"Notstand der Menschlichkeit"

Seebrücke-Aktion fordert sichere Wege nach Europa - 18500 Flüchtlinge sind seit 2015 ertrunken

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Mit Schlauchbooten hielten Kemptener Aktivistinnen und Aktivisten auf dem beliebten Badesee bei Öschle am Samstag eine Kundgebung zum bundesweiten Aktionstag der Seebrücke.
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Während der Kundgebungen auf dem Wasser verteilten Aktivistinnen und Aktivisten an den Badestränden Flugblätter zur Seebrücke.
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Sulzberg/Kempten – Am Samstag organisierte eine Gruppe Aktivist*innen eine Kundgebung im Rahmen der bundesweiten Seebrücke-Aktion auf dem Öschlesee für sichere Fluchtwege nach Europa. Auf Schlauchbooten forderten sie mit Transparenten und einem Redebeitrag sichere Fluchtwege nach Europa und die Entkriminalisierung der privaten Seenotrettung.

Am beliebten Öschlesee, gab es am Samstagmittag eine außergewöhnliche Aktion einer Gruppe Aktivist*innen der „Seebrücke-Bewegung“. Die Gruppe ruderte mit Schlauchbooten unterschiedliche Badestellen an und konfrontierte die Badegäste mit der dramatischen Situation von Geflüchteten auf dem Mittelmeer, die in der vergangenen Woche durch die Seenotretterin Carola Rackete erneut ins Licht der Öffentlichkeit rückte. In einem Redebeitrag wurde auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam gemacht. Außerdem forderten die Aktivist*innen „ein Ende der Kriminalisierung von privaten Seenotrettungs-Organisationen“. 

Auf einem der Transparente war zu lesen: „Europa deine Toten, 18500 + ? seit 2015“. Damit wiesen die Aktivist*innen hin auf die von der UNO veröffentlichten Zahl, der im Mittelmeer ertrunkenen Geflüchteten. 

Die Gruppe informierte darüber, dass die von der EU unterstützte Rettung durch die libysche Küstenwache keine Alternative zur Seenotrettung sei: „Es ist kein Geheimnis mehr, dass Geflüchtete in Libyen unter den unmenschlichsten Zuständen eingesperrt, gefoltert und versklavt werden. Wer sie dorthin zurück bringt, macht sich mitschuldig an der Verletzung eines der grundlegendsten Prinzipien, auf die wir unser Zusammenleben bauen. Denn Artikel 1 des Grundgesetzes sagt ganz unmissverständlich: Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ 

Auf Flyern, die an den Badeplätzen verteilt wurden, wendete sich die Gruppe mit dem Appell „Schafft sichere Häfen, auch in Kempten!“, direkt an die Badegäste. Mit dem Hinweis auf eine Petition wurde die Bevölkerung aufgerufen, die Forderungen der „Seebrücke“ zu unterstützen. 

Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Sie solidarisieren sich mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder auf der Flucht sind. 

kb

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