Friedhofgeschichte in Kempten

Von Totentor und Totengasse bis hin zur kleinsten Ruhestätte Kemptens

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Gruftanlage in der Pfarrkirche zu Lenzfried.
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Jüdischer Friedhof auf dem Katholischen Friedhof.
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Skelettfunde vor der St.-Mang-Kirche.
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Friedhofsareal mit Mauer um die St.-Mang-Kirche.
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Neuer Friedhof vor dem Totentor um 1730.
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Kapelle auf dem evangelischen Friedhof.
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Friedhof um die Seelenkapelle, Katasterplan von 1828.
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Friedhof der Pfarrkirche St. Anton.

Kempten – Im Gedenkmonat November widmen wir unsere Historienseite den letzten Ruhestätten. Die Geschichte der Kemptener Friedhöfe ist hochinteressant und reicht weit in die römische Epoche zurück.

VON DR. WILLI VACHENAUER

Einst gab es in Kempten ein „Totentor“, eine „Totengasse“ und einen Friedhof für Selbstmörder und Pestkranke. Diese Orte gibt es heute noch, wenn auch unter anderem Namen.

Bei Ausgrabungen entdeckten Archäologen an die 500 Gräber, die aus der Römerstadt Cambodunum stammen. Einige davon lagen am Rathausplatz, einige am Ostbahnhof und die meisten davon, nämlich 411 in der Nähe der heutigen Keckkapelle, an der damaligen Römerstraße von Kempten nach Augsburg. Römische Grabanlagen befanden sich grundsätzlich außerhalb der Städte. Sie lagen aber nicht an stillen Orten, sondern an belebten Landstraßen, damit sollten die Toten mit den Lebenden in Verbindung bleiben. Diese enge, ja rührend anmutende Beziehung belegt folgende Grabinschrift aus Südgallien: „Titus Lollius liegt hier am Wege, damit die Vorübergehenden sagen: Sei gegrüßt Titus Lollius“.

Nachdem die Stadt Cambodunum auf dem Lindenberg bei den Alamannenstürmen im 3. Jahrhundert n. Chr. teilweise zerstört worden war, verlagerte sich die römische Besiedlung auf die westliche Seite der Iller unterhalb der heutigen Burghalde. Hier um die Anhöhe der Burghalde bis hin zur St.-Mang-Kirche entstand die kleinere spätrömische Kastellsiedlung „Cambidanum“. Nördlich dieser Siedlung, vor der heutigen St.-Mang-Kirche/Rathausplatz, befanden sich die spätantiken Gräberfelder Cambidanums. Auch hier fanden Archäologen mehrere spätrömische Grabanlagen.

Um die Mitte des 8. Jahrhunderts entstand dann um die heutige Residenz das frühmittelalterliche Kloster als Vorgänger des neuen Kemptens. Die Bewohner der mittelalterlichen Siedlung hatten mindestens schon seit dieser Zeit ihren eigenen Friedhof, der sich bei der frühen Pfarrkirche St. Lorenz „uff‘m Berg“, also auf dem Hügel der heutigen Basilika befand. Im Osthof der Residenz fanden Archäologen bei Ausgrabungen mehrere Gebeine, die entweder zu einem merowingischen Gräberfeld oder zu einem späteren Mönchsfriedhof gehörten. In diesem Areal fand man auch Gräber, in denen u.a. die Bestatteten mit gekreuzten Armen und mit dem Kopf nach Westen und daher in Blickrichtung nach Osten lagen.

Im frühen Kempten existierten schon seit dem frühen Mittelalter zwei verschiedene Kirchen in nur wenigen hundert Metern Abstand. Die im Westen gelegene Kirche St. Lorenz uff´m Berg und die östlich davon liegende Pfarrkirche St. Mang und Ulrich. Sie waren durch einen Illerarm getrennt, der damals noch westlich um die St.-Mang-Kirche herumfloss. Diese Gotteshäuser mit ihren zugehörigen Grabanlagen gehörten daher auch zwei verschiedenen Bistümern an. Im Westen dem Bistum Konstanz und im Osten dem Bistum Augsburg. Im südlichen Bereich vor der St.-Mang-Kirche lag der mittelalterliche Gottesacker der damaligen Kirchengemeinde. Skelettfunde, die Archäologen 2003 in diesem Bereich der St.-Mang-Kirche freilegten, deuten darauf hin, dass dieser Friedhof seit mindestens 998 existierte.

