"Nicht aus Zucker"

Klimaschützer beweisen Durchhaltevermögen bei "Friday for Future" im Dauerregen

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Kempten – Dauerregen und Lethargie? Bei den Schülern und Jugendlichen, die am Freitag im Rahmen der „Fridays for Future“ für den Klimaschutz in Kempten demonstrierten, war davon nichts zu spüren.

Mit lautstarken Parolen wie: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ machten etwa 600 Leute auf den drohenden Klimawandel aufmerksam und marschierten um 11.30 Uhr vom Forum in Richtung Hildegard-Platz. Vom Dauerregen ließen sich die Klimaschützer nicht abhalten. Im Gegenteil, sie haben damit sogar gezeigt, dass sie „nicht aus Zucker sind“ und dass es ihnen ernst mit der Sache ist. Auf selbstgemalten Schildern und Plakaten stand geschrieben: „There is no Planet B“, „Fehlstunden können wir verkraften – Klimawandel nicht“ oder „Make Love not CO2“. Obwohl so mancher Pappkarton im Dauerregen schnell aufweichte, blieb das Durchhaltevermögen der Demonstranten ungebrochen. 

Trotz Dauerregen für den Klimaschutz

 © Lehmann
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Von der Energie, die von der Bewegung ausging, ließen sich auch Passanten am Wegesrand anstecken. „Ihr müsst noch lauter schreien“, rief ein Passant, einige reihten sich ein, während andere dagegen wohlwollend lächelten oder einfach ihr Handy zückten, um damit wohl ein Stück Zeitgeschehen zu dokumentieren. Für Marco Eichberger, Organisator der „Fridays for Future-Demonstration“ in Kempten ist klar, dass er derzeit am größten Klimastreik der Geschichte teilnimmt. „Immer mehr Jugendliche schließen sich der weltweiten Bewegung an. Vielleicht haben wir heute sogar die 100.000 geknackt“, so Eichberger. Für ihn ist es wichtig, dass die ältere Generation durch die Demonstrationen merkt, dass sie mit der Zukunft der jungen Leute spielt. Als sich der Pulk vor der St. Lorenz Basilika versammelt hatte, gab es nicht nur kurze Reden, sondern auch Songs von verschiedenen Jugendlichen. 

Um dem Wind und der aufkommenden Kälte zu trotzen, wurde zwischendurch als Warm-Up zur Parole: „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“, gehüpft. Und wieder: „Wir sind hier – wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Aber auf andere zu schieben, ist natürlich einfach. Was tun denn die Schüler selbst für den Klimaschutz? Eichberger selbst ist inzwischen überzeugter Vegetarier. Bei der Fleischproduktion werde einfach zu viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt, sagt er. Außerdem versuche er auf das Fliegen zu verzichten und so oft wie möglich mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zu fahren. Auch Schülerin Corinna Arnold hat ihre Ernährung der Umwelt zuliebe umgestellt. Seit einiger Zeit ernährt sich die 16-Jährige vegan und stellt ihre Kosmetika selbst her. Sie versucht Plastikmüll wo es geht zu vermeiden und hält inzwischen sogar Vorträge darüber. Außerdem beschäftigt sich die Schülerin damit, wie man den ÖPNV in Kempten besser nutzen kann. 

Ein Thema, dass sicherlich auch ein Punkt beim Rathausgespräch: „Klimaschutz in Kempten“ am Freitag, 29. März sein wird, zu dem Kemptens OB Thomas Kiechle die jungen Klimaschützer eingeladen hat. Gegen 13 Uhr beendete Marco Eichberger die Demonstration. Außerdem bedankte sich das Organisationsteam bei der Polizei und den Ordnern, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisteten. 

Tamara Lehmann

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