"Frau spielt große Rolle"

Die Landtagsabgeordete Annette Karl (links) und ASF-Vorsitzende Ute Kosak beim Dreiköniginnentreffen. Foto: Ferder

Anlässlich des traditionellen Dreiköniginnentreffen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) referierte die Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Annette Karl, zum Thema „Demographischer Wandel und Landflucht – Metropolisierung als Chance und Herausforderung für die Frauen" im Haus International in Kempten.

Neben der aktuellen politischen Thematik der SPD in Bayern, wie den zunehmenden Sparmaßnahmen des Landes, ging Annette Karl vor allem auf die heutige Situation der Frau im Berufsleben und dem damit verbundenen demographischen Wandel ein. „Denn wie sich seit einigen Jahren zeigt, werden die Unterschiede zwischen Land und Stadt immer größer", so Karl. Vor allem junge, leistungsfähige Einwohner ziehen von ländlichen Regionen in die Städte, wo sie bessere Zukunftschancen sehen. Dies sorgt nicht nur für einen zunehmenden Abbau in den Dörfern, sondern birgt auch Belastungen und Kosten für größere Städte und Kommunen. Gerade in Kempten und Region sieht die SPD-Politikerin hohe Zukunftschancen, dennoch findet auch im Allgäu eine zunehmende Landflucht, vor allem der jungen Bevölkerung statt. „Dies liegt besonders an der Arbeitsplatzsituation der ländlichen Bezirke, die meist nur wenig Möglichkeit für hochqualifizierte Berufstätige bieten, aber auch die fehlende Kinderbetreuung und zu wenig Schulen, sowie eine schlechtere Gesundheitsversorgung verstärken diesen Trend", so Karl. Landflucht als Ausweg „Dabei spielt vor allem die Frau eine große Rolle", betont die Landtagsabgeordnete, denn viele Frauen wollten den Anschluss ans Berufsleben nicht verlieren und benötigten nun die gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf zufriedenstellend in Einklang zu bringen. „Da ländliche Regionen leider viel zu selten nahegelegene Kindergärten und Schulen bieten, bleibt Familien mit berufstätigen Eltern oft nichts anderes übrig, als in eine größere Stadt zu ziehen", berichtet die SPD-Politikerin und Mutter von vier Kindern aus eigener Erfahrung. Die ASF fordert aus diesem Grund die tatsächliche Gleichstellung der Frau in Beruf und Gesellschaft. Außerdem müssen außreichend Krippenplätze, sowie Schulen auch in ländlichen Bezirken zur Verfügung gestellt werden. „Denn selbst in Kempten fehlen 350 Krippenplätze", so die Referentin. Abschließend beantwortete Annette Karl in einer Diskussionsrunde Fragen von Interessierten und auch anwesende Kemptener Stadträte nahmen zur aktuellen Problematik in Kempten und Umgebung Stellung.

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