Die im 14. Jahrhundert als katholische Friedhofskapelle errichtete Doppelkapelle St. Michael und Erasmus im Süden der St.-Mang-Kirche hatte ihre Vorgängerin in der ehemaligen Karnerkapelle (das Wort stammt vom lateinischen Begriff „carnarium“ ab und bedeutet Fleischkammer). Diese zweigeschossige „Karnerkapelle“ hatte im Erdgeschoss einen dem Erzengel Michael geweihten Kirchenraum, während das Untergeschoss als Beinhaus für die Gebeine diente, die beim Anlegen neuer Gräber zutage kamen. Die Karnerkapelle brannte wahrscheinlich im 14. Jahrhundert ab. Beim Wiederaufbau ließ die Gemeinde im unteren Teil der Kapelle einen Altar aufstellen, der dem heiligen Erasmus geweiht war. Nach der Reformation wurde im Jahre 1535 um diese Grabanlage ein hölzerner Zaun gezogen und ab 1563 mit einer Mauer umfasst.

Die Stadtobrigkeit sah sich aus Platzgründen gezwungen, diesen Friedhof vor der St.-Mang-Kirche ab 1553 unmittelbar vor die Stadtmauer neben die Burghalde, an den Ort des heutigen evangelischen Friedhofs, zu verlegen. Zuvor befand sich auf diesem Platz ein „Thier- und Baumgarten“. Zu ihrem neuen evangelischen Gottesacker gelangten die Kemptener auf kürzestem Wege durch das Neustättertor. Es hieß deswegen auch Totentor, weil man durch dieses Tor die Toten auf dem Friedhof besuchen konnte. Auf diesem Friedhof, der später durch ein zweiflügliges Eingangstor zu betreten war, erließ die Stadtobrigkeit im August 1755 eine Friedhofsordnung. Nun ließ sie den Gottesacker in Planquadrate aufteilen, die Grabrichtung und die Gräbertiefe festlegen. Damit wollte sie vermeiden, dass die Totengräber bei der Anlage neuer Gräber auf bestehende Ruhestätten stießen. Erst im Jahre 1863 ließ die Stadt auf dem evangelischen Friedhof eine Leichenhalle errichten. Bis zu diesem Zeitpunkt bewegten sich die Leichenzüge vorwiegend über die heutige Vogtstraße zum Friedhof. Deswegen hieß diese Straße auch „Totengasse“.

Im Jahr 1839 begann man mit dem Bau einer Friedhofskapelle mit neuromanischen Formen, die 1841 eingeweihten wurde. 1905 erfolgte eine Erweiterung der Kapelle in nördliche Richtung. Eine zugehörige Urnenhalle wurde 1936 eingeweiht. Auf diesem Friedhof liegen die Gräber zahlreicher bekannter Kemptener Persönlichkeiten. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts ist um das Siechenhaus St. Stephan und die Keckkapelle (Gegend um den heutigen Berliner Platz) auch ein Friedhof bekannt. Hier, vor den Toren der Stadt fanden aus religiösen Gründen Selbstmörder, zum Tode verurteilte Straftäter und wegen möglicher Ansteckungsgefahren all die Menschen ihre letzte Ruhe, die an Lepra, Pest, und anderen „Seuchen“ verstorben waren.

Ein neuer Gottesacker muss her

Im westlichen und nördlichen Bereich der Seelenkapelle, die 1680 als Friedhofskapelle „für die Seelen der Verstorbenen“ erbaut worden war, ließ der Fürstabt Rupert von Bodman das erste Gräberfeld der katholischen Stiftssiedlung errichten. Im Laufe der Zeit reichte der Platz auf diesem neustädtischen Friedhof, der mitten in der Stiftssiedlung lag (ab 1728 Stiftsstadt), nicht mehr aus. Immerhin betrug die Einwohnerzahl der Stiftsstadt um 1800 knapp an die 3000 Personen. Übrigens waren die Leichname der Fürstäbte bis 1634 im Schreinkonvent des Klosters um das Marienmünster aufgebahrt. Später, nach den Zerstörungen durch den 30-jährigen Krieg, kamen einige davon dann in die Gruft der St.-Lorenz-Basilika.

