wurde der botanische Namenspate dieses Baums, den er als widerstandsfähigen Park- und Alleebaum kultivierte. Auch der Kemptener Fürstabt wollte, seiner hohen Stellung gemäß, zumindest eine Robinie in seinem Hofgarten haben, daher die Anpflanzung dieses Baums an sehr prominentem Ort. Unsere Robinie steht am Übergang vom oberen zum unteren Hofgarten. Dieser war ursprünglich nach der Fertigstellung der Residenz in den 1670er Jahren überwiegend ein Nutzgarten, in dem Nahrungsmittel für die Versorgung des Hofes angebaut und Fischteiche mit Frischwasserzufuhr betrieben wurden. Erst mit dem Bau der Orangerie in der Regierungszeit von Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein (reg. 1760-1785) wurden Teile des Hofgartens zu einem Park mit Zierpflanzen umgestaltet. Die Fischweiher wurden beibehalten. Das große Wasserbecken unter der Hangstufe erinnert heute daran. Im Laufe der Jahrhunderte sank der Stamm der Robinie immer mehr zusammen und veränderte sich bis zu seiner heutigen, so beeindruckenden Form. Die Stadtgärtnerei hat ein besonderes Auge auf diese lebende Antiquität und kann hoffentlich durch die Pflege den Baum noch lange erhalten. Seit Jahrzehnten ist er ein beliebtes Fotomotiv. „Jedes Jahr freue mich mich, wenn der Baum austreibt. Er tut dies erst im späten April oder sogar Mai, wenn die jüngeren Kastanien drum herum bereits voller Laub sind. Die dekorativen weißen Blütendolden zeigen sich dann im Juni.“
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Birgit Kata kann ihre Ausführungen über diesen besonderen Lieblingsbaum auch mit dieser historischen Ansicht belegen: "Dieses Gemälde (zu finden in einer gemeinfreien Version im Wikipedia-Artikel zur Orangerie Kempten), zeigt tatsächlich die Robinie, wie man an den Blättern und der Zweiteilung des Stammes erkennen kann. Das Bild hing bis vor ein paar Jahren im Treppenhaus der Stadtbibliothek in der Orangerie. Heute wird es im Depot der Kemptener Museen aufbewahrt."
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Michael Hofer erzählt von seinem Lieblingsbaum: „Diese Platane wurde vor etwa zehn Jahren als großer Baum mittels Tieflader an ihren jetzigen Standort versetzt, als Ersatz für einen Baum, der gefällt werden musste. Die Platane ist eigentlich ein Mittelmeer-Baum und dort wegen ihres Schattenwurfes beliebt. In Deutschland ist sie seit dem 18. Jahrhundert, mit amerikanischen Platanen eingekreuzt, verbreitet."
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Juliane Brauswetter freut sich über die geradezu familiäre Unterstützung, die ihr Lieblingsbaum gewährt: „Mein Schwiegervater freut sich jeden Tag, aus seinem Zimmer im Seniorenheim direkt in die stattliche Buche zu blicken und den Wechsel der Jahreszeiten mitzuerleben, als säße er im Baumhaus.“
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Julius Bernhardt genießt die Stimmung um seinen Lieblingsbaum: "Fast täglich radle ich an ihr vorbei, der großen Esche an der Königsberger Straße. Sie steht am höchsten Punkt direkt in der Kurve der Straße neben einem Trafohaus an einer kleinen Wiese. Würde man in ihre Krone klettern, hätte man einen fantastischen Blick in die Ferne und über die Stadt. Manchmal grasen Schafe auf der kleinen Wiese nebenan und suchen an Hitzetagen ihren Schatten – ein kleines bisschen Landidyll mitten in der Stadt."
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Angela Ysop ist glücklich über die positive Wirkung ihres Lieblingsbaums: "Schon bei der ersten Hausbesichtigung ist mir die stattliche Linde aufgefallen. Sie ist schon eine imposante Erscheinung mit einem Stammumfang von drei Metern und einer Höhe von bestimmt 25 Metern. Sie ist unglaubliche 200 Jahre alt und steht keine 30 Meter von unserem Haus entfernt. Einen solchen Baum mitten in der Stadt direkt vor unserem Wohnzimmer zu haben empfinden wir als echtes Glück. Unglaubliche 370 Liter Sauerstoff werden von ihr pro Tag produziert und damit schädliches CO2 umgewandelt. Neueste Studien beweisen sogar einen positiven Einfluss von Bäumen auf die Gesundheit! Einen Blitzschlag 2015 hat sie (und wir auch) gut überstanden. Danach wurde sie fachmännisch gepflegt und erfreut uns jeden Tag."
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Gesine Weiß über ihren Lieblingsbaum am Spielplatz Auf der Breite: "An meinem Geburtstag Ende Juni ist es meistens richtig heiß – einerseits freue ich mich natürlich, wenn die Sonne scheint, andererseits ist es in der Regel viel zu heiß, um am Nachmittag mit meinen Gästen auf unserer Terrasse zu sitzen. Meine Rettung ist – alle Jahre wieder – die mächtige Rotbuche, die gleich neben unserem Haus am Spielplatz steht. Unter ihrem schützenden, tiefroten Blätterdach lässt es sich auch bei größter Sommerhitze bestens aushalten. Diese Rotbuche ist mein absoluter Lieblingsbaum. Ein Traum in Rot – ach, selbst im Winter macht ihre imposante Statur noch was her! Wie viele „Geburtstage“ sie wohl schon erlebt hat?"
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Simon Weiß erzählt von ihrem Lieblingsbaum: "Keck reckt sie ihren zipfeligen Schopf gen Himmel und trotzt dem pfeifenden Wind auf dem Mariaberg: Die „kleine Schwester“ der Mulzer-Föhre sieht so ganz anders aus als das ehrwürdige, benachbarte Naturdenkmal – viel kompakter und, nun ja, zugänglicher. Und so hat sie es auch in die Herzen meiner Kinder geschafft. Wenngleich sie Wandern eher langweilig finden: die „Kletterföhre“ auf dem Mariaberg ist immer ein Lockmittel, um sie zu einer kleinen Tour zu überreden. „Wenn wir auf dem Mariaberg sind, klettere ich immer mit meiner Schwester auf diese Föhre. Sie ist der beste Kletterbaum der Welt!“ So macht diese Lieblings-Föhre die Kinder froh und uns Eltern ebenso!"

Kempten – Wir wollen die Lieblingsbäume der Kemptener*innen sichtbar machen!

„Mein Freund der Baum“ ist eine gemeinsame Aktion von BUND Naturschutz, dem Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten und dem Kreisbote Kempten.

Haben auch Sie einen Lieblingsbaum in Kempten? Dann tragen Sie ihn ein unter „Lieblingsbäume“ auf der Website www.kempten-muss-handeln.de oder schicken Sie ein Foto mit einen kurzen Text und Angaben zum Standort direkt per Mail an flke@posteo.de.

Genauere Informationen finden Sie auch hier:

https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/freundeskreis-lebenswertes-kempten-bund-naturschutz-starten-baumprojekt-kempten-13784091.html

kb

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