Die Frau der Freien Wähler

Indra Baier-Müller will Landrätin im Oberallgäu werden

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„Ich find‘s gut!, meinte Kreisvorsitzender Hugo Wirthensohn (rechts) und gratulierte der soeben gewählten Indra Baier-Müller zur Kandidatur um das Amt als Landrätin.

Oberallgäu – Noch vor der „politischen Sommerpause“ haben die Freien Wähler ihre Kandidatin für die Landratswahl im kommenden März nominiert. Die 48-jährige Indra Baier-Müller aus Immenstadt wurde von den Mitgliedern der Kreisvereinigung der Freien Wähler (FW) in Rettenberg gewählt. Auf Vorstellungstour durch die Kommunen im Landkreis will sie ab September gehen.

„Es ist mir sehr wichtig, zuzuhören wo die Menschen der Schuh drückt und Lösungen zu finden, die den Menschen weiterhelfen“, betonte die Landratskandidatin bei ihrer Vorstellung in der Nominierungsversammlung der Freien Wähler. Ihre bislang fehlende kommunalpolitische Erfahrung sieht sie nicht als Manko, sondern als Vorteil: „Man hat den Blick von Außen – und ist nicht betriebsblind.“ Und man habe noch nicht die Gelegenheit gehabt, sich unbeliebt zu machen, ergänzte Indra Baier-Müller. Dennoch sei sie „sozialpolitisch auf Landesebene sehr präsent“ durch ihre langjährige Tätigkeit als Geschäftsführerin der Diakonie Kempten/Oberallgäu, wo sie zudem Verantwortung für rund 500 hauptamtliche und 250 ehrenamtliche Mitarbeiter trage. 

Auch die Kreisverwaltung sei ihr nicht gänzlich fremd; immerhin habe sie dort einige Jahre gearbeitet. Ihr berufliches Engagement habe letztlich auch ins „Anforderungsprofil“ der Freien Wähler gepasst: Führungsqualität, Durchsetzungsvermögen, Gestaltungswillen. „Dinge in gute Bahnen lenken, das treibt mich an.“

 Es sei an der Zeit, ihrer Heimat Allgäu etwas zurückzugeben, wo sie „viel Gutes erfahren“ habe. Indra Baier-Müller ist studierte Sozialwissenschaftlerin, verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn; sie wohnt in Immenstadt. Schwerpunkte einer zukünftigen Arbeit für den Landkreis seien die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, der demografische Wandel samt Fachkräfterekrutierung, Mobilität und Tourismus, die Lebensqualität im ländlichen Raum. 

„Alte Rezepte taugen oft nicht mehr für die komplexen Fragestellungen“, findet Baier-Müller. Wesentlich sei heute der Prozess der Entscheidungsfindung für eine gute Entwicklung. Es bedürfe „neuer Formen der Kommunikation mit den Menschen“. Ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, hohe Leistungsbereitschaft und ein hundertprozentiger Einsatz für die ihr übertragenen Aufgaben hätten ihr bisheriges Leben ebenso geprägt, wie Verantwortungsbewusstsein, Ehrgeiz und Fleiß. „Und vor allem eine unbändige Freude, mit und für Menschen zu arbeiten.“ 

Das Amt des Landrats sei ein „150-Prozent-Job und kein weiteres Ehrenamt“, so Baier-Müller weiter in einem Seitenhieb auf den Landratskandidaten der CSU: Alfons Hörmann hatte bislang offen gelassen, ob er als gewählter Landrat seinen Vorsitz beim Deutschen Olympischen Sportbund DOSB aufgeben werde. „Die Chance war noch nie so greifbar nahe wie jetzt“, motivierte Indra Baier-Müller sich und die Freien Wähler für den bevorstehenden Wahlkampf. Und FW-Kreisvorsitzender Hugo Wirthensohn ergänzte: „Ich find‘s einfach gut.“ 

Jetzt gelte es, loszulegen und die Kandidatin zu unterstützen, appellierte Wirthensohn an die Versammlung. Programmatische Schwerpunkte der Freien Wähler sollen vier Kernpunkte sein: Mobilität, Erhalt der Kulturlandschaft bei nachhaltigem Tourismus, Entwicklung des ländlichen Raumes und der ÖPNV. Wirthensohn: „Nach der Sommerpause geht‘s los!“ Die Freien Wähler machen sich nichts vor: Trotz der „Top-Kandidatin“, so Wirthensohn, werde man die Schützenhilfe anderer Gruppierungen und Parteien brauchen. Erste Gespräche in dieser Richtung sollen bald aufgenommen werden.

Josef Gutsmiedl

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