Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten und BUND Naturschutz laden ein

Mein Freund der Baum - Kemptener Lieblingsbäume

Instagramtaugliche Esche am Lugemannsweg
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Kempten – Diese instagramtaugliche Esche am Lugemannsweg gehört zu meinen Lieblingsbäumen. Hängt doch an ihr eine einfache Schaukel, die sehr vielen – besonders jungen – Menschen als beliebtes Fotomotiv dient. Von dieser Stelle aus hat man einen weiten Blick in die Allgäuer Alpen. Für die älteren Semester steht diese Esche an einem strategischen Platz. Sie befindet sich so ziemlich auf der höchsten Stelle des Lugemannsweges. Egal aus welcher Richtung man kommt, ob von Albris, vom Stadtweiher oder vom Steinbergweg, hier ist der höchste Punkt erreicht und die Anstrengung hat ein Ende. Von nun an geht es nur noch den Berg hinunter. Wer sich ausruhen möchte und nicht schaukeln will, für den steht eine Parkbank ganz in der Nähe. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier eine kleine Rast einzulegen und die Aussicht zu genießen. Ich wünsche dem Baum mit seinem stattlichen Stammumfang und der sehr großen Krone, dass er uns trotz des Eschentriebsterbens noch viele Jahre erhalten bleiben möge.
Adventsbäumchen
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Kempten – Gesine Weiß über ihren Liebelingsbaum: „Im Advent hat unsere Familie einen ganz besonderen Lieblingsbaum. Genau genommen ist er gar kein Baum, sondern eine Thujahecken-Upcycling-Mogelpackung. Und das kam so: Vor vielen Jahren hatte sich bei uns die Tradition etabliert, einen Adventsbaum aufzustellen. Anfang Dezember kaufte ich bei einem Kemptener Baumarkt immer ein Bäumchen im Topf und wir erfreuten uns die gesamte „stade Zeit“ an dieser duftenden Deko. Bis zu dem Tag vor drei Jahren, als mir bewusst wurde, dass die Bäumchen 1. gar keine oder nur verstümmelte Wurzeln hatten und nie überlebten, und 2. irgendwo in Rumänien unter (ökologisch und sozial) fragwürdigen Bedingungen produziert wurden und eine weite Reise hinter sich hatten. Gar nicht gut, befand ich, und beschloss, das nicht mehr zu unterstützen. Mann und Kinder jedoch protestierten. Eine Alternative aus Metall oder Holz kam in ihren Augen nicht infrage, der Adventsbaum musste grün sein und duften. Die Rettung kam, ganz unverhofft, von meiner Mutter. Ihre Thuja-Hecke musste sowieso dringend eingekürzt werden, und so kappte sie kurzerhand zwei Spitzen, die wir kunstvoll zu einem kleinen Bäumchen arrangierten. Wer uns jetzt für ein bisschen verrückt hält, hat vielleicht Recht, aber mit dieser Lösung sind seitdem alle glücklich: meine Mutter ist ihren Grünschnitt los, ich habe ein reines Gewissen und vor allem: der Familienfrieden ist gesichert.“
Eine üppig grüne Eiche auf einem Rasen, im Hintergrund weitere Bäume, ein Weg.
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Renate Helmrich hat Mitgefühl mit ihrem Lieblingsbaum: „Im Cambomare-Freibad, das diese Saison nur eingeschränkt geöffnet hatte, befindet sich die sogenannte Rentner-Eiche; auch sie fühlt sich in dieser seltsamen Corona-Zeit sehr einsam, wie so manche Menschen. Anstatt munteren Rentnergeschichten zu lauschen, sich zu amüsieren, steht sie ganz verlassen in der Anlage. Auch die leeren Haken am Rentner-Brett erzählen davon…“
Der Stamm einer Eiche, an dem eine Art Schlüsselbrett mit Haken und der Aufschrift „Rentner-Eiche“ befestigt ist, auf einem Rasen, im Hintergrund Sträucher, weitere Bäume, ein Weg.
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Kein Badetuch an den Haken der ‚Rentner-Eiche‘ im Cambomare.
Eine grüne Linde auf einem Hügel, oberhalb von Häusern und weiteren Bäumen im Hintergrund.
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Juliane Brausewetter kann den Anblick ihres Lieblingsbaums bei jeder Witterung genießen: „Auch bei Regen schön: die große alte Linde auf dem Halde-Buckel. An einem Aussichtspunkt erfreut sie uns bei unseren Spazierrunden. Hier muss auch irgendwo eine Fuchsfamilie wohnen, denn in der Dämmerung sehe ich hier immer wieder einen Fuchs umherschleichen, der sich dann, gar nicht scheu, den Häusern nähert.“
Ein knorriger, mit Moos bewachsener Baum mit üppigem Laub, an dem ein Nistkasten hängt, im Hintergrund Häuser und weitere Bäume.
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Renate Helmrich und ihr Lieblingsbaum in der Poststraße begleiten einander schon länger: „‚Mein‘ Baum - eigentlich ein Bäumchen gegenüber den stolzen, mächtigen Riesen, aber dafür mitten in der Stadt, und so begegnen wir uns oft und immer dann, wenn ich auf dem Weg bin – zum Arzt, zum Einkauf auf dem Markt, zum Treffen mit netten Menschen oder anderen…, zum Kirchgang, Konzert, zur Ausstellung… oder zu allem, wozu Kempten einlädt. Also, rund um diesen Baum bin ich in Kempten unterwegs, freue mich, wenn er mich zum Beispiel an einem Sommermorgen frisch und munter grüßt, im Herbst mir mit bunten Blättern zuwinkt, im Winter mir sein weißes Mützchen zeigt, doch ganz besonders freue ich mich mit ihm, wenn er mir im Frühling mit zartem Grün zulächelt und ebenso wie ich dem Frühlings-Gesang und -Gezwitscher seines Hauptmieters lauscht, ihn genießt und wir gemeinsam feststellen: Der Frühling, ja – er ist da!“
Zwei Laubbäume auf einer grünen, feuchten Wiese umgeben von Sträuchern und anderen Bäumen.
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„An diesen Bäumen mag ich das Alter, die Größe, die Gruppe und die Lage“, sagt Robert Wörz über diese aneinander geschmiegten Laubbäume. Am Schwabelsberger Weiher scheinen viele Baumfreunde unterwegs zu sein: Aus dem Landschaftsschutzgebiet wurden bisher die meisten Lieblingsbäume gemeldet. Auch diese Weide bereichert das Ufer des schönen Sees, der genau genommen aus drei Teichen besteht. Die Gewässer waren bereits im 17. Jahrhundert als Fischteiche angelegt worden, gerieten später in Vergessenheit und wurden erst 1982 von der Stadt aufgekauft und vor der Verlandung bewahrt. Heute ist der Schwabelsberger Weiher ein wertvolles Biotop, das vielen seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet – und ein beliebtes Ausflugsziel der Kemptener Stadtbevölkerung.
Eine Eiche an einem grünen Hang vor einem Wald.
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Roland Graef berichtet über seinen Lieblingsbaum: „Über diese Eiche freue ich mich bei jedem Spaziergang entlang des Steilufers des Heggersbachs. Sie befindet sich am Weg zwischen der Rottachbrücke und dem Wohnheim der Lebenshilfe an der Mariaberger Straße.“

