Frauenspezifischer Blick

Die Herausforderungen mit denen Frauen beim Übergang vom Studium ins Arbeitsleben konfrontiert werden, unterscheiden sich bisweilen von denen ihrer männlichen Kollegen. Mit dem neuen „Hochschulforum Frau & Beruf“ hat die Kemptener Hochschule nun eine Plattform für Workshops und Diskussionsforen ins Leben gerufen, die mit jährlich wechselnden Schwerpunktthemen das Ziel verfolgt, einen frauenspezifischen Blick auf die Dinge zu werfen. Rund 50 Studentinnen aller Fakultäten nahmen vergangene Woche die Möglichkeit wahr, sich bei der ersten Ausgabe der Infobörsen für Frauen unter dem Motto „Informieren – austauschen – dabei sein“, dem Thema Berufseinstieg zu stellen.

Neben Infoständen der Agentur für Arbeit, des Koordinationsbüros „Frau & Beruf“ und vielen mehr waren fünf Workshops von Körpersprache über Selbstmarketing bis Stärken- und Schwächenprofil im Angebot. In der abschließenden Diskussion berichteten Vertreterinnen der regionalen Wirtschaft aus der Praxis und gingen auf noch offene Fragen ein. Deutlich wurde dabei: So wie sich Unternehmen in Größe und Branche unterscheiden, so unterschiedlich sind auch die Erwartungen an die Bewerberinnen. Ob zwingend der Name des Ansprechpartners herausgefunden werden muss, ob telefonisch nachgehakt oder die Unterlagen gar persönlich abgegeben werden können, ob Online-Bewerbung oder klassisch auf Papier, oder wie mit „unzulässigen Frauenfragen“ umgegangen wird, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden, wie sich zeigte. Deshalb sei es sinnvoll, sich vor der Bewerbung über das anvisierte Unternehmen sowie seine Struktur zu informieren, genau zu wissen was man will und keine Serienbewerbungen zu verfassen, lautete der Tenor. Weitgehender Konsens herrschte auch bezüglich der Rekrutierungswege. „Wir besetzen offene Stellen gern mit Leuten die wir kennen“, meinte Nicolet Egelseder von der Robert Bosch GmbH. Nach dem Praktikum sei es deshalb vorteilhaft, „natürlichen Kontakt“ zum Unternehmen zu halten, so ihr Tipp. Den Weg über ein Praktikum bestätigten auch Daniela Frey, Klinikum Kempten-Oberallgäu, und Barbara Feneberg, Betreiberin eines Gästehauses, die aber auch das „Thema Netzwerk nicht unterschätzt“ sehen wollte. „Kein Kriterium“ dürfe das Foto sein, beruhigte Rosemarie Konirsch von der Hochland AG eine Studentin. Allerdings sei es beispielsweise ein „KO-Kriterium“ wenn einer Bewerbung für die Lebensmittelmittelbranche ein Bild mit ungepflegtem Aussehen beiliege, schränkte sie ein. Wichtige Prüfsteine bei der Bewerbungsmappe sind für die Personalerinnen vor allem auf eine saubere und ordentliche Aufmachung, fehlerfreies Schreiben, alle Zeugnisse und die wichtigsten Praktika. "Interessante Lebensläufe" Unterschiedlich bewerteten sie „Zick-Zacks“ im Lebensweg, die Konirsch zumindest bei einem Zuviel davon als Ziellosigkeit sah. Eglseder konnte den „Ecken“ dagegen etwas Positives abgewinnen, da ihr ein „zu aalglatter“ Lebensweg eher „gefährlich“ erschien. „Wir schauen auf interessante Lebensläufe, mit Aussagekraft über das bisherige Wirken“, meinte die Frauenbeauftragte der Stadt Kempten, Sabine Blessing, und betonte, dass viele städtische Führungspositionen mit Hochschulabsolventinnen besetzt würden.

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