Nach einer kurfürstlichen Anordnung von 1803 mussten alle Grabstätten außerhalb der Städte versetzt werden. Also suchte man in Kempten lange nach einem Gelände für einen neuen Friedhof. 1804 wies die Landesdirektion in Ulm der Stadt ein Ackerfeld mit zwei Tagwerk (ein Tagwerk hat ungefähr 3400 Quadratmeter) an der sog. Schleenweide im Norden der Stadt zu. Am 10. August 1804 weihte der letzte Großdekan des Fürststifts Kempten, Maurus Freiherr von Tänzel zu Tatzberg, diesen „Katholische Friedhof“ am heutigen Gottesackerweg westlich der Rottachstraße ein. Schon einige Jahre später reichte der Platz auf diesem Friedhof nicht mehr aus, da durch die verschiedenen kriegerischen Auseinandersetzungen die verwundeten Soldaten aus den Militärspitälern der Stadt in größerer Zahl dahinstarben. Daher wurde 1814 dann der Friedhof durch das angrenzende Areal um ein gutes ein Tagwerk vergrößert. Der Nachteil des neuen katholischen Friedhofs bestand darin, dass Leichenpredigten und Gebete bei jedem Wetter unter freiem Himmel stattfinden mussten. Durch Spenden erhielt der Gottesacker zwischen 1814 und 1817 eine Friedhofskapelle, deren Altar ein 545 Jahre altes Kruzifix überragt, das aus dem Kemptener Franziskanerinnen-Kloster St. Anna stammt.

Zunächst hatte die Friedhofskapelle noch kein Türmchen. Erst 1836 konnte, durch Überschüsse der katholischen Kultusstiftung der Turm errichtet werden. Die notwendigen Glocken stiftete Martin Leichtle. 1863 ließ die Stadt das Leichenhaus, die heutige Aussegnungshalle errichten. Auf dem katholischen Friedhof wurde 1927 nach den Plänen von Architekt Andor Ákos (1893 – 1940) die Kriegergedächtniskapelle errichtet. Auf Gedenktafeln sind die Namen der Toten beider Weltkriege festgehalten.

Platzmangel nach dem Zweiten Weltkrieg

Der sich seit den 1930er Jahren abzeichnende Platzmangel auf den Kemptener Friedhöfen verstärkte sich, als nach dem Zweiten Weltkrieg an die 10.000 Heimatvertriebene nach Kempten kamen. Angesichts der Raumnot ließ die Stadt östlich der Rottachstraße den großen Zentralfriedhof anlegen, der 1957 fertiggestellt war. Schon ab diesem Zeitpunkt konnten in den Bereichen A und B des neuen Friedhofs Bestattungen erfolgen. 1961 wurde dort die neue Leichenhalle eingeweiht und 1971 folgte schließlich die dringend notwendige Aussegnungshalle mit Glockenturm an der Rottachstraße. Die Errichtung des Christophorus-Brunnens des Oberstdorfer Bildhauers Maximilian Rueß (1925 – 1990) im Jahre 1975 bildete den künstlerischen Abschluss der Friedhofsanlage. Auf dem Zentralfriedhof finden alle Verstorbenen ihre letzte Ruhe, unabhängig von ihrer religiösen Ausrichtung.

Wunsch nach Feuerbestattungen

Da in Kempten der Wunsch nach Feuerbestattungen zunahm, kam es zwischen 1996 und 1997 zur Errichtung eines Krematoriums durch einen privaten Träger. Die Einrichtung befindet sich direkt am Adenauerring, kurz vor der Nordbrücke am nordöstlichen Rande des Zentralfriedhofs. Vor dem Bau dieser Anlage gab es nur die Möglichkeit, Feuerbestattungen außerhalb Kemptens, wie z.B. in Augsburg, Lindau, München und Ulm, durchführen zu lassen. Im Jahre 1997 startete das Krematorium in Kempten mit zwei Ofenlinien. Wegen der steigenden Nachfrage nach Feuerbestattungen kam es schon im Jahre 2004 zu einem Erweiterungsbau, in dem zwei weitere Ofenlinien ihren Betrieb aufnahmen.

