Dritter Bürgermeister gründet neue Wählergruppe

Mair gegen die CSU

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Peter Mair will für seine eigene Wählervereinigung ins Haldenwanger Rathaus.

Haldenwang – Dritter Bürgermeister Peter Mair verlässt den CSU-Ortsverband und tritt für die neu gegründete Wählergruppe „Ortsverbunden unabhängig“ als Bürgermeisterkandidat an.

Er geht damit neben der Grünen-Kandidatin Christine Rietzler, sowie dem gemeinsamen Kandidaten der CSU und der Freien Wähler, Josef Wölfle, als dritter Bewerber um die Nachfolge von Anton Klotz (CSU) ins Rennen. Ganz unerwartet kam Peter Mairs Kandidatur nicht. Schließlich hat der 57-Jährige keinen Hehl daraus gemacht, dass er gerne die Nachfolge des nach 24 Amtsjahren scheidenden Anton Klotz antreten würde. Über seine Partei, die CSU, war dies jedoch nicht möglich. Das sechsköpfige Auswahlgremium der CSU und der FW, dessen Ziel es war, einen gemeinsamen Kandidaten zu benennen, habe zwar lange über Mairs Kandidatur diskutiert (wie auch über die einer Reihe anderer potenzieller Amtsanwärter), sich auf ihn zu verständigen sei in diesem Gremium allerdings nicht möglich gewesen, erklärt der CSU-Ortsvorsitzende und Kreisrat Dr. Christian Schwarz auf Anfrage des Kreisboten. 

Stattdessen wurde der parteilose Waltenhofener Josef Wölfle zum Kandidaten gekürt. „Die Hinhaltetaktik des Findungsgremiums hat mich geärgert“, gibt Peter Mair unumwunden zu und ergänzt: „Josef Wölfle ist ein guter Mann – für Waltenhofen.“ Er selbst hingegen sei mit Leib und Seele Haldenwanger. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe hier meine Lehre als Elektroinstallateur gemacht, bin seit Jahren in sieben Vereinen aktiv und kenne mich einfach aus im Dorf.“ Zudem blickt Mair auf fast dreißig Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik zurück: Seit 1984 sitzt der getrennt lebende Vater dreier erwachsener Söhne, der einen Biobauernhof betreibt, im Gemeinderat. Ab 1990 war er zwölf Jahre lang zweiter Bürgermeister, seit 2002 ist er dritter Bürgermeister. Überdies ist er seit 15 Jahren im Kreistag, zunächst für die ödp, dann für die CSU. „In diesen 30 Jahren haben wir gute Arbeit geleistet und viele große Projekte verwirklicht.“ Wie etwa den Bau zweier Kindergärten, der Schule und der Sporthalle oder auch die Ausweisung des Gewerbegebiets. 

Daher sehe er nicht ein, „dass da jemand kommt, der noch nie in der Kommunalpolitik war“, so Mair mit Blick auf seinen Gegenkandidaten Wölfle. „Das ist so, als wenn ich einen Hof übernehmen wollte und war noch nie in einem Stall.“ Gemeinsam mit Lutz Diek hat er nun aus eigenem Antrieb, „aber auch auf viel Anregung von außen“ die Wählergruppe „Ortsverbunden unabhängig“ gegründet, als deren Kandidat er antreten will. Aus dem CSU-Ortsverband werde er zwar austreten, seinen Platz auf der Liste der CSU-Kreistagsfraktion aber beibehalten. 

"Sein gutes Recht"

 „Es ist Peter Mairs gutes Recht, seinen Hut in den Ring zu werfen“, kommentiert Dr. Christian Schwarz den Schritt. „Ich habe kein Problem damit, wenn er als eigener Kandidat auftritt und trotzdem in der CSU bleiben möchte.“ Im Falle seiner Wahl will Mair den erfolgreichen Sparkurs beibehalten. Zudem sei es ihm wichtig, dass im Gemeinderat alles so harmonisch weiterliefe wie bisher. Dem Wahlkampf sieht er „ganz locker“ entgegen. Sollte es nicht klappen mit der Wahl, wolle er seine Laufbahn allerdings beenden. „Das täte mir schon leid, aber es geht nicht anders.“ 

Peter Mairs Nominierungsversammlung findet am kommenden Montag, 11. November ab 19.30 Uhr im Gasthof „Sonne“ statt. Die Nominierung muss dabei mit einem festgelegten Prozedere einhergehen: Zunächst benötigt Mair drei Befürworter, die ihn als potenziellen Kandidaten vorschlagen. Zudem müssen zehn sogenannte „Wahlvorschlagsträger“ für ihn unterschreiben. Diese Liste muss der Gemeinde vorgelegt werden, deren Wahlleiter dann einen Zeitpunkt festlegt, ab dem weitere 80 Personen auf dieser Liste unterzeichnen müssen. Erst dann ist die Kandidatur offiziell.

Sabine Stodal

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