Politischer Aschermittwoch:"Es wird ein heißer Sommer"

SPD freut sich auf den Wahlkampf

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SPD-Bundestagskandidatin Katharina Schrader erntet für ihre Aussagen beim Politischen Aschermittwoch der SPD viel Applaus von den anwesenden Gästen.

Kempten – Den Hoffnungen der Union, dass die „rote Party“ bald vorbei ist, erteilte Katharina Schrader, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Kempten, beim Politischen Aschermittwoch eine Absage. „Martin Schulz ist wie ein Hochgeschwindigkeitszug – ohne Bremsen in Richtung Kanzleramt“, sagte sie unter dem Applaus der rund 40 Gäste in der „Alten Schmiede“.Kempten – Den Hoffnungen der Union, dass die „rote Party“ bald vorbei ist, erteilte Katharina Schrader, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Kempten, beim Politischen Aschermittwoch eine Absage. „Martin Schulz ist wie ein Hochgeschwindigkeitszug – ohne Bremsen in Richtung Kanzleramt“, sagte sie unter dem Applaus der rund 40 Gäste in der „Alten Schmiede“.

Die SPD mache die gute Politik in der Bundesregierung, so Schrader weiter, und man habe immer gewusst, dass mehr als 20 Prozent, „jetzt sogar mehr als 30 Prozent“, drin sind, blickte sie zuversichtlich auf die kommenden Monate bis zur Bundestagswahl. „Von NRW wird am 14. Mai (Landtagswahl, Anm. d. Redaktion) ein kraftvolles Signal ausgehen“, prophezeite sie.

CDU und CSU hätten keine guten Argumente gegen die SPD, weshalb sie „mit Dreck auf uns schmeißen“ und auch die AfD verbreite weiter ihre Lügenparolen. „Kanzlerin Merkel ist umstritten wie nie zuvor. Sie hat sich in den letzten Monaten immer mehr von der Bevölkerung entfernt und es verpasst, Europa in der Finanz- und Flüchtlingskrise weiter zu vereinen“, polterte Schrader weiter und fügte an: „Die EU wird nur bestehen können, wenn sie einig ist.“

Bei ihrem Blick auf die internationale Politik erinnerte die SPD-Bundestagskandidatin auch an einige Entscheidungen, die 2016 getroffen wurden, bei denen man nie gedacht hätte, dass sie eintreten. Die USA sei über Jahrzehnte der Inbegriff der Freiheit gewesen, mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsident drohe das Land nun „ein Ort der Finsternis zu werden“. In Bezug auf den Austritt Großbritanniens aus der EU machte Schrader deutlich, dass „es mit uns keine Rosinenpickerei beim Brexit geben wird“. Nachdem sie auch die Themen Osteuropa und Erdogan angeschnitten hatte, forderte sie: „So kann es in Europa nicht weitergehen, wir müssen für Gerechtigkeit streiten.“

Zurück zur Landes- und Bundespolitik: Etwas amüsiert erinnerte Schrader an das „vermeintliche Versöhnungstreffen“ zwischen „Horst und Angie“ Anfang Februar in München. Der offene Streit spitze sich zu. „Ich bin gespannt auf den nächsten Akt im Integrantenstadl CDU/CSU.“

Auch die Bildungspolitik der CSU prangerte die Stadträtin an und hofft, dass Seehofer bald eine vernünftige Lösung zum Dauerthema G8/G9 präsentiert, das er ja mittlerweile zur „Chefsache“ erklärt hat. „Wir als SPD stehen für das G9, ohne wenn und aber“, unterstrich Schrader unter dem lauten Applaus der Zuhörer.

Abschließend ging sie noch auf die Wahlkampfthemen der SPD ein. „Soziale Gerechtigkeit ist mir eine Herzensangelegenheit und es freut mich sehr, dass Martin Schulz sie in den Mittelpunkt des Wahlkampfes stellt.“ Die SPD will, dass die Löhne steigen, denn gute Löhne seien Voraussetzung für die Rente und um später in Würde leben zu können. Die SPD will, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit gleich bezahlt werden und sie fordert angemessene Löhne für alle, die in sozialen Berufen wie der Pflege tätig sind. „Wir wollen in eine moderne Infrastruktur investieren, denn davon profitieren alle“, so Schrader weiter. Nach zwölf Jahren werde es wieder Zeit, dass eine SPD-Politikerin bzw. ein SPD-Politiker das Innenministerium übernehme. „Wir wollen kostenfreie Bildung für alle, wir wollen den sozialen Wohnungsbau ankurbeln und für all das haben wir Ideen und Konzepte“, betonte die SPD-Kreisvorsitzende und ist sich sicher, dass es politisch gesehen „ein heißer Sommer wird“.

Unter den angekündigten Überraschungsgästen war zwar „leider nicht Martin Schulz“, dafür schnitten Schrader und Siegfried Oberdörfer (stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender und Stadtrat) in Kabarett-Form verschiedene Themen der lokalen, bayerischen, deutschen und internationalen Politik an. „So eine Schweinerei“, meinte Oberdörfer hinsichtlich des gerade genehmigten geplanten Schweinemaststalls mit 1300 Schweinen in Sterklings. Nachdem die beiden mit einigen Bauernregeln um sich geworfen hatten, schlug Oberdörfer vor, dass der Stadtrat nach Fertigstellung der Mast einen Ausflug dorthin machen sollte mit anschließendem Besuch im Schlachthof. „Dann schmeckt die Brotzeit besonders gut!“

Obergrenze für Krähen

Auch die von Seehofer geforderte Obergrenze wurde aufs Korn genommen. „Wir laden Seehofer zur Festwochen-Eröffnung ein und fordern eine Obergrenze für die Krähen im Stadtpark“, so Oberdörfer. Einigen Kemptener Stadträten bescheinigten Schrader und Oberdörfer eine gewisse Nähe zu einem Gastronomen und einem Investor. „Nach Hotelturm und Büroturm könnte der OB doch einen Museumsturm als neue Idee ins Spiel bringen.“ Und was zu feiern gibt es dieses Jahr auch, das „große Loch“ hat heuer zehnjähriges Jubiläum.

Für die musikalische Umrahmung des Politischen Aschermittwochs der SPD sorgte der Musikverein Sankt Mang.

Melanie Weidle

Politischer Aschermittwoch Kempten und Oberallgäu

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