Kempten – Wir wollen die Lieblingsbäume der Kemptener*innen sichtbar machen!

Annette von Rützen beschreibt ihren Lieblingsbaum: „Mein Lieblingsbaum ist eine alte Esche und steht oberhalb vom Bachtelweiher auf der Kuppe beim Golfplatz nähe Trilschweg. Er breitet seine alten, dicken Äste ungehindert in alle Richtungen aus und strahlt große Gelassenheit aus. Wo er in den Boden und die Wurzeln übergeht, haben sich dicke Knubbel gebildet, die richtige Sitzmulden bilden und zu einer Pause einladen. Von dort geht der Blick über das weite Land in die Berge. Zwischen diesen Knubbeln kurz über dem Boden gibt es eine Höhle in den Wurzeln, die Jahr für Jahr mehr von einem Baumpilz überwachsen wird. Im letzten Jahr hatten Wespen in dieser Höhle ihr Nest gebaut und sind hinein- und hinausgeflogen. Etwas weiter oben am Stamm haben sich auf einer begrenzten Fläche in der Sonne Fliegen einer mir unbekannten Art gesammelt, die einen sind gekommen, die anderen wieder geflogen, alle die gleichen. Was sie dort tun? Ob sie sich dort paaren? Es fasziniert mich, wie an und in diesem alten Baum verschiedene Lebewesen ihren eigenen Lebensraum finden, völlig unberührt davon, ob wir von ihnen Notiz nehmen oder nicht. Der Baum erinnert mich mit seinem Alter und seiner Größe immer wieder daran, selber etwas Distanz zu Dingen in meinem Leben zu bekommen und zu überdenken, was für mich wichtig sein soll und was ich mit ‚der Gelassenheit des Baumes‘ vorüberziehen lassen kann.“

„Mein Freund der Baum“ ist eine gemeinsame Aktion von BUND Naturschutz, dem Freundeskreis für ein lebenswertes Kempten und dem Kreisbote Kempten.

Haben auch Sie einen Lieblingsbaum in Kempten? Dann tragen Sie ihn ein unter „Lieblingsbäume“ auf der Website www.kempten-muss-handeln.de oder schicken Sie ein Foto mit einen kurzen Text und Angaben zum Standort direkt per Mail an flke@posteo.de.

Genauere Informationen finden Sie auch hier:

https://www.kreisbote.de/lokales/kempten/freundeskreis-lebenswertes-kempten-bund-naturschutz-starten-baumprojekt-kempten-13784091.html

kb

Rubriklistenbild: ©  Christine Glatthaar

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