Der kleinste Friedhof Kemptens befindet sich seit 1912 im Garten der Klosterpfarrkirche St. Anton an der Immenstädter Straße, den die Kapuziner anlegten. Zunächst planten die Patres eine Gruftanlage für ihre verstorbenen Brüder, wofür sie an der Ecke Immenstädter-/Mahler-Lochbihler-Straße ein kleines Rundgebäude errichten ließen. Doch dann entschieden sie sich zum Bau des kleinen Friedhofs, auf dem im Jahre 1937 die erste und 1987 die letzte Beerdigung stattfand.

Mit dem Bau des Friedhofs südlich von Altschelldorf (heutiger Stadtteil St. Mang) im Jahre 1925 konnten die Toten aus dieser Region hier ihre letzte Ruhe finden. Schon um 1648 wurde hier eine Kapelle errichtet und dem heiligen Antonius von Padua geweiht. Ob es damals um diese Antoniuskapelle schon einen Friedhof gab, bleibt offen. Dieser Friedhof in Sankt Mang am Friedhofweg/Sonnenstraße, den die Kirche verwaltet, ist heute der größte Stadtteilfriedhof in Kempten. Die Friedhöfe der Stadt Kempten erfuhren mit der Eingemeindung der Pfarrdörfer Lenzfried und Leubas, die bisher zur Gemeinde St. Mang gehörten, sowie Heiligkreuz, das zu St. Lorenz gehörte, eine Erweiterung.

Der heutige Lenzfrieder Friedhof geht auf den 4. Dezember des Jahres 1466 zurück, als die Einweihung der Klosterkirche zu Lenzfried erfolgte. Der zugehörige Klosterfriedhof blieb aber für die verstorbenen Angehörigen des Klosters reserviert. Daher gab es für die Bewohner des Ortes Lenzfried und Leubas noch keinen eigenen Friedhof und so ist anzunehmen, dass die Verstorbenen dieser Gemeinden zunächst im städtischen Friedhof auf dem St.-Mang-Platz ihre letzte Ruhe fanden. Dies änderte sich aber ab der Reformation, als der Friedhof vor dem St.-Mang-Platz vor die Stadtmauer an den Fuß der Burghalde verlegt wurde. Er blieb dann nur noch für die Verstorbenen der evangelischen Reichsstadt reserviert. Deswegen dürfte für die Katholiken des Ostteils der Pfarrei St. Mang eine Grabstätte auf dem Platz um das Kirchlein zu „St. Ursula im Ried“ in Ursulasried eingerichtet worden sein, das bereits um 1400 eine Filialkirche der Pfarrei St. Mang war. Als die Franziskaner wegen der Reformation Lenzfried verlassen mussten, zogen am 8. Juni 1548 die aus Kempten vertriebenen sog. „grauen Schwestern“ ein. Um eine geeignete Begräbnisstätte zu haben, ließen diese an der Nordseite der Kirche eine Gruft einrichten. 1642 wurde die Lenzfrieder Franziskanerkirche vom Augsburger Bischof zur Pfarrkirche bestimmt und der Klosterfriedhof Lenzfried als Gottesacker für die wachsende Bevölkerung geöffnet. Als um 1649 wieder die Franziskaner in Lenzfried einzogen, erbauten sie unter dem Chorraum der Kirche eine Gruftanlage mit 48 Grabnischen, von denen bis zur Säkularisation 42 belegt waren.

