Zeigten sich selbstkritisch

Fridays-for-Future-Aktivsten riefen zur Europawahl auf

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Kempten – Mit circa 550 Menschen demonstrierten am vergangenen Freitag in Kempten die Fridays-for-Future-Aktivisten für Umwelt- und Klimaschutz. Besonders wichtig war den Aktivisten, die Menschen auf die bevorstehende Europawahl hinzuweisen.

„Der Streik heute war für die Europawahlen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Europawahlen, Klimawahlen sind. Das Europaparlament wird für die nächsten fünf Jahre gewählt und in dieser Zeit müssen einfach die Entscheidungen geschehen, um die Klimakrise abzuwenden“, sagte Marco Eichberger aus dem Organisationsteam der Fridays-for-Future-Bewegung. Im Vorfeld hatte Oberbürgermeister Thomas Kiechle versucht, das Treffen zwischen Schülern und Stadträten auf 14 Uhr zu verlegen, weil vormittags die lange geplante Eröffnung der König-Ludwig-Brücke als Pflichttermin für die Stadträte anstand. Eine zeitliche Verschiebung der Demonstration war laut der Schüler aufgrund ihres zeitlichen Stundenplans nicht sinnvoll und auch eine weitere Verschiebung kam für sie nicht in Frage, da sie gezielt auf die Europawahl hinweisen wollten. Vor versammelter Menschenmenge verlas Gunnar Hartmann vom Organisationsteam öffentlich ein Schreiben, mit dem sich die Aktivisten beim Carl-von-Linde-Gymnasium, Allgäu-Gymnasium und beim Hildegardis Gymnasium für wasserlösliche Kreidegraffitis zum Aufruf zur Fridays-for-Future“-Demonstration entschuldigten. Nach heftiger Kritik und weil die Schrift in wasserlöslicher Sprühkreide hohe Ähnlichkeit mit echtem Graffiti hatte, hatten die Aktivisten das Sprühwerk am nächsten Tag gereinigt. Trotzdem wurden sie vom Allgäu-Gymnasium und vom Hildegardis-Gymnasium wegen Sachbeschädigung angezeigt. Diese Aussage erntete heftige Buh-Rufe von der versammelten Menschenmenge. Hartmann betonte, die Bewegung wolle nicht radikal werden, sondern wolle friedlich bleiben. „Künftig werden wir von solchen Aktionen absehen“, versprach er. „Aber im Gegensatz zur Politik stehen wir für unsere Fehler ein, machen sie öffentlich und werden sie beim nächsten Mal besser machen.“ Im Anschluss an die Demonstration trafen sich die Aktivisten zum gemeinsamen Müllaufsammeln.

Tamara Lehmann

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