Der Könige neue Kleider

Freiwillige nähen neue Kleider und Hüte für die Sternsinger von St. Lorenz 

+
Sie haben für die Pfarrei Sankt Lorenz neue Sternsinger-Kostüme, Hüte und Turbane genäht: (v.l.) Gudrun Stranzke, Petra Natter, Andrea Zeller und Sandra Walter.

Kempten – „Die Sternsingeraktion ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Da verdienen es die Sternsinger auch, dass sie sich in ihren Gewändern wohlfühlen“, ist Andrea Zeller überzeugt. Seit drei Jahren näht die Leiterin des Cafés der Cityseelsorge Kempten gemeinsam mit vier weiteren Ehrenamtlichen neue, für alle Größen passende, Kostüme und Kopfbedeckungen für die Sternsinger von St. Lorenz.

„450 Stunden freiwillige Arbeit haben wir in diese Aufgabe gesteckt“, überschlägt sie und zeigt die prachtvollen Überwürfe, Turbane und Hüte.

Wenn die Kinder und ihre Betreuer am 3. Januar um neun Uhr im Aussendungsgottesdienst für ihre Sammelaktion gesegnet werden, stecken alle in der selbstgeschneiderten Bekleidung aus der „Nähstube“ von St. Lorenz.

Angefangen hat alles damit, dass Petra Natter das kaputt gegangene Sternsingerkostüm für ihre Tochter flicken musste. „Es war einfach schon ziemlich alt“, erinnert sie sich. Sie kam mit Andrea Zeller zusammen und schneiderte gemeinsam mit Katja Jareis, Gudrun Stranzke und Sandra Walter nach und nach alle Kostüme neu. Innerhalb der letzten drei Jahre haben sie so den gesamten Fundus überarbeitet und größtenteils ersetzt. Dazu trafen sich alle einmal monatlich montags in St. Lorenz zum Schneidern. Einen Termin zu finden war gar nicht so einfach, schließlich sind alle fünf auch berufstätig.

Als Geschenk erhielt die Gruppe Stoffballen, die anderen Nähutensilien bestellte Andrea Zeller möglichst kostengünstig. „Die Schnitte haben wir überarbeitet und dann die Kostüme genäht“, schildert sie weiter. In Fünf-Zentimeter-Schritten sind nun Sternsinger-Gewänder ab einer Schulterhöhe von 95 Zentimetern vorhanden und entsprechend gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung sei ganz wichtig: Dann gehe die Einkleidung und das Schminken ruck-zuck, so Zeller. Berücksichtigt wurde bei den Schnitten auch, dass wegen der Kälte die Kinder unter den Kostümen dicke Jacken tragen. „Deshalb haben wir mit einer entsprechenden Passe gearbeitet“, erklärt Zeller weiter. Das bietet den Sternsingern mehr Bewegungsfreiheit unter den Überwürfen.

Außerdem sei das neue Material pflegeleicht, es sauge sich nicht bei Nässe voll und sei leicht zu reinigen, schildern die Näh-Expertinnen.

Mittlerweile ist Andrea Zeller schon geübt, denn St. Lorenz ist die dritte Pfarrei, in der sie beim Nähen und dem Ersatz der alten Gewänder dabei ist. Im Westallgäu habe jemand Hutrohlinge aus einer Hutfabrik besorgen können. Das sei schon praktisch gewesen, fährt sie fort. „In St. Lorenz mussten wir die Hüte selbst aus Filz nähen, dann mit Stoff beziehen und mit Borte verzieren“, erzählen die Frauen.

Für die Turbane gebe es Schnitte. Die Kopfbedeckung sei ein wichtiger Teil der Ausrüstung. Schließlich zögen die Freiwilligen bei Wind und jedem Wetter von Haus zu Haus.

pdke

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die ersten 200 Kandidatinnen beim Kreisbote TrachtenMadl 2019
Das sind die ersten 200 Kandidatinnen beim Kreisbote TrachtenMadl 2019
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Wer hat den Ofen geklaut?
Wer hat den Ofen geklaut?
Welche Möglichkeit bietet das Bedingungslose Grundeinkommen?
Welche Möglichkeit bietet das Bedingungslose Grundeinkommen?

Kommentare