Frauenliste im Wandel

Für die Belange der Frauen eintreten und eine Bürgermeisterin für Kempten fordern– das hatten sich Inge Vornroht, Inge Weidelich und Elisabeth Brock auf die Fahnen geschrieben, als sie 1989 die Kempt’ner Frauenliste gründeten. Im Haus International feierten die Mitglieder der Liste jetzt ihr 20-jähriges Jubiläum. Dazu präsentierten die Frauen ein Archiv über die bisherige Arbeit der Frauenliste, das als Grundlage für die Zukunft dienen soll.

Mit 15 Kandidatinnen trat die Kemp’tener Frauenliste ein Jahr nach ihrer Gründung erstmals bei den Kommunalwahlen an und erreichte auf Anhieb genug Stimmen für ein Mandat, das Elisabeth Brock seinerzeit wahrnahm und bis heute inne hat. Bei der Wahl sechs Jahre später standen bereits 44 Frauen auf der Liste und vier Ersatzkandidatinnen bereit. Diesmal zog neben Brock auch Lisl Zach für die Frauenliste in den Stadtrat ein, die in der voran gegangenen Legislaturperiode für die Freien Wähler den Posten der dritten Bürgermeisterin bekleidet hatte. Damit hatte sie als erste Frau einen Bürgermeisterposten in Kempten inne. Leider, bedauerte die Vorsitzende Lisa Slavicek, gab es nach Zachs Wechsel zur Frauenliste zunächst keine Bürgermeisterin mehr. Daher organisierten die Damen eine Protestwahl auf dem Rathausplatz in Kempten. Zweites Mandat in 2004 Auch 2002 trat wieder eine voll besetzte Frauenliste zur Wahl an, neben Brock erlangte nun Ina Schönborn ein Mandat. Seit 2004 ist die Liste als Verein organisiert. Damit sollten Aufgaben, die bisher die Stadträtinnen übernahmen, auf mehrere Schultern verteilt werden und eine breite finanzielle Basis entstehen. 2008 dann ein Rückschlag: Die Stimmen der Wähler reichten nurmehr für ein Stadtratsmandat aus, das seither Elisbeth Brock wahrnimmt. Für Freude bei der Frauenliste sorgte jedoch im vergangenen Jahr die Wahl von Sibylle Knott (FW) zur dritten Bürgermeisterin. Als Arbeitsgrundlage für die Zukunft und zur Erforschung der Kemptener Frauengeschichte soll künftig ein Archiv dienen, das Sybille Schmidt-Lawrence und Regina Sdrzalek zusammengestellt haben. Es dokumentiert die bisherige Arbeit der Frauenliste in den vergangenen 20 Jahren und enthält Urkunden, Presseartikel und auch persönliche Briefe. 150 Frauenlisten gebe es Deutschland weit, wie Festrednerin Marianne Krug erklärte. Die hätten auch dazu beigetragen, die Zahl weiblicher Mandatsträger anderer Gruppierungen zu steigern, behauptete sie. Zehn Frauen und 34 Männer sitzen derzeit im Kemptener Stadtrat. Solange der Frauenanteil geringer als der Männeranteil ist, so lange gebe es noch viel zu tun, so Krug.

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