"So gut wie früher"

Ein guter Tropfen ist den Braumeistern des Allgäuer Brauhauses traditionell zur Festwochenzeit offensichtlich wieder gelungen. Bei der Festbierprobe im „Stift“ am Dienstagabend vergangener Woche ließen es sich die Gäste aus Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und Wirtschaft jedenfalls genussvoll munden. Und da das Bier zum 60. Jubiläum der Allgäuer Festwoche gebraut worden war, gab es einen zünftigen Rückblick auf die vielen Veränderungen seit den guten alten Zeiten.

Am Rednerpult stand der ehemalige Bürgermeister und einer der Festwochen-Mitbegründer, Albert Wehr, höchstpersönlich. Na ja, zumindest als vom Himmel angereister Engel Albert, verkörpert von Walter Eß, erinnerte er sich an die schönen Anfänge, als noch keine Frauen im Bierzelt saßen und es somit auch „keine Probleme mit der Damentoilette gab“. Elf Mal habe allein Ministerpräsident Goppel die Festwoche eröffnet. Heute könne man einen bayerischen Ministerpräsidenten kaum mehr dazu einladen, „weil man gar nicht weiß, ob er bis August noch im Amt ist“, flachste er. Seinen Amtsnachfolgern bescheinigte er gute Ausdauer bei den Festwochenbesuchen. Ein echter „Festwochen-OB“ sei Dr. Josef Höß gewesen, der „meist erst gegangen ist, wenn das Zelt zugemacht hat“. Lediglich dessen Nachfolger, Dr. Wolfgang Roßmann, habe sich als so „gar nicht festwochentauglich“ erwiesen, schüttelte er den Kopf. Die Aussicht auf leichteres Verhandlungsspiel bei der neuen Leiterin der Festwochenorganisation, Martina Dufner-Wucher, schmälerte er und hatte auch ein Argument parat: „Doppelnamenträgerinnen waren schon zu meiner Zeit ziemlich zähe Brocken“. Glück im Unglück An Stoff zum Derblecken mangelte es Engel Albert an diesem Abend nicht die Bohne, aber das Festbier schmeckte ihm „heute noch so gut wie früher“. Ein recht deutlicher „Wink von oben“ traf zwischendurch Hans Peter Wegscheider, als einer der schweren Scheinwerfer umfiel und ihn am Kopf traf. Mit Eisbeutel am Haupte ließ er sich dennoch nicht entgehen, was Engel Albert im weiteren Verlauf des Abends denn noch so alles zu verkünden hatte. Mit einem der zum Festwochen-Jubiläum neuen Brauhaus-Krüge bedankte sich Brauhaus-Vorstand Heinz Christ beim Engel, bevor dieser entschwand und die Festbier-Gemeinde einem Abend bei Musik, kulinarischen Genüssen und natürlich dem „süffigen“ bernsteinfarbenen Tropfen überließ.

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