| „Falsche Gewinnversprechen“ als Masche

Frau überweist 400 Euro an Anrufbetrüger

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Bad Hindelang/Landkreis Oberallgäu - Eine Seniorin hatte im September mehrere Anrufe von Unbekannten erhalten.

Um einen angeblichen Gewinn von 38.000 Euro zu bekommen, musste sie sie erst noch Gebühren überweisen, Nach Pressemitteilung der Polizei übermittelte die Frau Wertgutscheinnummern in Höhe von 400 Euro.

Die unbekannten Anrufer hatten mehrfach telefonisch Kontakt mit der Frau  aufgenommen. Im Verlauf der Gespräche  eröffneten sie ihr, dass sie an einem Gewinnspiel teilgenommen und dabei eine Summe von 38.000 Euro gewonnen hätte. Um den Gewinn nun überreicht zu bekommen, müsste sie erst die fälligen Gebühren in Höhe von 1000 Euro begleichen.

Diese Gebühren sollten über sogenannte „Google Play“-Karten beglichen werden, die die Frau im Vorfeld erwerben sollte. Dieser Aufforderung kam sie nach und übermittelte vorab, angeblich zu einer Überprüfung, die Codes, welche die Betrüger einlösten und die Karten damit entwerteten. Die Seniorin erzählte im Verlauf der Telefonate ihrem Sohn von dem Gewinn. Dieser erkannte den Betrug und informierte die Polizei, trotzdem entstand ein Schaden von 400 Euro.

Die Masche der Betrüger

Die Vorgehensweise der Callcenterbetrüger ist der Polizei bekannt. Die Anrufer melden sich mit der freudigen Ankündigung eines Gewinns und spielen auf Gewinnspielteilnahmen der Angerufenen in der Vergangenheit an. Durch geschickte Gesprächsführung vermitteln sie, dass nur noch eine Hürde zwischen den Angerufenen und dem Gewinn steht: die vermeintlichen Gebühren, Steuern oder Notarkosten. Die entsprechenden Gewinne existieren nicht, die Gebühren werden über anonyme Bezahlmethoden sofort transferiert - meist ins Ausland.

Das Phänomen - Callcenterbetrug

Durch Callcenterbetrüge unter dem Phänomen „Vortäuschen eines Gewinns“ entstand im Jahr 2019 ein Schaden von über 85.000 Euro im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidums Schwaben Süd/West. Die Polizei registrierte im Jahresverlauf 344 Anrufe, mehr als 50 dieser Anrufe waren für die Betrüger von Erfolg gekrönt. Im Jahr 2020 wurden bereits weit über 150 Anrufe mitgeteilt, dabei waren bislang etwa 20 erfolgreich. Die Schadenssumme im laufenden Jahr beträgt bereits über 50.000 Euro. Im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten meldeten sich 2019 103 Angerufene bei der Polizei. Im Jahr 2020 gingen bislang schon knapp einhundert Meldungen ein, der Schaden liegt dabei bereits jetzt bei etwa 35.000 Euro.

Die Empfehlungen der Polizei

Die Polizei rät: 

• Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!
• Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern und zahlen Sie keine Gebühren.
• Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.
• Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
• Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren Sie sich die Antworten.
Weitere Hinweise finden Sie unter www.polizei-beratung.de.

kb

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