Frei leben ohne Gewalt

Berührende Lesung und Musik zum Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen

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Die Mitwirkenden des Haus International und des Frauenhaus Kempten setzen ein Signal für ein freies Leben ohne Gewalt.

Kempten – Der Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November, der seit 1999 auch von den vereinten Nationen begangen wird, soll uns immer wieder daran erinnern, dass alle Menschen und insbesondere Frauen und Kinder, ein Recht auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben haben.

Anlässlich dieses Datums hat in Kempten das Haus International (HI) gemeinsam mit dem Frauenhaus zu Lesungen eingeladen. Die Gäste hörten Passagen aus zwei Kinderkriegstagebüchern von Mädchen, die den Krieg – 1945 in Dresden und 2016 in Syrien – überlebt haben.

Der Gedenktag gegen Gewalt gegen Frauen geht auf den Todestag der drei dominikanischen Schwestern Mirabal zurück. Sie fielen am 25. November 1960 nach monatelanger Folter einem Mordanschlag durch das diktatorische Regime von Rafael Trujillo zum Opfer, weil sie sich an Widerstandsaktivitäten gegen Trujillos Diktatur beteiligt hatten. Ihr Mut aufzubegehren gegen Unrecht, Gewalt und Unterdrückung soll die Frauen weltweit aufrütteln, zu selbstbestimmtem Handeln und Widerstand gegen Ungerechtigkeiten.

Mira und Seat begleiteten die Veranstaltung im Haus International mit Klängen aus dem Balkan. Beide Musiker sind im Jahr 1990 wegen des Kriegs in Jugoslawien nach Deutschland geflüchtet. Ihre Lieder sind den vielen geflüchteten Kindern gewidmet.

Die Texte von Aini Teufel und Bana Alabed aus den Kriegstagebüchern (siehe Infokasten) haben Gaby Heilinger und Ruth Haupt vom HI ausgewählt und zusammengestellt. Beide Autorinnen haben das Gleiche erlebt – zu unterschiedlichen Zeiten. Frauen aus Kempten lasen und erzählten aus den beiden Tagebüchern – berührend und bedrückend über den Kriegsalltag aus Kindersicht. Die Luftangriffe auf die Städte Dresden in den Jahren 1944/45 und Aleppo 2016: die Gewalt, die tägliche Angst, geliebte Menschen und Dinge zu verlieren, die verängstigten Menschen, das Ausgeliefertsein, über den Tod, aber auch über das kleine Mädchen, das sich ein Stück Normalität retten will. Beide Mädchen sehen schreckliche Dinge, zerstörte Häuser und Straßen, Menschen, deren Haare versengt oder über Nacht schneeweiß geworden sind, kein Essen, keine Medikamente. Flüchtende Menschen in langen Trecks.

Bana Alabed schildert die eigene Flucht in ein anderes Land, in dem man nicht willkommen ist. Auf die Gnade und Barmherzigkeit anderer Menschen angewiesen sein zu müssen, als Flüchtling irgendwo ohne etwas wieder neu anzufangen. Für beide Mädchen hat der Krieg die Kindheit von heute auf morgen beendet. Sie mussten grundlos unendliches Leid erleben. Und doch haben sie die Hoffnung auf ein Ende des Krieges und Rettung nicht aufgegeben, den Glauben an Gott nicht verloren.

Ihre Kriegstagebücher sollen die Menschen aufrütteln und Betroffenen Mut machen, das Erkennen der Sinnlosigkeit von Gewalt und Krieg ermöglichen. Gemäß dem vorangestellten Zitat von Anne Frank Bana Alabeds Buch „…die Hoffnung belebt uns, gibt uns wieder Mut und macht uns wieder stark.“

Christine Reder

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