"MehrWert"-Konzept kommt gut an

Hohe Resonanz

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Eine zehnteilige Veranstaltungsreihe der Schuldnerberatung und des Sozialpsychiatrischen Zentrums der Diakonie hat das Thema „MehrWert“ zum Inhalt.

Kempten – Konsum – Geld – Werte: Was hat das mit mir persönlich zu tun? Wie kann ich aus wenig mehr machen? Aber auch: Was macht mich persönlich wertvoll?

Mit Fragen dieser Art setzen sich derzeit die Besucher der sozialpsychiatrischen Tagesstätte im Haus Lichtblick der Diakonie Kempten-Allgäu auseinander. Susanne Greiner von der Schuldnerberatungsstelle und Michaela Berchtold vom Sozialpsychiatrischen Zentrum (SPZ) haben dazu ein zehnteiliges Konzept entwickelt, das die Besucher des SPZ über das ganze Jahr 2013 begleitet. 

„Wir sind begeistert, die Resonanz für die Veranstaltungsreihe ‘MehrWert’ ist sehr hoch. Ziel ist, die Teilnehmer zu sensibilisieren, wie sich die verschiedenen Aspekte rund um das Thema auf ihr alltägliches Handeln auswirken. „Hieraus erarbeiten wir gemeinsam Handlungsmöglichkeiten, die ‘MehrWert’ ins persönliche Leben bringen sollen. Dabei geht es nicht nur um materielle Werte, sondern auch um persönliche Wertschöpfung, die nicht mit Geld zu messen ist.“ Die Projektleiterinnen wissen aus ihrer täglichen Arbeit, dass durch knappe finanzielle Ressourcen oder psychische Krankheit auch oft das „Selbstwert-gefühl“ beeinflusst wird. „Mit unserem Konsumprojekt haben wir eine Kombination von Selbstreflexion, Information und Prävention geschaffen“, so Ergotherapeutin Michaela Berchtold, die in der Tagesstätte tätig ist. 

 Das Besondere an diesem Projekt: „Es lässt sich auch auf andere Einrichtungen oder Zielgruppen übertragen, denn es handelt sich um ein alltägliches Thema.“ Die Informationen stärken die Selbstsicherheit der Teilnehmer und schulen ihr Verbraucherbewusstsein. Damit die Informationen nicht verpuffen, bekommen die Teilnehmer eine Mappe, in der die Tipps nochmal schwarz auf weiß stehen. Der Obolus für die Teilnahme an einer der zehn Veranstaltungen: ein Euro. „Das können sich unsere Besucher leisten. Und es symbolisiert zugleich, dass die Veranstaltungen wertig sind.“ Als wertvoll wurde das Projekt auch durch die Ferdinand und Emma Merkt’schen Veteranenstiftung eingeordnet, die die Arbeit mit einem Zuschuss von 1000 Euro fördern. Die einzelnen Veranstaltungen sind unterschiedlich – und unabhängig voneinander. „Durch die Vielfältigkeit wird Interesse geweckt“, freut sich Berchtold. So war die erste Einheit zur Auseinandersetzung mit „Einsparmöglichkeiten im Haushalt“ sehr gut besucht. Ob bei Putzmitteln, Strom, Einkauf, Kleiderwünschen oder Fortbewegung, die Besucher im SPZ staunten nicht schlecht, wo man überall sparen kann – ohne an Wert zu verlieren. Besonders gut gefiel die Vorstellung des Tauschrings Cambodunum. Für Verblüffung sorgte die Aufklärung über Werbestrategien und Verkauftricks in Supermärkten. 

Ganz anders führte ein Besuch der Ausstellung „Liebe ist kälter als das Kapital“ im Kunsthaus Bregenz an die Thematik heran. Und auch bei den kommenden Themen bleibt es reizvoll: „In der Kochgruppe werden wir mit wenig Geld, aber mit viel Geschmack kochen.“ Wertvoll sind im Rahmen der Veranstaltungsreihe weiterhin ein Bibliotheks-Besuch, der Kinofilm „Taste a waste“ und ein Schenktag. „Ich habe schon jetzt viel gelernt“, so eine Besucherin. Weitere Infos gibt es bei Susanne Greiner von der Schuldnerberatung unter der Telefon- nummer 0831/54 059 52 oder bei Michaela Berchtold unter 0831/54 059 34.

mori

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