Im 19. Jahrhundert kam es zu zwei Erweiterungen des Friedhofs und gegen Ende des 19. Jahrhundert wurde eine Leichenhalle an der Nordseite des Friedhofs gebaut. Nach längeren Bemühungen erhielten 1859 auch die Bewohner der ehemaligen Gemeinde Heiligkreuz einen Friedhof. Zuvor wurden die Toten jahrhundertelang auf dem Friedhof der Seelenkapelle in Kempten beigesetzt. Nach seiner Auflösung im Jahre 1804 mussten die Heiligkreuzer ihre Verstorbenen auf dem „Katholischen Friedhof“ am Gottesackerweg westlich der Rottachstraße begraben. Daher kam bald nach der Säkularisation bei einem Teil der Bewohner der Wunsch nach einer eigenen Begräbnisstätte auf. Andere Heiligkreuzer lehnten diesen Plan ab, denn sie wollten wie bisher in Kempten ihre letzte Ruhe finden. Daraus entstand ein Streit in der Gemeinde, der fast 30 Jahre andauerte.

Schließlich setzten sich die Befürworter für einen eigenen Friedhof in Heiligkreuz durch. Als Standort für die neue Gräberanlage sah man dafür ein Grundstück vor, das nördlich des Pfarrgartens lag und das die Gemeinde im Jahre 1830 erwerben konnte. Dieser Plan, dort den Friedhof zu errichten, ließ sich aber nicht umsetzen, da die zuständigen Behörden dieses Areal wegen des hohen Grundwasserstandes ablehnten. Nachdem der Besitzer des Gasthofs Kreuz dieses Grundstück gegen ein passendes Gelände getauscht hatte, konnte der neue Gottesacker 1858 eingeweiht werden. Im Jahre 1905 wurde der Friedhof nach Süden hin erweitert. Die ehemalige Gemeinde St. Lorenz, die am 1. März 1949 Heiligkreuz zur selbständigen Pfarrei erhob, ließ 1949 dort eine Aussegnungshalle bauen, die seit der Gebietsreform im Jahr 1972 die Stadt Kempten verwaltet. Der wachsenden Stadtteil Eich bekam 1987 durch Initiative der dortigen Bürger mit dem Friedhof im „Weißholz“ an der Heggener Straße seine eigene Begräbnisstätte. Zuvor mussten die verstorbenen Bürger auf den Kemptener Friedhöfen beerdigt werden. Der Eicher Friedhof hat den Charakter eines Waldfriedhofes.

Die Jüdische Gemeinde Kempten erhielt im Jahre 1876 von der Stadt Kempten die Erlaubnis, auf dem katholischen Friedhof eine eigene Begräbnisstätte einzurichten. Sie erwarb ein Areal von circa 1550 Quadratmetern, das sich im Westen des Friedhofs befindet. Den Jüdischen Friedhof übereignete Oberbürgermeister Dr. Otto Merkt am 20. Mai 1939 an die Stadt Kempten. Zusätzlich ließ er rundherum eine große Hecke anpflanzen und das Tor mit Kette und Schloss sichern. Während der Naziherrschaft kam es 1938 auch in Kempten zu Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner. Der Jüdische Friedhof blieb aber von Anschlägen verschont. Auf dem Jüdischen Friedhof als Teil des katholischen Friedhofs sind drei Gedenkstätten für Kemptener und ausländische Opfer des Dritten Reichs angelegt. Da die Begräbnisstätte eigentlich seit 1981 für weitere Beerdigungen geschlossen blieb, konnte die letzte Bestattung im Jahr 2008 nur mit einer Sondergenehmigung stattfinden.

Heute gibt es im Stadtgebiet mindestens elf verschiedene Friedhöfe. Vier davon verwaltet die Stadt Kempten: Den Zentralfriedhof, den Friedhof Sankt Mang, den Friedhof Heiligkreuz und den Friedhof Eich. Die (sieben) kirchlichen Friedhöfe im Stadtgebiet Kempten werden von den jeweiligen Einrichtungen verwaltet. Es sind dies: Der Katholische Friedhof am Gottesackerweg 7, der Friedhof Lenzfried, der Friedhof Ursulasried, Der Evangelische Friedhof „Unter der Burghalde“, der kleinste Friedhof der Stadt auf dem Gebiet der Kirche Sankt Anton und der Jüdische Friedhof auf dem Zentralfriedhof. Und schließlich noch die Gräber einiger Fürstäbte, die in der Gruft der Stiftskirche St. Lorenz zu finden sind.

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